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Lento: Icon (Review)

Artist:

Lento

Lento: Icon
Album:

Icon

Medium: CD
Stil:

Sludge / Postrock

Label: Denovali
Spieldauer: 37:15
Erschienen: 01.04.2011
Website: [Link]

Nach "Earthen" aus dem Jahre 2007 winken NEUROSIS beziehungsweise deren ungewollte Ziehsöhne CULT OF LUNA einmal mehr mit dem Zaunpfahl - allerdings in ihrer wortlosen und sperrigsten Ausführung. "Icon" präsentiert LENTO wieder als schwerstarbeitende Ambienteschaffer, die den Putz von den Wänden rieseln lassen und die hässliche Fratze der Schöpfung nach außen kehren.

Sofort nach dem drönendne Intro "Then" walzt "Hymn" gleichfalls galvanisch über zerklüftete Urzeitfelsen, zwischen denen immer wieder karge Nischen aufblitzen, ehe LENTO die schroffe Steinwand hochgehen. "Icon " postrockt im besten Sinne, wenn "Limb" gleichfalls nicht nur eins der Titelgeber, sondern wahrscheinlich sogar mehr als nur alle vier davon in wallung bringt, ohne dass die Gruppe etwas mit konventioneller Rockigkeit zu tun hätte. Erschütternd wirken ihre Kompositionen sich umso häufiger aus, wenn etwa "Hymen" (nicht bloß in ihrer Namensfindung sind LENTO genauso sensibel wie ein ebensolches Häutchen …) die Temposchraube leicht anzieht und die Riff-Gebetsmühle in Gang setzt. Dann "Throne": Klangschlieren, wie man sie in ihrer Klischeehaftigkeit innerhalb dieser Stilistik erwartet, wonach aber ein ähnlich vorhersehbares Finale ausbleibt. "Least" kokettiert mit Mathematik für Schneckenhirne; die rhythmischen Schiebereien bleiben also nachvollziehbar, wenn auch nicht weniger schwer verdaulich.

"Dyad" trägt dann durchaus Scott-Kellysche Züge, was die Gitarrenton gewordene Apokalypse angeht, welche LENTO zelebrieren - umso vehementer mit dem knüppelnden (was bedeutet LENTO noch einmal?) wie alpträumenden Titelsong. Letztlich spaltet "Admission" die Gemüter: Gut sechs Minuten Chorgesang. Das sollen Südländer sein? Rabenschwarze Gemüter …

FAZIT: Die Ikonen von LENTO sind ohrenscheinlich, "Icon" selbst ein Soundtrack zum Streifzug durch wahlweise arktische Kältegrade oder eine prähistorische Landschaft, an Bedrohlichkeit und Lichtarmut kaum zu überbieten. Tatsächlich kann man in fast allen Fällen von richtigen Liedern sprechen, wiewohl ohne Texte und konventionelle Strukturen. Klangforscher wissen Bescheid - die heavy Entsprechung dessen was CURRENT 93 ungleich sachter kultivieren vielleicht?

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4807x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Then
  • Hymn
  • Limb
  • Hymen
  • Still
  • Throne
  • Least
  • Dyad
  • Icon
  • Admission

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Ron
gepostet am: 04.09.2011

User-Wertung:
12 Punkte

Grundsätzlich steht hier nichts Falsches. Nur kann ich leider der Kritik nicht entnehmen, warum es nur 9 Punkte gibt. Auch wäre statt dem ewigen Neurosis-Vergleich eine aufzeigbare Nähe zu Pelican/Nadja (Instrumental) oder Omega Massif (Stimmung) eher angebracht gewesen. Meiner Meinung nach ein durchwegs sehr gelungenes Album, da man jedem Stück, mit jedem Hören neue spannende Facette abgewinnen kann und das Ganze nicht im drögen Ambient-Drone-Brei untergeht. "Lento" - ach ja, wie soll es anders sein - "langsam, träge".
adebar
gepostet am: 14.10.2012

User-Wertung:
13 Punkte

Ich kann Ron nur beipflichten. Trotz gelungener Beschreibung der Stücke erklärt sich nicht, warum Lento nur 9 Punkte verdient hat.
Ich jedenfalls finde das Album packender als der Vorgänger "Earthen" und komme zur Zeit nicht umhin es nicht zu hören. Daher 13 Punkte von mir.
Andreas
gepostet am: 14.10.2012

Die neue wird besser. Schon besprochen und demnächst hier zu lesen.
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