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Napalm Death: Utilitarian (Review)

Artist:

Napalm Death

Napalm Death: Utilitarian
Album:

Utilitarian

Medium: CD/LP
Stil:

Grindcore

Label: Century Media
Spieldauer: 46:11
Erschienen: 24.02.2012
Website: [Link]

NAPALM DEATH. Eine dieser Bands, die mich mein Leben lang begleitet haben, die mich trotz einiger musikalischer Kurskorrekturen nie enttäuschten und mindestens einmal pro Jahr live erlebt werden. Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Bekannte zu Gigs NAPALM DEATHs geschleift, einfach um die beste Band der Welt auf das Radar der Normalos und Indie-Hörer zu bringen. Und jeder musste hinterher zugeben, dass das vielleicht nicht seine Musik ist, aber die Energie und Wut dieser Band unfassbar ist. Nein, ich kann nicht alle Songs in der Live-Situation beim Namen nennen, aber was zählt, ist diese unglaubliche Power und Adrenalin-Injektion, die auf den Zuschauer und Hörer übertragen wird. Und: NAPALM DEATH haben sich nie verkauft. Ich erinnere mich an Geschichten über Barneys Ausraster im Century-Media-Büro anlässlich des Signings der Christen AS I LAY DYING und an immer klare Ansagen gegen sämtliches Spackentum – sei es Politik, Kapitalismus oder Religion – dieser Erde. „Think For Yourself.“

Und NAPALM DEATH halten eisenhart Kurs.

Utilitarian“ heißt das aktuelle Werk, geschenkt, ob es Longplayer Nummer 14 oder 15 ist, von der 87er Originalbesetzung der Band ist eh seit Jahren niemand mehr dabei. Utilitarismus bezeichnet im philosophischen Kontext als Ziel grob gesprochen die Maximierung des Glücks, das durch das Glück des Einzelnen entsteht. Grindcore mit Hirn ist also weiter angesagt, das Cover ist ein Hinweis zur Alten Schule, musikalisch hat man aber möglicherweise sein Meisterstück abgeliefert. Dass der Opener meist eher ruhig und atmosphärisch ausfällt, hat sich bei NAPALM DEATH ja eingebürgert, so kraftvoll, düster und mächtig wie bei „Circumspect“ gingen die vier Herren aber noch nie zu Werke. Im Hintergrund sind breite Keyboardklänge und Streicher eingemengt, bevor mit „Errors in The Signals“ ein klassischer Überschall-Kracher über den Hörer hereinbricht. Aber NAPALM DEATH haben gelernt, dass Geschwindigkeit nicht alles ist, immer wieder drosseln sie die Hochgeschwindigkeit ihrer unverwechselbaren Gitarren-Riffs und variieren diesmal hauptsächlich mit den Gesängen. Zum gewohnt souveränen Gebrüll Barney Greenways wird bei „ The Wolf I Feed“ ein cleaner Refrain Marke FEAR FACTORY addiert, während sich das nochmals weiter ausgebaute hohe Geschrei von Mitch Harris durch die Gehörgänge ätzt. Die schon auf „Time Waits For No Slave“ zu vernehmenden düsteren tiefen Chorgesänge, die immer wieder an die SWANS erinnern, werden diesmal noch häufiger eingebaut, gelegentlich sogar in schnellen Passagen und machen NAPALM DEATH so noch eigener.

Musikalisch tobt man sich weiter in der eigenen Liga aus: Grindcore mit unmenschlich präziser Gitarren-Arbeit, ein markerschütternder wummernder Bass und ein lässiges Blast-Drumming, das auch nach Konzerten nur einen minimalen Schweißansatz auf dem T-Shirt von Danny Herrera hinterlässt. Der Death-Metal-Anteil der Musik ist deutlich in den Hintergrund getreten, Grind- und Hardcore regieren, NAPALM DEATH sind weiter unverwechselbar und bei aller Kompromisslosigkeit doch ein wenig eingängiger als gewohnt.

FAZIT: Bei NAPALM DEATH weiß man nie so genau, was die nächste Scheibe bringt, ich frage mich aber, ob zu „Utilitarian“ noch eine Steigerung möglich ist? [Album bei Amazon kaufen]

Dr. O. (Info) (Review 4167x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 15 von 15 Punkten [?]
15 Punkte
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Tracklist:
  • Circumspect
  • Errors In The Signals
  • Everyday Pox
  • Protection Racket
  • The Wolf I Feed
  • Quarantined
  • Fall On Their Swords
  • Collision Course
  • Orders Of Magnitude
  • Think Tank Trials
  • Blank Look About Face
  • Leper Colony
  • Nom De Guerre
  • Analysis Paralysis
  • Opposite Repellent
  • A Gag Reflex

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Mirko
gepostet am: 22.02.2012

Da bin ich mal gespannt, ob die Scheibe dem Review auch gerecht wird oder ob es nur eine weitere Fanboyrezension ist. ;-)
Dr. o
gepostet am: 22.02.2012

"Fanboy" sollte nach dem obigen review klar sein, oder? ;-)
hendrik [musikreviews.de]
gepostet am: 22.02.2012

Ich finde sie auch sehr gut, allerdings war für meine Ohren "Time Waits..." noch einen Tick geiler. Die würde - als für mich bestes und definitives Bandalbum - die 15 kriegen und diese hier dann so 12-13. Den Rest des Reviews unterschreibe ich. Mit Blut natürlich.

Mirko, kann man von dieser Band auch Nicht-Fanboy sein? Man kann doch auch nicht nicht atmen...? ;)
Mirko
gepostet am: 22.02.2012

Natürlich darf man von jeder Art von Kunst ein Fanboy sein, nur ist das dadurch für den Leser ein eher verschleierter Qualitätsbericht. Nachdem ich aber euer größter Fanboy bin *gg* - das schließe ich aus der durchschnittlichen Kommentarfrequenz - stört mich das auch nicht im Geringsten. Daher auch oben der Smiley.

Mein persönlicher Fave von ND ist übrigens ihr Death Metal lastigstes Album "Harmony Corruption"
hendrik [musikreviews.de]
gepostet am: 23.02.2012

Das mit dem Qualitätsbericht stimmt natürlich, wobei die Bemühung um Objektivität eher nachrangige Priorität hat, wenn es um Lieblingsbands geht - ich kenn das. Solange der Autor das kenntlich macht, kann ich mir meinen Teil denken. Und hier kann ich das mit dem Fanboy klar rauslesen - wie Ollie sagt.

Harmony Corruption gefiel mir nie so, aber egal, welche Phase man bevorzugt, die Band ist einfach essentiell. Und das nach knapp 30 Jahren immernoch...
Chris [musikreviews.de]
gepostet am: 23.02.2012

Meine Faves sind ja gleichauf: Smear Campaign, Utopia Banished, Diatribes, Words From The Exit Wound und Fear, Emptiness, Despair.

Und hey... so ein dämliches Wort wie Objektivität hat, wenn man sich ernsthaft UND enthusiastisch mit Musik beschäftigt, im Vokabular nix zu suchen. ;)
Mirko
gepostet am: 24.02.2012

@Chris
Man sollte es wenigstens VERSUCHEN oder so TUN ALS OB, um dem Leser die Illusion zu geben, dass er die perfekte Rezension dargeboten bekommen hat. *gg*
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