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Soniq Theater: Pandromania (Review)

Artist:

Soniq Theater

Soniq Theater: Pandromania
Album:

Pandromania

Medium: CD/Download
Stil:

Progressiver Keyboard-Rock

Label: Eigenvertrieb (als CD und kostenloser Download)
Spieldauer: 52:03
Erschienen: 15.12.2005
Website: [Link]

Nachdem mir mein vierter Besuch im SONIQ THEATER mit „This Mortal Coil“ ein wenig das irdische Mühsal auferlegt hatte, dieses Album nur mittelmäßig zu empfinden, stieg natürlich meine Spannung, ob dieses Mittelmaß sich auch auf Album Nummer 5, „Pandromania“, fortsetzen würde. Bei Beethoven stand die 5 für seine Schicksalssinfonie, wofür aber steht sie bei ALFRED MUELLER?

Doch bevor sich der Vorhang zum 5. Akt öffnet, räumt der ST-Strippenzieher, unser Keyboard-Zigeuner (?!?!) ALFRED MUELLER, mit einem Vorurteil oder dem Eindruck einiger Kritiker (Wobei auch ich mich einschließen muss!) auf, indem er auf der Rückseite der CD feststellt: „Einige Leute sagen, dass meine Musik filmischen Charakter hat. Das sehe ich nicht so. Ich denke, sie ist nicht für Filme geeignet. Meine Musik spricht für sich. Allerdings ist es gut, wenn diese Musik beim Hörer Bilder und Vorstellungen hervorruft, egal welcher Art sie auch sein mögen. Vor allem aber hoffe ich, dass der Hörer Freude an der Musik empfindet!“

Bei „Pandromania“ geht diesmal seine Hoffnung aus meiner Sicht komplett in Erfüllung. Und das hat nicht nur einen guten Grund. Ganz unverfroren behaupte ich mal, dass „Pandromania“ eins der intimsten, persönlichsten Alben von ALFRED MUELLER ist. Wie ich darauf komme? Ganz einfach! Es ist aus dem Blickwinkel des Beethoven-Bewunderers eben seine Schicksalssinfonie, die sogar mit einer versteckten Andeutung (Die am Ende dieser Kritik aufgelöst wird!) im Album-Namen darauf hinweist.

Das Album wird mit „Karma“ eröffnet, einem Song, der bedrohliche Elemente, durch Bass und ein sehr real klingendes Schlagzeug, auch wenn es rein elektronisch erzeugt ist, mit einer beinahe beschwingten Keyboard-Melodie kombiniert – und beim Hörer wegen dieser Gegensätzlichkeit eine hohe Erwartungshaltung auslöst. Mit laufendem Motor geht’s dann sofort Richtung „Miles Beyond“ beschwingt mit rhythmischen Piano im Stile von GANDALF weiter. Dem Motor ganz ähnlich nimmt auch der Song immer mehr an Fahrt auf. Zwei Songs und schon drei unterschiedliche Stimmungen – das passt.

Doch was ist das?
Erst ein Motor und dann wenig später Vogelgezwitscher. Verträumt beginnt „Steve's Dream“. Doch Steve scheint entweder nach einer Minute von einem Albtraum gequält zu werden oder ein böses Erwachen erleben zu müssen, das in einem bombastischen Finale zu enden scheint, welches wieder und wieder von ruhigen, manchmal sogar ein wenig mittelalterlichen anmutenden Passagen unterbrochen wird. Progressive Keyboard-Work at its best!

Mit „Deep Space“ geht’s ab in Richtung All – oder sollte man dieses Universum doch besser in den TANGERINE DREAM-Gefilden suchen? Fündig wird der Hörer hierbei bestimmt. Genauso wie bei „Pandromania“, das ein heftiges Feuerwerk der Marke ELP trifft auf RUSH abschießt, um von der „Lovely Lady“ wieder mit ein paar schönen Pianomotiven gebändigt zu werden.

Kein Wunder, dass sich nach solcher Ausgelassenheit das „Wheel Of Fortune“ (Glücksrad) dreht, nur nicht im eintönigen Kreis, sondern im ewigen Auf und Ab zwischen Gewinn und Niete. Neu hierbei ist, dass ALFRED MUELLER für seine Verhältnisse regelrecht viel und etwas schräg bzw. zerbrechlich singt, während ihn ein treibendes Schlagzeug die Richtung weist und die Keyboards dieses ständige Auf und Ab zwischen Glück und Pech in den unterschiedlichsten Schattierungen illustrieren. Beinahe zehn Minuten lang ein Hoffen und Bangen mit seltsam anmutendem Gesang und dem feurigen Freiflug auf den schwarzen und weißen Tasten, dem auch der Titel „Wheel Of Fire“ gut gestanden hätte.

Wie bereits von den ersten Alben gewohnt, leitet dann auch auf dem 5. Werk, das ALFRED MUELLER selbst als eine Art von „Schicksalssinfonie“ bezeichnet, ein kurzer „klassischer“ Titel (Adagio In G) mit Synthie-Streichern langsam, aber sicher das Album-Ende ein. „Pulsar“, ein schnell rotierender, zu musikalischem Leben erweckter Neutronenstern, „pulsiert“ dann mit Trommeln, die so echt klingen, dass man gar nicht glauben will, dass sie aus der Dose kommen, während die Tasten sehr nah am so liebgewonnenen VANGELIS-Himmel leuchten bis ihn ein in seltsame Ekstase geratener „Flamingo“ erneut auf den Boden einer klassischen Piano-Synthese mit dem zusätzlichen Klang akustischer Gitarren zurückholt. Mit „Last Realm“ klingt der 5. Streich aus dem (zum Glück nicht letzten) Keyboard-Reich von ALFRED MUELLER sehr rhythmisch aus.

Und damit wären wir wieder bei dem Geheimnis hinter „Pandromania“!? Ein seltsamer Titel! Was wohl verbirgt sich hinter diesem Fantasiewort?
Diese Frage ging mir einfach beim wiederholten Hören der CD nicht aus dem Kopf. Doch wofür gibt’s eigentlich Facebook? Auch ALFRED MUELLER ist darin sehr aktiv und lädt regelmäßig aus seinen bis dato 12 SONIQ THEATER-Alben die verschiedensten, keinerlei Chronologie folgenden Stücke hoch, sodass sich jeder sofort ein Bild (oder besser Ton) davon machen kann, was gerade so auf dem Spielplan steht. Facebook hat aber auch einen weiteren Vorteil. Man kann sofort mit seinem virtuellen Gegenüber in Verbindung treten und die einen kritischen Musikjournalisten quälenden Fragen loswerden.

Darum kommt hier die Antwort, die ich zugleich als FAZIT formulieren will:
Pandromania“ ist ein Neologismus (Wortneuschöpfung) des Musikers, der dabei die beiden Worte Panorama und Romania miteinander kombinierte. Aus gutem Grunde, denn ALFRED MUELLER ist in Rumänien geboren und verbrachte dort seine ersten acht Lebensjahre – er trägt also so eine Art wildes musikalisches Zigeunerblut in sich, das sich über seine Finger nun Jahr für Jahr auf den Keybaordtastaturen austobt! Besonders wichtig für seine persönliche „Schicksalssinfonie“ waren ihm hierbei „Karma“, „Pandromania“ und „Wheels Of Fortune“ - das hört man nicht nur, sondern sieht es auch ganz im muellerschen Sinne als Kopfkino.
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Thoralf Koß (Info) (Review 2420x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Karma
  • Miles Beyond
  • Steve's Dream
  • Deep Space
  • Pandromania
  • Lovely Lady
  • Wheel Of Fortune
  • Adagio In G
  • Pulsar
  • Flamingo
  • Last Realm

Besetzung:

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