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Årabrot: Årabrot (Review)

Artist:

Årabrot

Årabrot: Årabrot
Album:

Årabrot

Medium: CD
Stil:

Noise / Experimental

Label: Fysisk Format
Spieldauer: 37:48
Erschienen: 16.08.2013
Website: [Link]

ÅRABROT sind ein typischer Norwegen-Hype; den Grammy dort oben einzusacken ist ebenso leicht, wie eine Chartspitze oder Goldene Schallplatte zu erzielen, aber sei es drum: Ihr selbstbetiteltes Album ist das wahrscheinlich zudringlichste ihrer Karriere und muss nicht mit den zahlreichen Gästen Aufmerksamkeit heischen, die sich bei Kjetil Nernes eingefunden haben, als sich der Vordenker in eine alte Kirche zurückzog, um seinen Noise Rock der etwas anderen Art für 2013 klarzumachen.

Überkandidelte Vocals und fragmentarisch anmutende Songstrukturen, die letztlich dennoch aufgehen, kennzeichnen das Projekt seit je, bloß dass die letztjährige EP so ungenießbar und eher geräuschvoll war, dass man diese bestechend hervorgekehrten Qualitäten fast zu vergessen drohte. Heuer ist alles wieder im Lot und noch besser: ÅRABROT haben ein paar relative Hits auf ihrem Konto verbucht, etwa das hypnotisierende "Throwing Rocks At The Devil" und "The Horns Of The Devil Grow" (geiles Break in Form des imitierten Tickens einer Bombo nebst Explosion) Flüstern und perkussives Schlagzeugspiel charakterisieren "Ha-Satan Dêofol" neben einer mantrischen Gesangsmelodie, was es gewissermaßen gemeinsam mit dem Abschluss "Mænads" zum klammernden Element von "Årabrot" macht.

Stimmexperimente ("Blood On The Poet" hat etwas von Mike Pattons schlimmsten Solowerken) stehen ebenso an der Tagesordnung und machen die vernachlässigbare Seite der Band aus, aber das gegrölte "Arrabal's Dream" klingt auf positive Weise, als litten OCTOBER FILE unter Fallsucht. Dabei überhört man fast, dass ÅRABROT einen pervers guten Groove spielen können, wenn sie denn einmal dazu bereit sind, statt sich wie in "Blood On Bunny" andauernd selbst zwei Beine zu stellen. So ist immer noch nicht alles Gold, was glänzt ("Drawing Down The Moon" fehlt die rechte Idee), aber wer im Bereich noisiger Avantgarde darf sich schon anmaßen, einen runden Klassiker im herkömmlichen Sinn verbrochen zu haben? Eben.

Um diese Combo gut zu finden, muss man weder beachten, dass Laura Pleasants von KYLESA, dazu Mitglieder von MADRUGADA und SERENA MANEESH mitgeholfen haben, noch dem prätentiösen Überbau (Inspiration aus dem Surrealismus des frühen 20. Jahrhunderts und dergleichen) weiter auf den Grund gehen. Den Anfang einer Freundschaft begeht man vielleicht mit dem zermalmenden "The Bitter Tears Of Könt".

FAZIT: ÅRABROT sind garstig und unbequem, ein Fest für die Abteilung KARP oder TERRA TENEBROSA und SWITCHBLADE, um in Skandinavien zu bleiben, aber auf ihrem aktuellen Album so zugänglich wie nie. Obacht allerdings, denn das bedeutet immer noch, dass man sich flugs blutige Ohren geholt hat. Intensive, krasse Scheiße ohne Pose ist selten geworden.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4590x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Ha-Satan Dêofol
  • Throwing Rocks At The Devil
  • Arrabal's Dream
  • Blood On The Poet
  • Dedication
  • Blood On Bunny
  • Drawing Down The Moon
  • The Horns Of The Devil Grow
  • The Bitter Tears Of Könt
  • Mænads

Besetzung:

  • Gesang - K:N
  • Gitarre - K:N
  • Schlagzeug - Marakel

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