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KMFDM: Kunst (Review)

Artist:

KMFDM

KMFDM: Kunst
Album:

Kunst

Medium: CD
Stil:

Industrial Rock

Label: Dependent / Alive
Spieldauer: 46:49
Erschienen: 01.03.2013
Website: [Link]

KMFDM steht für "Kill MotherFucking Depeche Mode" - das hat man früher schon mal unwissenden Journalisten erzählt und greift das lässig-provokant im Titeltrack und Opener von "Kunst", dem 18. Album der Industrial-Rock-Pioniere um Sascha Konietzko, wieder auf. Das Coverartwork, wie üblich erstellt von Aidan "Brute!" Hughes ziert eine barbusige Amazone, die an einem Kreuz sägt - in Verbindung mit dem Songtitel "Pussy Riot" ist klar, dass das Album eine Sympathiebekundung gegenüber der russischen Aktivistinnen sowie der ukrainischen FEMEN-Bewegung darstellt. Was angesichts der bekannten politischen Ansichten der Band nicht überraschend ist.

Gleiches gilt für die Musik. An ihrem ureigenen, unverkennbaren Sound hat die Band natürlich nichts verändert und so bekommt man genau das, was man erwartet: treibenden Industrial Rock mit coolen Gitarrenloops und pluckernden Sequencern. Wie üblich teilen sich Sascha und Lucia Cifarelli den Gesang, dabei fällt jedoch auf, dass Lucias Passagen ein bisschen lustlos, ungewohnt schüchtern und wenig energisch wirken. Das hat zur Folge, dass die Songs, bei denen sie mehr singt, nicht so richtig zünden und nicht über den Status von ganz ordentlichen KMFDM-Standards hinauskommen. Anders sieht es bei den Songs aus, in denen Saschas Stimme das Zepter in der Hand hält, die knallen nämlich zumeist mit hohem Energielevel aus den Boxen. Was vom druckvollen, offenen Sound gut unterstützt wird.

Dem gelungenen Opener, der vor Selbstzitaten nur so wimmelt folgt mit "Ave Maria" ein deutlich schwächerer Song, der erst zum Ende hin an Intensität zulegt. Das druckvoll-aggressive "Quake" danach ist kein Hit, geht aber gut ab. Ins Stutzen kommt man beim Riff von "Hello", das einem irgendwie bekannt vorkommt. Nach längerem Kramen im Langzeitgedächtnis stellt man dann fest, dass es frappierende Ähnlichkeit mit dem Riff des 1994er H-BLOCKX-Hits "Move" hat. Der starke Song spielt mit laut/leise-Dynamik, im rabiaten Refrain erinnert das Geschrei an MARILYN MANSON. "Next Big Thing" kommt mit ultrafetten Bassbeats daher, die von den Gitarrenslides kontrastiert werden, ebenfalls eine starke Nummer. Entgegen der Erwartung ist "Pussy Riot" kein Hit und kommt etwas zahnlos daher - die Wut der besungenen Gruppe wird lediglich angedeutet. Im weiteren Verlauf bleibt "Kunst" solide, aber auch ein bisschen unspektakulär, lediglich das abschließende "I ♥ Not" ist wiederum ein auffälligere Song.

FAZIT: Große Kunst ist es nicht, was KMFDM mit ihrem neuen Album abliefern, zumal auch die Hitdichte nicht allzu hoch ist. Als Anhänger der Band wird man durchaus zufrieden gestellt, aber an die kreative Hochzeit Mitte der 90er können KMFDM heutzutage nur noch ansatzweise anknüpfen. Vielleicht würde eine leichte Modernisierung des Bandsounds hier in Zukunft Abhilfe schaffen.

Andreas Schulz (Info) (Review 3969x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Kunst
  • Ave Maria
  • Quake
  • Hello
  • Next Big Thing
  • Pussy Riot
  • Pseudocide
  • Animal Out
  • The Mess You Made
  • I ♥ Not

Besetzung:

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