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Mechanical Bird: Bitter Herbs (Review)

Artist:

Mechanical Bird

Mechanical Bird: Bitter Herbs
Album:

Bitter Herbs

Medium: CD
Stil:

Psychedelic Folk für Pilzfreunde statt Danish Dynamite

Label: VME / Soulfood
Spieldauer: 45:42
Erschienen: 04.10.2013
Website: [Link]

Schnell noch einmal das seltsame Digi-Pack zur Hand genommen, das Booklet durchgeblättert und nach dem Entstehungsjahr von „Bitter Herbs“ gesucht. Das Teil muss aus den 60ern oder vielleicht 70ern stammen – aber die Gegenwart klingt doch anders. STEELEYE SPAN, LINDISFARNE, PENTANGLE oder FAIRPORT CONVENTION sind eigentlich längst Vergangenheit. Die gehören doch einer Zeit an, in der man unbeschwert seine Musik in aller Öffentlichkeit gemeinsam mit einer besonderen Pilzsorte genießen durfte.

Aber nein – es gibt keinen Zweifel: MECHANICAL BIRD sind 2013er Gegenwart und hoffentlich auch eine ergiebige Musik-Zukunft. Da können ihre Texte auch noch so viele religiöse und spirituelle Botschaften verbreiten. Die Musik macht textliche „Oh Lord“- und „Look to the sky for the spirit to rise“-Gesänge glücklicherweise locker wett. Wer solche religiösen und auch esoterische Lyrik-Bretter bohrt, der sollte nicht auch noch Kirchenmusik dazu machen, sondern mehr was für die Psyche. Eben so eine Art Musik, die eine ähnlich Stimmung wie damals eine Portion bestimmter Pilze hervorrief.
Psychedelic Folk & Rock eben!

Hier also kommt „Bitter Herbs“!
Ein Album, das sich ganz locker in die „New Weird America“-Bewegung, also das neue, bewegte Amerika einordnen ließe und neben solchen jungen Größen wie DAVENDRA BANHART, JOANNA NEWSOME und COCO ROSIE einen würdigen Platz einnehmen könnte. Nur leider ist solche Einordnung absolut nicht möglich! Das liegt nicht etwa an der beeindruckenden bis wundervoll verspielten Musik auf „Bitter Herbs“, die psychedelischen Folk der 60er- und 70er-Jahre in das 2013er Zeitalter holt, sondern daran, dass wir es bei MECHANICAL BIRD nicht mit Amis, sondern waschechten Dänen zu tun haben. Aber vielleicht leiten sie mit dieser Musik ja eine „New Weird Danish“-Bewegung ein. Verdient hätten sie es jedenfalls.

Flöten, Harmonium, Orgeln, Duduk, Sitars, Omnichord, Mandolinen, Violinen, singende Sägen, Percussion aller Arten und vieles mehr gibt es, immer schön psychedelisch verspielt, aber auch mal richtig poppig klingend, auf dieser CD zu hören. Hinzu kommen die sehr unterschiedlichen Gesänge des Sextetts, die in jedem Song immer auf ihre eigene Art verschiedene Reize ausüben. Mal erinnern sie an DONOVAN, auf „A Lilac Scent“ im Duett sogar an „Where The Wild Flowers Grow“ von NICK CAVE & KYLIE MINOGUE und ganz oft auch an SIMON & GARFUNKEL oder McDONALD & GILES.

Übrigens hatte auch ich als Kind früher diese blechernen Hüpfvögelchen, die man an einem weißen Rädchen aufzog und die dann wild pickend über den Tisch hüppelten, wobei sie ganz seltsame Geräusche von sich gaben. Ich liebte dieses kalte, mechanische Vieh irgendwie, selbst wenn es mir manchmal sogar auf die Nerven ging. Genauso geht es mir mit „Bitter Herbs“ von MECHANICAL BIRD.

FAZIT: Psychedelischer Folk und Rock klassischer, aber auch moderner Ami-Prägung - direkt aus Dänemark. Wenn das nichts ist!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2832x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seven Valleys
  • Bitter Herbs
  • A Lilac Scent
  • Tamarisk Tree
  • Silvery Coffer
  • The Incredible Sadness
  • Like Almond
  • Esau
  • The Seas Will Turn Against Me
  • Hyssop
  • Caravan

Besetzung:

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