Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Sunchild: Synesthesia (Review)

Artist:

Sunchild

Sunchild: Synesthesia
Album:

Synesthesia

Medium: CD
Stil:

Melodischer Art Pop

Label: Caerllysi Music
Spieldauer: 47:04
Erschienen: 29.05.2015
Website: [Link]

Der Ukrainer Antony Kalugin tanzt auf vielen Hochzeiten, doch anders als im Falle Steven Wilsons hat sich dies noch nicht über die gewählte Tanzfläche hinaus herumgesprochen. Neben SUNCHILD, die ursprünglich als ANTONY KALUGIN PROJECT firmierten, steht der umtriebige Musiker noch KARFAGEN, HOGGWASH und AKKO vor, und produziert unter eigenem Namen New-Age-Musik. Fast zwanzig Alben sind auf diese Weise und in unterschiedlichen Manifestationen entstanden, wobei KARFAGEN und SUNCHILD mit je sechs Veröffentlichungen im Zentrum des Kaluginschen Schaffens stehen.

Vernahm Kollege Schiffmann auf dem 2011er Output Einflüsse von GENTLE GIANT und KING CRIMSON, ist 2015 davon nichts mehr übrig geblieben. „Synesthesia“ präsentiert gefälligen, melodischen Prog-Pop, der eine gute Dreiviertelstunde einschmeichelnd und unspektakulär dahin fließt. Die Produktion ist ordentlich, mit fetten Bässen und warmen Höhen, lediglich der aktuelle Sänger John Sleeper (ein ziemlich unbeschriebenes Medienblatt) wurde etwas zu weit in den Vordergrund gemischt. Da er aber eine sonore Stimme besitzt, irgendwo zwischen Yogi Lang („Outer Space“ klingt zudem wie eine RPWL-Ballade) und Marco Glühmann, fällt das nicht allzu stark ins Gewicht.

Die Songs sind keyboardlastig, mitunter ein wenig theatralisch, aber nicht unangenehm („Breath“), melodiös ohne Hang zu Härte. Ein sentimentales, freundliches, gelegentlich etwas zu träge dahinplätscherndes Album, das von seiner Grundstimmung her an die niederländischen KAYAK und ANTHONY PHILLIPS zur „Sides“-Phase (insbesondere „Bleak House“ und „Sister Of Remindum“) erinnert. Was auch den Progfaktor betrifft, der nicht besonders hoch ist. Kommt eklatant bei „The Reason Why“ zum Tragen, das mit seinen „Hoho hohohoho“-Chorussen fatal an ähnlich euphorisch säuselnde COLDPLAY-Titel erinnert. Wenn es nicht gerade Richtung Mitnick-AOR kippt. Mal was anderes. Ob gut anders wird später entschieden.

Etwas progaffiner sind das kantige Titellied, das getragene, rundlaufende „Glimpse Of Love“, das leider viel zu kurze „Breath“ und das glänzende Instrumental „V’uga (Blizzard)“, ein Äquivalent zum oben erwähnten „Sister Of Remindum“ von Herrn Phillips. Hätte ruhig mehr von alldem sein können.

FAZIT: Angenehm unaufgeregtes Album, das zwar nicht vor spektakulären Höhepunkten birst, aber als kleiner Snack immer wieder taugt. Neben schlappen Momenten gibt es etliche Hinhörer sowie burleske Ideen. Unterhaltsam ist gerade dies allemal.

PS.- Ein Exkurs: Ich weiß, das Mäkeln ist nicht neu, aber die Frage ist wieder SO offensichtlich: Warum haben gerade Musiker aus dem Progressive- und Art-Rock-Umfeld eine solche Neigung zu billig aussehenden Photoshop-Covern?

Steve Hackett gelang es sogar, die Aufnahme eines professionellen Fotografen samt echten Wölfen wie einen billigen Fake aussehen zu lassen. Was dem Hackett seine Wölfe, ist dem Kalugin ein Zebra. So wird bei dem abgedunkelten Effektgewitter gemutmaßt. Könnte auch ein Reh auf dem Zebrastreifen sein oder eine angemalte Giraffe mit zu kurzem Hals. Ist irgendwie auch egal. Und fürchterlich. Da lobe ich mir doch Krickelkrakel a la Frank Carducci. Och nö, das nun doch nicht.

Mag sein, dass in Zeiten des Streamings und der digitalen Downloads Cover- und Bookletgestaltung nicht mehr von Interesse ist. Bei Büchern interessiert es mich auch wenig, bei musikalischen Erzeugnissen schon eher. Gerade, weil in der Vergangenheit so viel künstlerische Qualität – und mit Verve zu diskutierendes – Cover-Artwork, besonders im Prog, möglich war. Roger Dean, Storm Thorgerson und Hipgnosis, Paul Whitehead, Ed Unitsky, dem Steven Wilson seine Grafik-Abteilung (geleitet und abgesegnet von Steven Wilson, Steven Wilson und Steven Wilson) existierte. Von den wunderbaren, stimmungsvollen Blue Note-Covern gar nicht gesprochen. Die haben aber nichts mit Prog am Hut.
Dann kam „Love Beach“.

Jochen König (Info) (Review 2700x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Synesthesia
  • The Chosen One
  • Outer Space
  • Space Out (part 1)
  • Glimpse of Love
  • You`re Near
  • Breath
  • V`uga (Blizzard)
  • The Reason Why
  • Follow Your Heart
  • Space Out (part 2)
  • Space Out (part 3)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Musikreviews.de - Webzine für Metal, ___ und Rock.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!