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Circuline: Counter Point (Review)

Artist:

Circuline

Circuline: Counter Point
Album:

Counter Point

Medium: CD
Stil:

Modern Cinematic Progressive Rock

Label: Eigenvertrieb / Just For Kicks
Spieldauer: 67:14
Erschienen: 21.10.2016
Website: [Link]

Counter Point“ von CIRCULINE ist so ein klassisches Prog-Album, zu dem man als Musik-Kritiker kaum große Worte verlieren braucht, denn allein die beteiligten Musiker sprechen eine dermaßen deutliche Sprache und garantieren eine außergewöhnliche Prog-Qualität, dass es eine wahre Freude ist, jede einzelne Minute dieser über einstündigen progressiven Achterbahnfahrt zu genießen.

Beginnen wir also mit den Namen der sieben (!!!) Gast-Gitarristen, die „Counter Point“ veredeln – oder besser mit den Bands, bei denen sie sonst ehemals oder noch aktiv sind/waren: ENCHANT, FRIGHT PIG, RENAISSANCE, DAVE KERZNER, THE FRINGE, HAPPY THE MAN, OBLIVION SUN, GLASS HAMMER, SOUND OF CONTACT, LO-FI RESISTANCE, FIREBALLET! Allein bei der ehrfürchtigen Nennung all dieser Namen ist wohl klar, in welche Richtung dieses Album geht – klassischer Prog zwischen Retro-, Art-, Jazz- und Melodic-Rock, der regelrecht cineastische Leinwand-Sounds und Prog-Epen wie Kurzfilme entwickelt, die musikalische Spannungen aufbauen, wie wir sie ganz ähnlich von den frühen YES kennen, aber genauso auch von KING CRIMSON. Noch dazu kommt, dass Sänger WILLIAM SPILANE mindesten ein Stimmband von JON ANDERSON geerbt haben muss und Sängerin NATALIE BROWN mit ihrer wundervollen Stimme diesem vokalen Genuss noch eine weibliche, erhebende Klang-Farbe hinzugefügt. Doch im Mittelpunkt dieses Albums stehen die Instrumentalisten, welche für den wahren Hochgenuss sorgen!

Hervorgegangen aus der Prog-Rock-Tribute-Band DOWNING GREY, die ELP‘s „Tarkus“ genauso leidenschaftlich coverten wie „In The Dead Of Night“ von U.K. starteten CIRCULINE 2014 als eigenständige Prog-Größe durch, veröffentlichten bereits ein Jahr später ihr Debüt „Return“ und legen nun mit „Counter Point“ ihr zweites Album vor, das zwar ein hässliches Cover, dafür aber richtig guten Prog aufzuweisen hat. Prog, der, wie man es von ehemaligen Cover-Bands gewöhnt ist, natürlich viele Parallelen zu den ehemals gecoverten Vorbildern aufweist. Für olle Prog-Head-Nostalgiker wird so „Counter Point“ zu einer echten Entdeckung beim Wühlen in ihrer Prog-Musik-Erinnerungen-Kiste. Aber überrascht wird man wohl auch feststellen, dass sehr viele elektronische und zugleich psychedelische Sounds „Counter Point“ bereichern, wie beispielsweise „Erosion“ oder die Eröffnung des Albums mit „New Day“, welche zusätzlich mit Stimmen aus dem Orbit angereichert sind. Wenn wir so in den neuen Tag gestartet sind, wartet auf uns gleich die unheimlich progressive, akustisch und elektr(on)isch gestellte Frage „Wer bin ich?“. Ein aus der Zeit gefallener Proggie müsste wohl die Antwort lauten. Und wo wir leben, wird uns schon mit dem nächsten Stück klar gemacht, zu dem wir auch „YES we can!“ rufen können, nämlich auf dem „Forbidden Planet““.

In solch schöner Prog-Regelmäßigkeit entwickelt sich das gesamte Album – natürlich mit all den zusätzlichen grandiosen Gast-Gitarristen-Beiträgen als besonderes Prog-Sahnehäubchen, das für jede Menge Gitarrero-Abwechslung sorgt – zu einer spannend-komplexen Entdeckungsreise bis zum „Kontrapunkt“ progressiver Erinnerungsschnipsel, bei denen hinter „Nautilus“ auch eine ganz deutliche RUSH-Prise aus unseren Boxen pfeffert.

So wird „Counter Point“ zu einer gelungenen Reise in den progressiven Circ(u)l(in)e eines spannenden Prog-Sextetts, das sich mit sieben Gitarristen der Prog- und Jazz-Szene verstärkt und für reichlich musikalische Abwechslung und herrliche Soli sorgt. Allein der neu zur Band hinzugekommene BELEDO besticht als hervorragender Saiten-Virtuose, was nicht verwundert, denn sein erst vor kurzem erschienenes Solo-Album „Dreamland Mechanism“ war bereits ein kleines Meisterwerk!

FAZIT: Mit „Counter Point“ legen CIRCULINE ein retroprogressives Kleinod voller elektronischer Überraschungen und Sound-Collagen vor, die uns zwischen den vielen Longtracks immer wieder die Zeit einräumen, darüber nachzudenken, an welche faszinierende Band aus den Sechziger oder Siebzigern uns ihr „Modern Cinematic Progressive Rock“ erinnert – als da wären garantiert YES und RUSH und viele, viele mehr.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1244x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • New Day
  • Who I Am
  • Forbidden Planet
  • Hollow
  • Erosion
  • Nautilus
  • Stay
  • S.O.A.
  • Inception
  • Summit

Besetzung:

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