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Benny Andersson: Piano (Review)

Artist:

Benny Andersson

Benny Andersson: Piano
Album:

Piano

Medium: CD
Stil:

Klassisches Piano zwischen ABBA und Musical

Label: Mono Music/Deutsche Grammophon GmbH
Spieldauer: 76:50
Erschienen: 29.09.2017
Website: [Link]

„Viel mehr als nur ABBA“ - so heißt es im Begleittext des 28seitigen Booklets, der dort gleich in vier verschiedenen Sprachen (Schwedisch, Englisch, Deutsch und Französisch) nachzulesen ist.

Aber eigentlich ist es viel weniger als ABBA, denn auf dem beim Klassik-Riesen „Deutsche Grammophon“ erschienenen Piano“-Album mit und von BENNY ANDERSSON gibt‘s nur einen Mann, Musiker, ABBA-Mitglied und sein Piano zu hören, der statt Pop mit Millionengarantie ein klassisches Klavier – das Fazioli Grand Piano F212 – auf seine ganz eigene, größtenteils sehr ruhig-verträumte, balladeske Art erklingen lässt und genau den idealen Musik-Hintergrund für das gerade regnerische, etwas bedrückende Herbst-Wetter vor Tür und Fenster schafft.

Grundlage für seine Piano-Stücke sind dabei neben ABBA-Songs oder seiner „Chess“- und „Christina Fran Duvemala“-Musicals auch Titel seiner weniger bekannten Solo-Alben. Echte Klassiker gibt es dagegen nicht – auch wenn man sich bei der Art seines Klavier-Spiels durchaus an J.S. Bach erinnert fühlt (Andersson: „Meine Liebe zu Bach ist tief und mächtig, und sie wird niemals enden.“) – was einen mehr als guten Grund hat. Andersson spielt aus dem Gefühl heraus (Und behauptet dabei sogar, Noten weder lesen noch schreiben zu können!), aber nicht klassische Partituren herunter. Er ist kein wirklicher Pianist, der die komplexesten Fingerläufe und Verrenkungen über die schwarzen und weißen Tasten beherrscht, sondern ein Musiker für Gefühl und Leidenschaft, der beides auf „Piano“ erklingen lässt. Es sind seine eigenen Kompositionen – mit echtem Ohrwurm-Charakter – die das Album ausmachen und nicht das durchlaufene Studium und stundenlange tägliche Üben eines klassischen Pianisten. Gerade dadurch gewinnt man auch als „Nicht-Klassik-Erprobter“ schnell Zugang zu den 77 Piano-Minuten auf der CD, die sicher, ohne dass es einem BENNY ANDERSSON verübeln würde, auch ideal als Hintergrundmusik für einen romantischen Abend bei Kerzenschein taugen.
Nein, garantiert verübelt er es einem nicht, denn seine eigenen Worte zu guter Musik klingen sogar so: „Wenn du Songs für Hochzeiten, Beerdigungen und Strip-Clubs schreibst, hast du alles richtig gemacht.“

Na also!
BENNY ANDERSSON hat alles richtig gemacht, auch mit seiner Entscheidung, auf diesem Album ganz allein seinen Gefühlen und Kompositionen zu ABBA- und Musical-Songs am Fazioli Grand Piano F212 freien Lauf zu lassen.

Natürlich kommen auch die ABBA-Freunde zumindest bei dem 28seitigen Booklet auf ihre Kosten, denn hier gibt es neben den mehrsprachigen Begleittexten sehr schöne, rare Fotos von Andersson und ABBA zu sehen, die chronologisch angeordnet sind und 1955 mit ihm als kleinen, sechsjährigen Jungen mit Schifferklavier beginnen und im Jahr 2017 am Flügel enden.

FAZIT: Ein sehr eingängiges, zwar nicht poppiges, dafür aber in ruhigen Pop-Melodien schwelgendes „Piano“-Album, das vielleicht dem einen oder anderen Pop-Fan, der Klassik nur als antiquierte Musiksparte für pseudointellektuelle Schöngeister versteht, den Zugang zu „reiner Klaviermusik“, welche sich nicht in wilden Partituren präsentiert, eröffnet und erleichtert. Oder um es mit dem letzten Satz im Booklet zu „Piano“ auszudrücken: „Es ist höchste Zeit, dass seine Fans in aller Welt auch den Pianisten in BENNY ANDERSSON entdecken.“ [Album bei Amazon kaufen]

Thoralf Koß (Info) (Review 331x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • I Let The Music Speak
  • You And I
  • Aldrig
  • Thank You For The Music
  • Stockholm By Night
  • Chess
  • The Day Before You Came
  • Someone Else‘s Story
  • Mittnatsdance
  • Malarskolan
  • I Wonder
  • Embassy Lament
  • Anthem
  • My Love, My Life
  • Mountain Duet
  • Flickornas Rum
  • Efter Regnet
  • Tröstevisa
  • En Skrift I Snön
  • Happy New Year
  • I Gott Bevar

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Piano (2017) - 11/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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