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Ephemeral Sun: Lord Of Hounds (Review)

Artist:

Ephemeral Sun

Ephemeral Sun: Lord Of Hounds
Album:

Lord Of Hounds

Medium: CD
Stil:

Instrumental Symphonic Prog Rock / Metal

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 42:57
Erschienen: 06.06.2017
Website: [Link]

Nein, übertriebene Hektik ist nicht das Ding von EPHEMERAL SUN. „Lord Of Hounds“ ist zwar erst das dritte Album in 15 Jahren Bandgeschichte, dafür jedoch einmal mehr ein absolutes hörenswertes – Vorliebe für kreativen Instrumental Rock wie sphärischen Symphonic Metal vorausgesetzt.

Es mag zunächst beunruhigen, dass sich das Quartett aus Northern Virginia nach eigenen Angaben vornimmt, den uns umgebenden Stress zu vertonen, doch bereits das eigenwillige Cover deutet darauf hin, dass hier auch Humor im Spiel sein könnte. "Lord Of Hounds" sei "die vertonte Verkörperung all dessen, was uns im Leben runterzieht, sei es nun greifbar oder auch nicht. Eine unvermeidbare, unausweichliche Abrechnung, welche dich beim Zu-Bett-Gehen begleitet und gleich beim Aufwachen wieder begrüßt. Das neue Album von EPHEMERAL SUN ist eine Karikatur dieses Stresses in fünf Dimensionen." (so zumindest steht es auf der Homepage der Band)
Ich wage zu bezweifeln, ob diese alles andere als kuschelige Beschreibung ihrer Musik verkaufsfördernd ist – und ich wage zu widersprechen: Sooo nervös, hektisch oder gestresst klingen die allesamt mit hörbarem Spaß an der Freude eingespielten Kompositionen nicht, im Gegenteil: Anno 2017 darf Keyboarder John Battema "What We Should Have Said" in der Mitte des Albums bedächtig einleiten, während sich Brian O’Neill mit der Gitarre unauffällig an die sanften Melodien anschmiegt, und das Lied über mehr als fünf Minuten nur gemächlich Fahrt aufnimmt. Stress? Mitnichten. Das heißt nicht, dass EPHEMERAL SUN das Rocken verlernt hat, wie die Band bereits mit dem Opener "Discordance" verdeutlicht, der in knapp neuneinhalb Minuten die ein oder andere Soundwand aufbaut und wieder einreißt. Auch der Titeltrack knüpft an diese dichte Inszenierung mit griffigen Riffs an, und vor allem John Battemas Melodieführung lässt punktuell an die norwegischen Sternenforscher mit ihrem Hang zum Absurden erinnern.
Ein Kritikpunkt im eigentlichen Sinn lässt sich nicht ausmachen, allerdings weckt "Lord Of Hounds" in der Tat Erinnerungen an das überragende Debut Album "Broken Door" (2004), welches noch mit Ausnahme-Sängerin Laurie Ann Haus aufgenommen wurde. Ob die mitunter dramatischen Inszenierungen von heute mit (ihrem) Gesang harmonieren würden? Es scheint mir gut vorstellbar. Im direkten Vergleich mit den Überfliegern von Universe 217 würden die Amerikaner durch diese Quasi-Leerstelle in ihrer Musik auf einen souveränen zweiten Platz verwiesen.
Doch es ist nicht so, als ob es bei EPHEMERAL SUN an etwas Bedeutsamen fehlen würde: Die Band hat ein Album aufgenommen, das beim Hören den seltenen Eindruck vermittelt, den Musikern vor Ort im Proberaum beim inspirierten wie inspirierenden Zusammenspiel zu lauschen. Und ich möchte Vollblut-Musiker erleben, die bei „Kill Shelter“ nicht anerkennend zu wippen anfangen…

FAZIT: Mitreißend, aufwühlend und dennoch entspannend – ja, die Instrumentalmusik von EPHEMERAL SUN besticht mit mehrerlei Qualitäten. So klingt sie nie verkopft, sondern bei aller Kreativität gleich beim ersten Hören nachvollziehbar und bewegt mit starken Melodien und Rhythmen. Fans von Dream Theater, Opeth, King Crimson, ELP, Riverside und Arcturus dürfen sich nicht nur angesprochen fühlen, sondern sollten sich das Album in einer ruhigen Stunde anhören. Es lohnt sich. Versprochen. Und nein, es zieht nicht runter.

Thor Joakimsson (Info) (Review 2800x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Discordance
  • Kill Shelter
  • What We Should Have Said
  • Lord Of Hounds
  • Stay Down

Besetzung:

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