Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Gamma Ray: Land Of The Free - Anniversary Reissue (Review)

Artist:

Gamma Ray

Gamma Ray: Land Of The Free - Anniversary Reissue
Album:

Land Of The Free - Anniversary Reissue

Medium: CD/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: earMusic / Edel
Spieldauer: 94:37
Erschienen: 29.09.2017
Website: [Link]

Zum verspäteten 25. Geburtstag - Kai Hansens Debüt, das zunächst als Soloalbum vorgesehen war, erschien 1990 unter dem Titel "Heading For Tomorrow" und markierte den Beginn der Profikarriere des ehemaligen TYRAN'-PACE-Sänger Ralf Scheepers - und gilt heute zu Recht als Klassiker, dem GAMMA RAY nichts Ebenbürtiges folgen ließen, bis der Frontmann seinen Hut nahm. Daraufhin ergriff der Gitarrist und Hauptkomponist die Flucht nach vorn und übernahm erstmals seit HELLOWEENs "Keeper Of The Seven Keys - Part I" wieder das Mikrofon für ein gesamtes Album. Es hieß "Land Of The Free", war ein wirklicher Befreiungsschlag und erscheint nun in einer erweiterten, klanglich nachbearbeiteten Version neu.

Die Platte mit dem vielsagenden Titel erschien am 29. Mai 1995 in einem für traditionellen Metal unwirtlichen Klima. Während GAMMA RAY in Asien ungebrochene Erfolge feierten, nahm der Westen Old School allenthalben mit einem müden Lächeln zur Kenntnis, gleichwohl langsam ein Aufwind durch die Szene ging, den man auch beim Hören dieser Songs spürt(e). Hansen setzte quasi alles auf eine Karte, als er das Frontruder wieder an sich riss (der im Stuttgarter Raum ansässige Scheepers ging, weil er nicht zum Rest der Band nach Hamburg ziehen wollte und sich um die Halford-Nachfolge bei JUDAS PRIEST beworben hatte) und mit seinen neuen Kompositionen noch einmal die Jugendlichkeit der frühen HELLOWEEN-Werke einfing.

Dadurch, dass der Smasher 'Time To Break Free' mit Kiske realisiert wurde, wollten sich Klatschtanten bestätigt wissen, die alte Band finde sich wieder in ihrer kultigsten Besetzung zusammen, doch Pustekuchen: GAMMA RAY blieben der Metal-Welt nach diesem Geniestreich von Album erhalten, bloß dass Kai darauf mit der Vergangenheit aufräumte ('Afterlife', ein Tribut an HELLO-Trommler Ingo Schwichtenberg, der kurz zuvor Suizid begangen hatte) und einen selbstbewussten Blick in die Zukunft warf.

Hansi Kürsch von BLIND GUARDIAN, der u.a. beim rührenden 'Farewell' untermauerte den nachhaltigen Eindruck, "Land Of The Free" sei eine Standortbestimmung für teutonischen Stahl mit Kampfansage. So bestechend wie hier sollte deutscher Heavy Metal lange nicht daherkommen, falls es seitdem überhaupt noch einmal geschehen ist. Wer es noch nicht weiß: Die Digipaks mit neu gestalteten Layouts machen einiges her, und das Tonmaterial wurde von Eike Freese (hauptamtlich bei DARK AGE, mittlerweile versierter Studio-Betreiber) neu gemastert, was man zwar bemerkt, aber nicht zwingend braucht, wenn man die Originale kennt und schätzt, wobei sich die Frage stellt, ob Remastering bis auf wenige Ausnahmen (beispielsweise im Prog-Bereich) irgendeinen tieferen Nutzen haben.

Abgesehen vom über alle Zweifel erhabenen Hauptwerk enthält diese Neuauflage die gewohnte Bonus-CD, die in diesem Fall Songs der vergriffenen "Rebellion In Dreamland"-EP enthält (das HOLOCAUST-Cover 'Heavy Metal Mania' und eine Neueinspielung der Debüt-Ballade 'The Silence' mit Kais Leadstimme), ferner eine vorproduzierte Version von 'As Time Goes By' sowie erst kürzlich live in den Hamburger Chameleon Studios aufgenommene Instrumentalversionen vierer GAMMA-RAY-Standards. Diese sind wider Erwarten das Interessanteste an der zweiten CD, da sich die Arrangements abgesehen vom fehlenden Gesang erheblich von den Originalen unterscheiden.

FAZIT: Ein Klassiker in wunderschöner neuer Aufmachung mit reichlich Bonusmaterial der spannenden Sorte, während das Kernmaterial sowieso ganz, ganz weit oben auf der Liste der Classic-Metal-Pflichtalben steht - GAMMA RAYs "Land Of The Free" gehört nicht nur als Zenit des Schaffens der Band in jeden Hörerhaushalt, sondern auch als Beleg dafür, wie erhebend und lebensbejahend diese Art von Musik (ganz ohne Kitsch) sein kann. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 812x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • CD1
  • Rebellion In Dreamland
  • Man On A Mission
  • Fairytale
  • All Of The Damned
  • Rising Of The Damned
  • Gods Of Deliverance
  • Farewell
  • Salvation's Calling
  • Land Of The Free
  • The Saviour
  • Abyss Of The Void
  • Time To Break Free
  • Afterlife
  • CD2
  • Heavy Metal Mania
  • As Time Goes By (Pre-Production Version)
  • The Silence ’95
  • Dream Healer (Instrumental)
  • Tribute To The Past (Instrumental)
  • Heaven Can Wait (Instrumental)
  • Valley Of The King (Instrumental)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Welches Tier ist größer: Ameise, Chihuahua, Blauwal?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!