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I Am The Manic Whale: Gathering The Waters (Review)

Artist:

I Am The Manic Whale

I Am The Manic Whale: Gathering The Waters
Album:

Gathering The Waters

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenproduktion/Just For Kicks Music
Spieldauer: 68:06
Erschienen: 27.10.2017
Website: [Link]

Der erste Höreindruck: Dieser Wal ist nicht manisch, sondern in den Siebzigern gestrandet. Das bleibt auch so, denn da fühlen sich I AM THE MANIC WHALE wohl und kennen sich aus. Das zweite Album der britischen Band bietet wieder liebenswerten, melodischen Retroprog, der mal zum Hardrock mit satter Orgel rüber linst („The Man With Many Faces“) aber auch vor Gesangsharmonien nicht zurückschreckt, die an GENTLE GIANT, in einer Light-Version, gemahnen.

Allzu komplex wird es aber nicht, dafür bleiben die Songs zu gediegen und melodienselig. Wären KANSAS eine spätgeborene englische Combo ohne Violine, also etwa MIDDLESEX, würde die Musik vermutlich ähnlich klingen. Selbst eine finstere Geschichte wie „The Milgram Experiment“ zieht freundlich vorüber wie eine vergnügliche Landpartie, mit zackigen Rhythmen, forschem Gitarrenspiel und sattem Tasten-Einsatz.

„The Lifeboatmen“ ist die erste Überraschung, beginnt das Stück doch, nach einem elegischen Orgel-Intro, wie ein verschollener Joe Jackson-Song, der allerdings ganz schnell von einer Tullschen Flöte okkupiert wird. Der leichte Folk-Touch steht Band und Musik gut, doch bleibt der Song weitgehend jener gemütvolle und berechenbare Prog, den I AM THE MANIC WHALE so routiniert wie ansprechend beherrschen.

Stärkstes Stück des Album ist das dreizehnminütige, abwechslungsreiche „Strandbeest“, bei dem es offener zugeht als zuvor, das sich sogar kleine Experimente, unter anderem mit Anleihen beim Jazz, traut, die auf eine melodische Schräglage zusteuern. Kurz vor dem Sprung ins Chaos wird aber doch die Reißleine gezogen, und es geht mit Streicheleinheiten weiter. Spannend bleibt der Song allemal über seine nicht unbeträchtliche Laufzeit.

„I'll Interlude You In A Minute“ ist ein kurzes, akustisches Intermezzo, das zum längsten Track des Albums überleitet, der nochmal alle vorigen Trademarks aufweist, zwischen schmusig und dezenter Härte changiert, dabei nicht nur das Keyboardarsenal ordentlich fordert, sondern auch diverse Gitarren auspackt. Anheimelnder Prog mit etlichen Deja Vu-Momenten, bei denen sich der Hörer die Referenzen selbst aussuchen kann.

Obwohl das gesamte Programm nicht allzu anstrengend war, gibt es zum Abschluss eine getragene Ballade mit der schnullerbackigen Mesage: „Choose joy, choose love, choose life in all it‘s fullness. [..] We are salt, we are light, you are love. We have hope.“ Wir sind zwar auch Pfeffer, voller Dunkelheit, nicht immer liebevoll und sehen derzeit gerne schwarz. Aber nicht nur Neal Morse und Jon Anderson nicken begeistert. Okay, dann soll’s halt so sein. Joy, Love, Life, Hope. Gibt schlimmeres.

FAZIT: Auf ihrem zweiten Longplayer spielen I AM THE MANIC WHALE eine ansprechende Variante melodischen Retroprogs, der sattsam bekannt, aber höchst sympathisch, versetzt mit vielen kleinen melodischen Preziosen und knuffigen Einfällen, fast die gesamte Spielzeit vergnüglich unterhält. Klingt manchmal wie eine gutgelaunte Fingerübung der frühen SPOCK’S BEARD. Plus Flöte. Recht so.

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Jochen König (Info) (Review 811x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • The Man With Many Faces
  • The Milgram Experiment
  • The Lifeboatmen
  • Strandbeest
  • I'll Interlude You In A Minute
  • Stand Up
  • One (Hopeful Song)

Besetzung:

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