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Travis Larson Band: Anicca (Review)

Artist:

Travis Larson Band

Travis Larson Band: Anicca
Album:

Anicca

Medium: CD/Download
Stil:

Instrumentaler Progrock

Label: Precision Records
Spieldauer: 50:29
Erschienen: 28.10.2016
Website: [Link]

„Ass-whoopin, soul-boosting, brain-bursting guitar music and good ol'fashioned talent“, verspricht der Promotext, sei auf dem siebten Album des instrumentalen Trios um Travis Larson zu finden.
Und wirklich: Als jonglierten sie mit 30 Bällen, verweben die langjährigen musikalischen Weggefährten Melodien, sich schlängelnde Basslines und vertrackte, aber stets passende Beats miteinander.
Abwechselnd rockig, jazzig und atmosphärisch schaffen sie eine warme Sonnenuntergangs-Sommer-Stimmung: Wer schon immer mal eine hochglanzpolierte Fünf-Minuten-Prog-Version von John Frusciantes „Scar-Tissue“-Solo erleben wollte: „Golconda“ - here you go!

Es ist schwer, aus dem breiten Potpourri der zwölf Titel einen herauszugreifen, da sie einerseits im Kleinen sehr individuell umgesetzt sind und sich andererseits aus einer weiteren Perspektive betrachtet doch recht stark ähneln: Mal mehr in Richtung JEFF BECK mal mehr in Richtung RUSH lehnt man sich nie zu weit aus dem Fenster, experimentell und in diesem Sinne progressiv ist das nicht, was die TRAVIS LARSON BAND hier auf hohem Niveau betreibt; das kann man als solide und prinzipientreu bezeichnen oder etwas langweilig finden.

Exemplarisch sei hier der letzte Song „The Taking Place“ herausgegriffen: Die eingesetzten Background-Geigen lassen an THE WHO's „Quadrophenia“ denken, darauf räkelt sich eine sonnengereifte Gitarre um ein schön-gefälliges Thema, wobei die Tatsache, dass dieses Thema so schön und gefällig ist, dass es in einem Versicherungswerbespot nicht auffallen würde, nach mehrmaligem Hören doch etwas sauer aufstößt.

Der größte und leider beinahe ausnahmslos geltende Kritikpunkt betrifft jedoch einen noch allgemeineren Aspekt: Man sagt gerne, Musiker ließen ihre Instrumente für sich sprechen bzw. singen. Ihre Saiten ausdrucksvoll zum Schwingen bringen, können Travis Larson und Jennifer Young mit Sicherheit, nur: Was sie da zu erzählen haben, ist weit weg von spannend, denn schlicht allen Stücken fehlt so etwas wie eine Geschichte, die sie zu erzählen haben. So bleibt extrem wenig hängen von diesen immerhin 50 Minuten, in denen das Trio zwölfmal musikalische Motive ineinander verstrickt, meist ohne dass sich irgendeine Art von inhaltlichem Spannungsbogen offenbaren würde. 50 Minuten, in denen es viel zu oft scheint, man habe nach etwa vier Minuten einfach keine Lust mehr gehabt und der Angelegenheit mit einem lieb- und einfallslosen Fade-Out ein abruptes Ende bereitet.
So hat „Anicca“ bei aufmerksamem Hören weniger zu bieten, als es zunächst den Anschein hat – schade, denn so gelingt der TRAVIS LARSON BAND nur -

FAZIT: Ein leider recht entseeltes Prog-/Fusion-Rock-Album, das zwar (gerade als Nebenher-Hörerlebnis) höchst angenehm auf den Ohren liegt, für den, der noch etwas tiefer graben möchte, aber wenig bereithält.

Tobias Jehle (Info) (Review 2380x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Annica
  • Behind The Age
  • Snake Eyes
  • Golconda
  • Mercy Springs
  • Autopilot
  • Outside The In
  • A Pretty Reason
  • Pastime
  • Distance Between
  • K9360
  • The Taking Place

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Anicca (2016) - 9/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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