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Devin Townsend Project: Ocean Machine – Live at the Ancient Theatre Plovdiv (Review)

Artist:

Devin Townsend Project

Devin Townsend Project: Ocean Machine – Live at the Ancient Theatre Plovdiv
Album:

Ocean Machine – Live at the Ancient Theatre Plovdiv

Medium: CD+DVD
Stil:

Devin Townsend

Label: Inside Out
Spieldauer: 2:41:53
Erschienen: 06.07.2018
Website: [Link]

Die Live-Releases seines DEVIN TOWNSEND PROJECT hat der spielfreudige Kanadier schon immer zum Ausloten und Ausleben von Extremen instrumentalisiert. Halbe Sachen und Konventionen konsequent vermeidend schrieb sich das DTP nacheinander einen Endzeit-Kaffeklatsch mit Aliens („Ziltoid live at the Royal Albert Hall“) und ein grenzwertig wahnsinniges Zirkus-Musical („The Retinal Circus“) in die Vita. Und wenn die Aufführung von vier Alben an vier Abenden (mit vier Besetzungen) nur mit Hängen und Würgen gerade so gelingt, dann wird die Kollektion eben genau so genannt („By a thread“).

Trotz und wegen der hohen Erwartungen an DTP-Shows sorgte die Ankündigung, „Ocean Machine“ zum 20-Jährigen in voller Länge und mit Orchester darzubieten, vielerorts für nasse Höschen. Das antike Freilufttheater von Philippopolis (heute Plovdiv) sollte den gemessenen Rahmen bieten, außerdem durften von Fanseite Wünsche für den zweiten Teil der Setlist geäußert werden. Letzteres hatte zur Folge, dass sich auf den ersten beiden CDs der hier rezensierten „Nur Musik“-Ausgabe einige Stücke finden, die es bis dato nur sehr selten auf die Bühne geschafft hatten. So gehört neben den obligatorischen (und nichtsdestoweniger starken) neuen Stücken („Truth“, „Stormbending“, „Failure“) mit „Om“ sogar ein Stück von der Infinity-Begleit-EP „Christeen“ zur Setlist. Auch „A simple lullaby“ („Synchestra“) ist live alles andere als totgehört, und obwohl die ganz großen Momente des Abends vielleicht woanders zu finden sind, erfüllt das Konzert mit diesen Raritäten sicher den einen oder anderen Fanwunsch. Klassiker wie „Deadhead“ dürfen natürlich nicht fehlen, so dass die ersten beiden Drittel des Komplettpakets einen veritablen und zurecht gefeierten Querschnitt durch das Schaffen des Devin Townsend und des DTP bieten.

Die orchestrale Umsetzung des an Pomp ohnehin nicht armen Songmaterials gelingt insgesamt sehr gut. Von der Kälte im Freilufttheater (siehe die vorab veröffentlichten Videos zu „Truth“ und „By your command“) ist spielerisch nichts zu spüren. Die Wunsch-Setlist wird in voller Länge vom vielköpfigen Orchester und Chor der Staatsoper Plovdiv unterstützt und erfreut auch das Devy-geschulte Gehör mit umspielenden Melodien, die die Songs von der jeweiligen Plattenversion abzuheben wissen. Die Sound-Balance zwischen Orchester und Band ist gut, wobei der Mix bandintern das Schlagzeug bisweilen krass überbetont. Insbesondere die Snare wächst sich bisweilen zu einem echten Ärgernis aus, wenn die Gitarren teilweise nur mit guter Songkenntnis zu erahnen sind. Störend ist der Mix allerdings nur bei vereinzelten Songs, so dass der Gesamteindruck nicht entscheidend geschmälert wird.

Dass sich die Band mit der vom Orchester begleiteten Komplettaufführung von „Ocean Machine“ selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt, wird insbesondere durch die Ansagen im Laufe des Konzerts deutlich. Wer zwischen den Songs das gewohnt infantile Herumgealbere erwartet, wird sich erst einmal verwundert die Ohren reiben: die sonst allgegenwärtige Party-Stimmung der DTP-Konzerte weicht einer andächtigen Bescheidenheit; alle Beteiligten scheinen sich des Formats des abendlichen Unterfangens bewusst zu sein. Spätestens die Tatsache, dass mit John „Squid“ Harder der Original-Bassist der „Ocean Machine“-Aufnahmen trotz schwerer Unfallfolgen an Bord ist, macht das Jubiläum zu etwas Besonderem.

FAZIT: Inzwischen hat Devin Townsend bekannt gegeben, sein DTP auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen, um sich anderen Unternehmungen zuzuwenden (Stichwort: Empath). Der Schwanengesang fällt in jeder Hinsicht üppig aus und lässt keine Wünsche offen – minimales Bombastinteresse vorausgesetzt. Für sich genommen wäre der Mitschnitt schon großartig, im Kontext des ohnehin beeindruckenden (Live-)Katalogs ist es der vielleicht einzig würdige Schlusspunkt.

Daniel Kluger (Info) (Review 843x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • By Request Setlist
  • • Truth
  • • Stormbending
  • • Om
  • • Failure
  • • Gaia
  • • By your command
  • • Deadhead
  • • Canada
  • • Bad Devil
  • • Higher
  • • A simple lullaby
  • • Deep peace
  • Ocean Machine
  • • Seventh wave
  • • Life
  • • Night
  • • Hide nowhere
  • • Sister
  • • 3am
  • • Voices in the fan
  • • Greetings
  • • Regulator
  • • Funeral
  • • Bastard
  • • The death of music
  • • Things beyond things

Besetzung:

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