Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Tautumeitas: Tautumeitas (Review)

Artist:

Tautumeitas

Tautumeitas: Tautumeitas
Album:

Tautumeitas

Medium: CD
Stil:

Lettischer Folk

Label: CPL Music
Spieldauer: 44:59
Erschienen: 02.11.2018
Website: [Link]

Zum Ende des Jahres ist es allerhöchste Zeit für ein echtes Musik-Highlight des ausklingenden Jahres 2018!
TAUTUMEITAS aus Lettland, die unter dem begnadeten deutschen Folk-Musik-Label CPL-Music eins der spannendsten Musikreisen aus vielstimmigem weiblichen Gesang, traditionellen Melodien und modernen Rockklängen mit den abgefahrensten Schlagrhythmen vorlegen, dass es ein riesiges Erlebnis ist, dieses dreiviertelstündige weltmusikalische Wechselbad der Gefühle zu genießen.
Nachdem das lettische Sängerinnen-Sextett in Zusammenarbeit mit dem riesigen Musik-Ensemble AULI für ihr gemeinsames Album „Lai Masina Rotajas!“ gerade erst den Preis als Weltmusik-Album des Jahres 2017 abgeräumt hat, legen sie nun mit „Tautumeitas“ nach und haben erneut riesige Chancen auf die Wiederholung ihrer weltmusikalischen Erfolgsgeschichte.

Allerdings muss nach all den hervorragenden Veröffentlichungen, die, wie auch „Tautumeitas“, aus den drei Musik-Häusern des Label-Bosses Christian Pliefke Jahr für Jahr unseren weltmusikalischen Horizont bereichern, auch mal eine harsche Kritik geäußert werden, die sich in keiner Weise auf die Musik, dafür aber die Cover-Gestaltung fast aller sehr liebevoll digiverpackten und mit informativen Booklets versehenen Alben bezieht.
Immer wieder diese naiv fotografierten Bilder auf dem Front-Cover von den Musiker/Innen, die einem auf den ersten Blick suggerieren, es mit einem Schlager-, Girlie-Group- oder Volksmusik-Album, bei dem es mehr auf das Musiker-Aussehen als deren musikalisches Können ankommt, nervt immens und führt garantiert auch Käufer in eine falsche Richtung. Oder sie lassen es gleich auf den ersten Blick links liegen.

Bestes Beispiel hierfür ist dieses unglaublich starke Album von TAUTUMEITAS mit den sechs singenden Damen samt Kopfbedeckung, die wie auf einem Passfoto fein gleichmäßig aneinandergepuzzelt sind, während die Musik dahinter an Komplexität und Einfallsreichtum kaum zu übertreffen ist. Noch dazu ist sie nicht nur von den Stimmen, sondern zugleich den unbändigen Einfällen der Instrumentalisten geprägt.
Könnten solche Emotionen nicht auch bei einem ersten Blick auf das Cover geweckt werden?
Warum nur hört hier der Einfallsreichtum auf, während man sich insgesamt viermal im Booklet das weibliche Sanges-Sextett anschauen darf – wie bei einem BRAVO-Schnitt, während nicht ein Bild von den anderen beteiligten Musikern, geschweige denn von den lettischen Landschaften, um deren Traditionen und Kultur es sich in der Musik ausgiebig dreht, zu finden ist?
Gestalterisch tote Hose, während musikalisch ein echter Wirbelsturm entfacht wird!

Ein Wirbelsturm, der bereis mit dem „Intro“, das einen – auch durch die ausgezeichnete Aufnahmetechnik – sofort in seinen Bann zieht, beginnt und zugleich immer wieder neben dem himmlischen Gesang auch durch die perkussiven Meisterleistungen von Reinis Sejans hervorsticht, wenn beispielsweise bei „Raudi Raudi“, einem Song über die Suche eines Mädchens nach dem Mann für‘s Leben, der anfängliche Satzgesang sich durch das plötzlich einsetzende Drumming und eine Violine zu einer verspielten Hymne erhebt. Noch deutlicher wird es bei „Sastdine“, (Samstag) wenn in der Mitte des Songs die Instrumente die Oberhand gewinnen und der Gesang dahinter verstummt. Die umgekehrte Variante gibt es dann auf „Pelite“, ein Schlaflied über eine Maus, zu hören, während auf „Raguna Nakts“, die kürzeste Nacht des lettischen Sommers, ein wahres Trommel-Feuerwerk entfacht wird. Man stelle sich diesen Song als Vorspiel zum Silvester-Feuerwerk der heutigen Nacht vor und schon könnte man auf eine Vielzahl der nervenden Böller verzichten!

„Pade“ erhebt sich dagegen – eröffnet von Kontrabass, Violine und Akkordeon – zu einem regelrecht orchestralen Epos aus choralen sowie solistischen Gesängen und intensiven Instrumentalteilen, bis „Dai Citas Meitas“ sich wie ein punkiger Folk-Song aus diesem einfallsreichen Album verabschiedet. Wenn dieses Jahr mit solcher Musik endet, dann braucht es einen um das kommende Jahr wirklich nicht bange zu sein! Auf Christian Pliefkes weltmusikalisches Musikgespür ist eben Verlass, wenn da nicht das eine oder andere Cover wäre...

FAZIT: Heute geht das Jahr 2018 zu Ende – und TAUTUMEITAS mit ihrem modernen lettischen Folk sowie dem grandiosen sechsköpfigen weiblichen Gesang sind ein echtes musikalisches Highlight des Jahres!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 4273x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Intro
  • Sadziedami
  • Pade
  • Raguna Nakts
  • Vainagu Deja
  • Berzins
  • Pelite
  • Raudi Raudi
  • Sastdine
  • Ugas
  • Barainite
  • Aiz Azara
  • Dai Citas Meitas

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Tollo
gepostet am: 07.10.2020

User-Wertung:
12 Punkte

guter artikel! tolles album!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Welche Farbe hat eine Erdbeere?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!