Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

House Of Not: Evergone & The Immaculate Spectacular (Review)

Artist:

House Of Not

House Of Not: Evergone & The Immaculate Spectacular
Album:

Evergone & The Immaculate Spectacular

Medium: CD
Stil:

Progressive-, Symphonic-, Alternative- & Art-Rock

Label: Freak Street Productions/Just For Kicks
Spieldauer: 77:47
Erschienen: 24.05.2019
Website: [Link]

Sie sind zwar schon verdammt alte Prog-Hasen, die seit über 15 Jahren ihre kunterbunten progressiven Musik-Eier in Form von insgesamt vier Alben leider nur verstecken, denn viele von diesen sind bei uns in Europa bisher noch nicht entdeckt worden.
Liegt‘s daran, dass HOUSE OF NOT von überm Großen Teich aus Kanada kommen oder dass einfach der Prog-Musik-Markt mit von durch PINK FLOYD inspirierten Klangwelten einfach übersättigt ist?
Wer weiß, wer weiß!?
Das kanadische Trio HOUSE OF NOT, das sich mit vielen Gastmusikern und ausgezeichneten Sänger/Innen auf „Evergone & The Immaculate Spectacular” verstärkt hat, sollte jedenfalls nicht unbeachtet bleiben, denn sie gehören zu denjenigen, die mit ihrem bereits vierten Album, nachdem sie zuvor einen konzeptionellen Album-Dreiteiler über A. Nexter Niode vorgelegt haben, unüberhörbar in die erste Prog-Liga zu klettern versuchen. Dabei wird Abwechslungsreichtum besonders groß geschrieben, vor alternativen Rockklängen oder gar Gospel („Yet We Remain“ und „Behind The Curve“) und eingängigen Melodiebögen nicht zurückgeschreckt, sondern konsequent ihr eigenes Ding durchgezogen.

So treiben die Kanadier den Hörer in ein regelrechtes Gefühlsinferno zu dem sie uns gleich mit dem Album-Opener „Come On In“ einladen. Munter geht‘s dann mit Versatzstücken von ROGER WATERS „Amused To Death“ kombiniert mit dem progressiven Americana-Stil der WALKABOUTS oder DIRE STRAITS und Gast-Sängerinnen, die mit ihren rauen Stimmen gar nach einer Kombination aus BONNIE TYLER und GIANNA NANNINI oder mit ihrem „sauberen“ Gesang nach einer LAURA MEADE plus HEATHER FINDLAY klingen.
Die Achillesferse des progressiven Rocks, die sich immer wieder im Gesang äußert, ist bei HOUSE OF NOT nicht etwa eine Schwäche, sondern absolute Stärke. Das gilt auch für den männlichen Gesang, sodass in dieser Beziehung beste EELS- oder GUNS‘N‘ROSES und immer wieder DIRE STRAITS-Erinnerungen durchscheinen, beispielsweise bei solchen Songs wie „Goodbye Goodbye Hello“ oder „So Sorry“ und „It‘s My Nature“.

Der Titelsong ist wiederum eine bewegende Hymne, bei dem ein DAVID GILMOUR die akustische Gitarre hätte spielen können und die beiden Sängerinnen eine MOSTLY AUTUMN- und IZZ-Aura der Extraklasse verbreiten. Das große Finale mit dem zehnminutigen Longtrack „Kill The Buddha“ bekommt eine Weltmusik-Prise durch Sitar und Percussion verpasst, denen dunkler Keyboard-Bombast und weiblicher Duett-Gesang plus wummernde Bässe und ein Erzähler alles buddhistische Religionsgehabe austreiben und wir uns in die Welten eines RICK WAKEMAN versetzt fühlen dürfen, als der sich mit Jules-Verne-Poesie auf die Reise zum Mittelpunkt der Erde begab. Nur dass HOUSE OF NOT ihr Stück am Ende zu einem epischen, dem Finale hart entgegenrockenden, kleinen Meisterwerk – CARPTREE nicht unähnlich – werden lassen, bei dem natürlich dann die singenden und sprechenden Männer die Federführung übernehmen. Ein Epos wie die Schlacht um die Erstbesetzung des magischen Buddha-Bauchs, damit auch die finstersten Wünsche wahr werden, die dann mit Glockengeläut im „Tempel der Galaxien“ ihr feierliches Ende findet.
Ja – und das hat dann schon wieder etwas von der floydanischen Mauer. Eine der wenigen, die man wirklich lieben kann.

FAZIT: Die kanadischen Progrocker HOUSE OF NOT legen mit „Evergone & The Immaculate Spectacular” ein überraschend vielschichtiges Prog-Album vor, das aufgeschlossenen Über-den-Tellerrand-Hörern, die unter Prog mehr als ein festgefahrenes Musikregelwerk verstehen, viel Freude und Bewunderung bereiten bzw. abverlangen wird. Denn nicht nur die Musik, auch der abwechslungsreiche männliche und weibliche Gesang hebt das vierte Album der Kanadier aus der Vielzahl der progressiven Rockveröffentlichungen dieses Jahres hervor.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 3715x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Come On In
  • Fate
  • FingerPaint #50
  • Eternity‘s Garden – A Death Waltz
  • Our Last Tax
  • Take Me Away
  • So Sorry
  • Glenn Fiddick M.D.
  • Evergone & The Immaculate Spectacular
  • Goodbye Goodbye Hello
  • Show Me Tell Me
  • Yet We Remain
  • Behind The Curve
  • Spin Me
  • Piper At The Precipice
  • It‘s My Nature
  • Understand The Man
  • Kill The Buddha

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Thomas
gepostet am: 02.05.2020

User-Wertung:
13 Punkte

Ich bin begeistert; diese Steigerung hätte ich der Truppe nicht mehr zugetraut. Album 1 hatte mich angefixt, 2+3 aber enttäuscht, umso mehr hat mich 4 nun positiv überrascht.
Nun warte ich schon sehnsüchtig auf Album 5 als krönenden Abschluss
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Wer anderen eine ___ gräbt, fällt selbst hinein.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!