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Stereolab: Mars Audiac Quintet (1994) – Expanded Edition (Review)

Artist:

Stereolab

Stereolab: Mars Audiac Quintet (1994) – Expanded Edition
Album:

Mars Audiac Quintet (1994) – Expanded Edition

Medium: 3-LP-Set/Remaster
Stil:

Krautrock, Avant Pop, Post Rock, Indie, Punk, Alternative, Electronic, Easy Listening

Label: Warp Records/Duophonic UHF Disks
Spieldauer: 103:22
Erschienen: 03.05.2019
Website: [Link]

Fangen wir doch einfach mal mit einem FAZIT an, mit genau dem wir die Review zu STEREOLABs „Transient Random-Noise Bursts With Announcements – Expandend Edition“ abschlossen, denn es eignet sich zugleich ideal, um die nächste „Expanded Edition“ vorzustellen, denn all diese „Äußerlichkeiten“ des 1993er-Albums treffen ganz ähnlich auch auf das folgende 1994er-Album „Mars Audiac Quintet – Expanded Edition“ zu: „Die britische Underground-Kultband STEREOLAB schlägt 2019 mit den (insgesamt sieben) Neuveröffentlichungen fast aller ihrer alten Alben auf grandiose Weise zu. Das erste in dieser glorreichen Remaster-Reihe, erweitert um unveröffentlichtes Bonusmaterial aus Demos, Outtakes und alternativen Mixen, ist das 1993er-Album ‚Transient Random-Noise Bursts With Announcements – Expandend Edition‘, bestehend aus drei LP‘s im Gatefold-Sleeve samt Download-Card und 4-LP-Cover-großem Faltposter mit dem LP-Motiv und allen Songtexten sowie umfangreichen Ausführungen des Gründungsmitglieds Tim Gane, verpackt in einer klaren Heavyweight-PVC-Außenhülle. Musikalisch gibt‘s eine reichhaltige Mischung aus Krautrock und den unterschiedlichsten Indie-Pop-Alternative-Post-Rock-Spielarten der Extraklasse geboten. Ein Album, welches eindrucksvoll beweist, dass STEREOLAB zu den ganz Großen zähl(t)en, auch wenn sie ihr musikalisches Dasein dauerhaft als Geheim-Tipp im musikalischen Underground fristeten.“

Verändern wir nun einfach den Plattentitel und das Erscheinungsjahr, so können wir alle weiteren Angaben wortwörtlich auch für die 3-LP-Expanded-Edition von „Mars Audiac Quintet“ (1994) übernehmen. Nur was musikalisch auf diesem Album passiert, ist wie bei STEREOLAB und ihre überbordende Kreativität gewohnt, natürlich ein ganz anderes Kaliber, auch wenn der Oberbegriff Krautrock, allerdings mit vielen elektronischen Spielereien angereichert, wieder zutrifft.

„Mars Audiac Quintet“ ist das dritte Studio-Album der britisch-französischen Indie-Band, welches sie selber mit dem schönen Begriff „Weltraumzeitalter-Pop“ beschrieben. Kosmischer Krautrock hätte diesbezüglich auch ganz gut gepasst.
Noch während der Aufnahmen kehrte ihr Gitarrist Sean O‘Hagan STEREOLAB den Rücken und machte sich als Vollzeitmitglied Richtung HIGH LLAMAS auf den Weg. Dafür kam allerdings die Keyboarderin Katharine Gifford neu hinzu, was sich natürlich auch bei der stilistischen Ausrichtung bemerkbar machte – weniger Gitarre, deutlich mehr Keys sowie Electronics und dieser weibliche Gesang, der Erinnerungen an die berauschende MYLENE FARMER weckt!

Mit „Ping Pong“ befindet sich auch die Hit-Single auf dem Album, die durch ihr politisch ausgerichtetes Thema, in dem es um Konjunktur-Zyklen geht, STEREOLAB den Ruf als „Marxistische Pop-Band“, den sie selber strikt ablehnten, einbrachte. JOHN PEEL jedenfalls war von dem Song (und natürlich auch der Band) total begeistert und verlieh ihm so ein ordentliches Airplay.
Aber auch jede Menge Easy Listening und verspielte Sixties-Melodien, wie auf der zweiten Album-EP-Auskopplung „Wow And Flutter“, gibt‘s auf dem Album zu entdecken, das im Gegensatz zu dem recht progressiven Vorgänger deutlich eingängiger ist, ohne sich jemals in irgendwelchen Plattitüden oder Disco-Peinlichkeiten zu erschöpfen. Manchmal erwecken STEREOLAB gar den Eindruck, als hätten sie genau die Pop-Platte gemacht, die KRAFTWERK nie hinbekommen hat, trotz aller „Modell“-, „Roboter“- und „Computer“-Welten. Man höre einfach nur „Anamorphose“ und staune.

Aber auch das fantastische „Outer Accelerator“, das es übrigens auf der Bonus-LP sogar im Original-Mix zu hören gibt, ist Krautrock der allerersten NEU!-Güteklasse, der garantiert nicht nur bei jedem NEU!-Fan, sondern auch den Freunden von ENO, MOEBIUS & ROEDELIUS und HARMONIA seine hypnotische Wirkung hinterlässt.

Natürlich ist auch die Bonus-LP wieder prall gefüllt mit raren, sehr gut klingenden Aufnahmen, zu deren Hintergründen sich Tim Gane wieder ausgiebig auf der Rückseite des dem Album beigefügten Posters äußert. Besonders die Bonus-B-Seite wartet mit so einigen recht schrägen Sachen auf, die manchmal an die „Low“-Phase von DAVID BOWIE erinnern, bei denen auch ROBERT FRIPP maßgeblich seine Hände mit im Spiel hatte.

STEREOLAB – das ist so eine Band, die man hört und die man sich, wenn man Tag für Tag sehr viel Musik hört, gerade ihrer Eigenartigkeit wegen, die man einfach nicht zu fassen bekommt und dann kaum fassen kann, ganz schnell verliebt. Genauso wie es einem John Peel ging, dem Entdecker der besonderen „anderen“ Bands.
Und „Mars Audiac Quintet (1994) – Expanded Edition“ ist ein weiterer Beweis für die ungewöhnlich krautrockig-elektronischen Qualitäten dieses britisch-französischen Musik-Ensembles.

FAZIT: Siehe Review-Anfang!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 708x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (17:02):
  • Three-Dee Melodie (5:02)
  • Wow And Flutter (3:08)
  • Transona Five (5:32)
  • Des Etoiles Electroniques (3:20)
  • Seite B (14:03):
  • Ping Pong (3:02)
  • Anamorphose (7:33)
  • Three Longers Later (3:28)
  • Seite A (18:00):
  • Nihilist Assault Group (6:55)
  • International Colouring Contest (3:47)
  • The Stars Our Destination (2:58)
  • Transporté Sans Bouger (4:20)
  • Seite B (17:52):
  • L‘Enfer Des Formes (3:53)
  • Outer Accelerator (5:21)
  • New Orthophony (4:34)
  • Fiery Yellow (4:04)
  • Seite A (19:40):
  • Ulan Bator
  • Klang Tone
  • Melochord Seventy-Five (Original Pulse Version)
  • Outer Accelerator (Original Mix)
  • Seite B (16:45):
  • Nihilist Assault Group – Part 6
  • Wow And Flutter (7“/EP Version – Alternative Mix)
  • Des Etoiles Electroniques – Demo
  • Ping Pong – Demo
  • The Stars Our Destination – Demo
  • Three Longers Later – Demo
  • Transona Five – Demo
  • Transporté Sans Bouger – Demo

Besetzung:

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