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Daeth Daemon: The Skeleton Spectre (Review)

Artist:

Daeth Daemon

Daeth Daemon: The Skeleton Spectre
Album:

The Skeleton Spectre

Medium: LP/MC/Download
Stil:

Original Death Metal

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 17:16
Erschienen: 03.04.2020
Website: [Link]

Als die Regel bestätigende Ausnahme sei hiermit das Promo-Schreiben zur ersten EP der österreichischen DAETH DEMON zitiert: "Aus dem dämonenverfluchten Hinterland der österreichischen Alpen und geboren durch ihre Verehrung der Urgötter des Death Metal - wilde Todeskulte wie Death, Unleashed, Immolation und natürlich Morbid Angel - existiert DAETH DAEMON nur, um dem scheußlichen und sterilen Metal-Gelaber von heute eine qualvolle, todbringende Krankheit ins Gesicht zu kotzen. Einige der beeindruckendsten Bands der Welt haben ihre Wurzeln in einer alten staubigen Garage. Tatsächlich lehrt uns die Geschichte, dass, wenn man seine Garage nur als Parkplatz benutzt, man es vermutlich falsch macht. 2019 von T.K. und C.K. in einer Garage in Salzburg, Österreich, gegründet, ist DAETH DAEMON mit S.M. und A.P. schnell zu einer echten Band geworden." Alles klar?

Wer nun also die EP auflegt und vermutet, beim ersten Ton von Pest, Cholera und Lepra zugleich gepackt, durchgeschüttelt, mit Erbrochenem angespieen und der Lebenskraft beraubt zu werden, der wird vermutlich enttäuscht: Nach den kratzbürstigen Verlautbarungen klingt die EP der Todesdämonen doch überraschend professionell und längst nicht so stark nach Garage, wie ich vermutet hatte. "Schuld" daran könnte Viktor Santura sein, der die Nachbearbeitung der Aufnahmen gemeinsam mit der Band innert drei Tagen vollzog und zwar für einen druckvollen, gleichwohl nuancierten, ja, sogar vergleichsweise "sauberen" Klang sorgte. So sind die traditionell geröchelten Texte problemlos zu verstehen, jedes Instrument tritt im Klangbild differenziert in Erscheinung, kein einziges Arrangement wirkt chaotisch oder halbgar, sondern nach state of the art auf den Punkt gebracht. Wenn etwas auf "The Skeletron Spectre" vergleichsweise "wild" heraussticht, dann noch am ehesten die schönen Soli auf der Lead-Gitarre. Mein Favorit unter den vier heftigen Nummern ist das vergleichsweise primitive "Blood-Soaked Altar" mit seinem old-schooligen Stockholm-Groove, doch jeder Frühgeborene, dem einst bei Formulierungen wie "Sänger kotzt blutiges Gehacktes" im Nuclear-Blast-Katalog das Wasser im Mund zusammenlief, dürfte mit dem nostalgischen Kniefall der Österreicher vor dieser Ära keine Probleme habe, zumal die Songs unterschiedliche Facetten des frühen Death Metal aufgreifen.

FAZIT: "The Skeleton Spectre" schwingt die Tod säenden Hieb- und Stichwaffen nach alter Väter Sitte, nimmt sich dabei jedoch keineswegs wie ein gerade dem Grab entstiegener ungezügelter Widergänger aus, sondern geht planvoll vor. Die Heldenverehrung gerät in den vier Songs eingängig, allerdings sollten sich DAETH DEMON fragen, ob sie es angesichts der extrem starken Konkurrenz im Death Metal bei dieser Form der Ehrerbietung im Schatten der Klassiker belassen, oder mit künftigen Aufnahmen stärker ihre eigene Identität herausschälen.
Und ach ja: Wer nach obigem Zitat aus dem Promo-Schreiben Bock auf ranzigen Ösi-Death mit unheilvoller Aura hat, der findet (quasi aus der Nachbarschaft) im Weltnetz die erste Belphegor-EP "Bloodbath In Paradise", die - stumpf ist Trumpf - noch ein rundes Vierteljahrhundert später die Nase atmosphärisch vorne hat, und verwegener und obskurer klingt, als es sich heute vielleicht überhaupt noch bewerkstelligen lässt. So, und nun entschuldigt mein steriles Gelaber.

Thor Joakimsson (Info) (Review 5172x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Daethmask Nygramant
  • Refused Obedience
  • Well of Torment
  • Blood-Soaked Altar
  • Grotesque Morbidity

Besetzung:

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