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Frazey Ford: U Kin B The Sun (Review)

Artist:

Frazey Ford

Frazey Ford: U Kin B The Sun
Album:

U Kin B The Sun

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Indie Folk

Label: Arts & Crafts Productions Inc.
Spieldauer: 46:34
Erschienen: 17.02.2020
Website: [Link]

U Kin B The Sun“ ist das drittes Studio-Album der kanadischen Singer-Songwriterin FRAZEY FORD. An ihr letztes, ganz wunderbares „Indian Ocean“ (2014) kann das neue Werk in seiner Art nicht nahtlos anknüpfen; das liegt nur zum Teil daran, dass die Frau aus Vancouver vor sechs Jahren auf die Arbeit von Al Greens Backing-Band zählen durfte.

Dem Vernehmen nach sind FORDS elf neue Songs anlässlich mehrerer nächtlicher Studio-Sessions eingespielt worden. In der Tat zeugen die Aufnahmen von einer offenbar gänzlich entspannten und intimen Studio-Atmosphäre, und die sorgfältige Produktion von John Raham trägt das ihre zu einem rundum brillanten Sound bei: Vorbildlich, wie wunderbar FORDS außergewöhnliche Stimme auf den warmen Sound gebettet wurde.

Allerdings wirkt dieser schier perfekte Wohlklang mit zunehmender Laufdauer auch leicht ermattend. Bei aller Erlesenheit der Klänge und deren entspannender Wirkung – Wohligkeit und Verträumtheit hin oder her: Unter diesen Umständen kann auch eine Dreiviertelstunde lang werden. Man hält es deshalb mit der Kollektion dieser Songs am besten wie mit einer Schachtel guter Pralinen: Hübsch portionieren erhöht den Genuss um ein Vielfaches.

Den kurzen und dynamischen Auftakt-Song „Azad“ prägen neben FORDS Stimme und Piano ein markanter Drum-Shuffle, dezente Keyboard-Klänge und schöne Gesangsharmonien; in den nachfolgenden Songs drosselt die Kanadierin dann einerseits das Tempo und forciert anderseits ihr Vibrato, das aber nicht aufgesetzt, sondern irgendwie organisch wirkt. Trotzdem, jedermanns Sache wird dieses Stilmittel wohl nicht sein…

Ein Höhepunkt des Albums ist „The Kids Are Having None Of It“, das auf dem Hintergrund der Bluttat von 2018 an der Parkland-Schule entstanden ist. Dieser Song überzeugt zum einen musikalisch und bringt zum andern textlich FORDS Glauben an die Stärke und die Selbstverantwortung der Jugend in politischen Fragen mit den Zeilen „Du kannst die Kids nicht kaufen, du kannst ihnen deinen Hass nicht beibringen“ zum Ausdruck.

FRAZEY FORDS Texte sind nicht immer leicht zu verstehen, im doppelten Sinn des Wortes. Sie dehnt und betont ihre Worte oft frei, verleiht ihnen mit dem Klang ihrer Singstimme Nachdruck oder tarnt Eindeutiges mit Lieblichkeit: Wohl noch nie hat zum Beispiel eine Sängerin das Wort „Motherfucker“ mit derart liebreizendem Timbre über die Lippen gebracht…

FAZIT: „U Kin B The Sun“ ist eine intime Momentaufnahme im Schaffen von FRAZEY FORD. Es sind elf persönliche und starke Songs, und es ist überdies ein handwerklich wunderbar gemachtes Album. Wer sich über das Fehlen denkbarer oder möglicher Alternativen in der Instrumentierung oder etwas wenig Abwechslung im Zeitmaß beklagt, jammert auf hohem Niveau.

Dieter Sigrist (Info) (Review 3237x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Azad
  • U And Me
  • Money Can't Buy
  • Let's Start Again
  • Holdin' It Down
  • Purple And Brown
  • The Kids Are Having None Of It
  • Motherfucker
  • Golden
  • Everywhere
  • U Kin B The Sun

Besetzung:

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