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Robert Brenner: Nocalize (Review)

Artist:

Robert Brenner

Robert Brenner: Nocalize
Album:

Nocalize

Medium: CD/Download
Stil:

Instrumentaler Art Rock

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 31:50
Erschienen: 01.07.2020
Website: [Link]

„Less words – more music“ (Zu entdecken hinter dem durchsichtigen CD-Inlay von „Nocalize“, wenn man die CD entnimmt.)

ROBERT BRENNER – ein Name, der besonders den Freunden der progressiven Rockklänge von TOXIC SMILE und STERN-COMBO MEISSEN bekannt sein sollte. Denn in beiden Bands spielte er unglaublich filigran und zugleich extrem druckvoll den Bass und sorgte zugleich mit seiner ungewöhnlichen Erscheinung für den mystischen Trailer zum letzten ausgezeichneten, leider auch vom Titel her prophetischen, TOXIC SMILE-Album „Farewell“, für das er noch dazu das wunderschöne Bild auf dem Cover schuf!

Viel zu oft bleiben ja gerade die Basser bei musikalischen Betrachtungen oder Reviews auf der Strecke und gehen leider irgendwie hinter dem Rest der Band unter. Damit würde man einem ROBERT BRENNER tiefes Unrecht zufügen – was sein nunmehr erstes Solo-Instrumental-Album „Nocalize“ beweist!

Solo heißt natürlich nicht, dass Brenner auch auf die Unterstützung von musikalischen Gastmitstreitern für dieses aus nur einem über halbstündigen Titel bestehenden Album, das rundum studiotechnisch professionell produziert und aus musikalischer Sicht schwer beeindruckend klingt, verzichtet. Einer seiner liebsten Mitstreiter, der als Filou speziell der Prog-Szene sowie reines Musik-Chamäleon plus sehr guter Studio-Techniker gilt und Brenner bereits als Keyboarder und Saxofonist bei TOXIC SMILE sowie der STERN-COMBO MEISSEN zur Seite stand, unterstützt ihn als zusätzlicher „Tastendrücker“ und Saxofonist auf „Nocalize“: MAREK ARNOLD. Außerdem kommen zusätzlich der Schlagzeuger Robert Köhn, Pianist Frank Sattler und zwei Streicher zum Einsatz.

Musikalisch versetzt uns „Nocalize“ mitunter in die wunderbar entspannten Krautrockzeiten, in denen MICHAEL ROTHER bei KRAFTWERK aus- und bei NEU! eingestiegen war und ENO plus MOEBIUS sowie HARMONIA eine hochinteressante Instrumentalmusik schufen, die zwischen verträumt und komplex, melodiös und experimentell alles das zu bieten hatte, was die Psyche des Hörers, ob sie nun gerade rein oder durch ein paar Kräuterchen animiert war, tirilieren ließ.

Nur dass bei ROBERT BRENNERs Instrumentalmusik selbstverständlich der Bass eine ungeheuer wichtige, manchmal tragende Rolle zukommt. Das lässt „Nocalize“ zu einem voluminösen Album werden, bei dem die Tiefen unüberhörbar sind und sich gerne auf ein Wechselspiel mit den klangvollen, stereoverspielten einlassen. Selbst offensichtlich klassische Momente, mit Piano und Konzertgitarre – ab Minute 8 – entdecken und genießen wir. MIKE OLDFIELD oder ROBERT REED müssen spätestens ab diesem Zeitpunkt „Nocalize“ ebenfalls nach und nach verfallen. Minute 10 vollendet das klassische Gefühl sogar mit Violinen- und Violoncello-Einlagen, die nach und nach in Richtung GLASS-Minimalismus abdriften, um sich dann ganz groß in symphonischem Artrock zu verlieren. Ach ja, und dann noch diese Jazz-Momente ab Minute 15 oder Klezmer und Prog-Metal zwischen Minute 17 und Retro-Prog plus Saxophon ab Minute 22... und… und… und…

Jede einzelne Minute in ihrer 30fachen Multiplikation ist ein Genuss – und meist ein immer wieder neuer, ein immer wieder anderer...

FAZIT: Selten, ganz selten hat man das Glück, ein so großartiges Instrumentalalbum, dem die Leidenschaft und das Können eines außergewöhnlichen Musikers innewohnt, in den Händen zu halten und seine Anlage damit verwöhnen zu dürfen. ROBERT BRENNER, der ehemalige Bassist der STERN-COMBO MEISSEN und von TOXIC SMILE, besticht auf seinem instrumentalen Solo-Debüt "Nocalize" mit progressiver, unvergleichlicher Perfektion, die beispielsweise einem OLDFIELD oder REED durchaus das musikalische und klangtechnische Wasser zu reichen vermag.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2144x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Nocalize

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