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Borknagar: Borknagar (25th Anniversary Re-issue 2021) (Review)

Artist:

Borknagar

Borknagar: Borknagar (25th Anniversary Re-issue 2021)
Album:

Borknagar (25th Anniversary Re-issue 2021)

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Black Metal

Label: Century Media / Sony
Spieldauer: 115:00
Erschienen: 12.11.2021
Website: [Link]

Nach ihrem jüngsten Geniestreich "True North" (2019) feiern BORKNAGAR sich selbst beziehungsweise die Erstveröffentlichung ihres selbst betitelten Debütalbums im an Metal-Highlights aus Skandinavien nicht armen Jahr 1996. Gitarrist Øystein Garnes Brun (zuvor bei den Todesschlächtern Molested), der bis heute das musikalische Gehirn der von ihm als Projekt gestarteten Band bleibt, scharte einst gleichgesinnte Musiker aus dem elitären nationalen Szenekreis um sich.

Die Beteiligung von Mitgliedern von Enslaved, Gorgoroth, Arcturus, Immortal und Ulver führte dazu, dass "Borknagar" nach seiner Veröffentlichung mancherorts als zweifelhaftes Unterfangen mit unzulänglichem Namedropping-Bonus herabgewürdigt wurde, worüber man heute schmunzeln kann, wenn man die Bedeutung der Platte und die Langlebigkeit der Gruppe in Betracht zieht. Obwohl man BORKNAGARs Debüt mancherorts nur als übles Produkt eines Castings unter Szene-Promis sah, gilt der sinfonisch und akustisch verbrämte, aber immer basisch schroff polternde Black Metal auf der Platte zu Recht als zeitlos gut.

Das kann man nicht nur, aber insbesondere von dem heldenhaft gesungenen ´Dauden´ sagen, dessen Hauptmotiv 2016 auf "Winters Thrice" aufgegriffen wurde. Ansonsten zeichnen mal simpel chromatische, mal quirlig melodische Gitarrenlinien und kurios sinfonische Zwischenspiele (´Tanker mot Tind´ mit dem Soundtrack-Flair von Bruns späterem Solo-Ausflug Cronian) das Album aus, nicht zu vergessen halb akustische Momente à la ´Vred Steingard´, die von melodischem Feingefühl zeugen.

Synthesizer (´Svartskogs Gilde´) spielen auf dem ursprünglich beim deutschen Label Malicious (Dødheimsgard, Strid, Kampfar, Mortiis…) erschienenen Werk eine gleichsam wichtige Rolle, wobei sie das eigentlich unerhebliche Remastering neben einigen "Ah"-Chören (´Vintervredets Sjelesagn´, ´Krigsstev´) und dem geringfügig besser hörbaren Bass nicht völlig sinnlos wirken lassen. Im Übrigen ist dieser Re-Release auch ein schöner Tribut an Schlagzeuger Grim (auch Ancient), der 1999 den Freitod suchte, und kommt mit überarbeitetem Artwork daher; das vernebelte Originalmotiv bleibt unantastbarer Neunziger-Kult.

FAZIT: Øystein G. Brun, der mittlerweile als letztes Originalmitglied übrigbleibt, bündelte mithilfe von Ulver-Kris, Enslaved-Ivar und Gorgoroths Rhythmusgruppe alles, was Norwegens Extrem-Underground seinerzeit zu bieten hatte, zu einem kompositorisch und atmosphärisch runden Ganzen, das zum 25. Jahrestag seiner Veröffentlichung kaum merklich remastert (Bass und Keyboard sind besser hörbar) und um Proberaum- beziehungsweise Studioaufnahmen sowie alternative Mixe erweitert wurde. Obligatorische Fotos und Begleittexte runden diese ultimative Version eines unverzichtbaren Norsecore-Kleinods ab.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1430x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1
  • 1. Vintervredets Sjelesagn (Remaster 2021) (06:47)
  • 2. Tanker mot Tind - Kvelding (Remaster 2021) (03:43)
  • 3. Svartskogs Gilde (Remaster 2021) (05:52)
  • 4. Ved Steingard (Remaster 2021) (02:18)
  • 5. Krigsstev (Remaster 2021) (02:02)
  • 6. Dauden (Remaster 2021) (05:49)
  • 7. Grimskalle Trell (Remaster 2021) (05:39)
  • 8. Nord Naagauk (Remaster 2021) (03:07)
  • 9. Fandens Allheim (Remaster 2021) (06:22)
  • 10. Tanker mot Tind - Gryning (Remaster 2021) (03:01)
  • CD 2
  • 1. Vintervredets Sjelesagn (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (06:46)
  • 2. Svartskogs Gilde (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (05:51)
  • 3. Krigsstev (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (02:02)
  • 4. Dauden (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (05:51)
  • 5. Grimskalle Trell (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (05:45)
  • 6. Fandens Allheim (Live Session at Grieghallen Studios 1995) (05:53)
  • 7. Ved Steingard (Alternate Mix) (02:13)
  • 8. Nord Naagauk (Alternate Mix) (03:28)
  • 9. Vintervredets Sjelesagn (Rehearsal 1994) (06:59)
  • 10. Grimskalle Trell (Rehearsal 1994) (06:14)
  • 11. Ved Steingard (First ever recording 1994) (02:18)
  • 12. Vintervredets Sjelesagn (Alternate Mix) (06:49)

Besetzung:

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