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Blind Guardian: The God Machine (Review)

Artist:

Blind Guardian

Blind Guardian: The God Machine
Album:

The God Machine

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Heavy / Progressive Metal

Label: Nuclear Blast / Believe
Spieldauer: 51:03
Erschienen: 02.09.2022
Website: [Link]

Wer einen einzigartigen Sound fährt wie BLIND GUARDIAN, hat es gut, denn dieser Verdienst ermöglicht zweierlei: Man kann einfach nur seinen Schuh herunterspielen, denn in Ermanglung von Alternativen klingen selbst lauwarme Aufgüsse einigermaßen frisch - oder man lehnt sich an den eigenen Verhältnissen gemessen etwas weiter aus dem Fenster… und letzteres haben die Krefelder mit "The God Machine" getan.

Man hätte erwarten können, das Twilight-Orchestra-Nebenprojekt habe auf die Band abgefärbt, doch das Gegenteil ist der Fall, da das elfte (oder zwölfte, falls man die erwähnte Orchestergeschichte mitzählt) Studioalbum der Gruppe nicht allzu viel mit sinfonischem Popanz am Hut hat - der finstere Thrasher ´Damnation´ enthält mit seinem schön wehmütigen Refrain ein paar Tuschs und Fanfaren, die auch in anderen Tracks auftauchen, aber das ist tatsächlich bloßer Zierrat.

Auch sieht man sich in der Vermutung enttäuscht, das Quartett (und sein neuer Bassist Johan van Stratum) würden die "Imaginations from the Other Side"-lastige Ausrichtung des Vorgängers "Beyond the Red Mirror" beibehalten., denn "The God Machine" ist grundsätzlich relativ straight und rasant (´Violent Shadow´ und ´Blood of the Elves´: beides düstere Abrissbirnen mit mordsmäßigem Chorus), als hätte die Gruppe ihren Klassiker "Tales from the Twilight World" auf ihrem aktuellen Erfahrungsstand in Angriff genommen. Ein Minidrama à la "A Night at the Opera" wie ´Architects of Doom´ widerspricht dieser Einschätzung übrigens nicht.

Bei all diesen Referenzen gibt es aber auch eine Menge Neues zu hören. Die Melodieführung ist manchmal alles andere als BLIND GUARDIAN-typisch, was sich gleich im forschen Opener ´Deliver Us from Evil´ zeigt, der obendrein mit ungewöhnlichem Riffing und einige Leads aufwartet, die nicht direkt an einen vom Thrash angefixten Queen-Gitarristen Brian May erinnern, so wie das bei André Olbrich sonst der Fall ist. Das schleppende ´Life Beyond the Spheres´ ist praktisch traditioneller Progressive Metal mit Frontmann Hansi Kürsch charakteristischem Organ und dürfte Fans aufgrund seiner Sperrigkeit ein wenig (sie sind es ja gewohnt) zu schlucken geben.

´Secrets of the American Gods´ überrascht als rhythmisch detailverliebte und insgesamt getragene Nummer mit hingebungsvoller Performance von Hansi, der sich bei dieser Produktion anscheinend im Besonderen vornahm, Gesangslinien zu erarbeiten, die nicht an alte Bandsongs denken lassen. Bei den immer noch reichlich vorhandenen Chorgesangsparts fühlt man sich freilich wie zu Hause, weil BLIND GUARDIAN eben zu jeder Sekunde nach sich selbst klingen - auch mit der bombastischen Power-Ballade ´Let It Be No More´, die es in dieser Form auch noch nicht gab. Gemeinsam mit dem komplexen Finale ´Destiny´ sind es solche Songs, die BLIND GUARDIAN ihre anhaltende Relevanz geben und "The God Machine" zu einem zwingenden Album machen.

FAZIT: Für plakative Hits sind BLIND GUARDIAN 2022 noch weniger zu haben als sonst, doch gerade dadurch, dass auch "The God Machine" kein Stück besonders hervorsticht, erhält das Album einen selbst für die Verhältnisse der Band außergewöhnlichen Tiefgang, der es zu einem Dauergast im Player jedes Fans "anspruchsvoller" (snobistisches Scheißwort eigentlich) Metal-Mucke aller Couleur machen sollte. Ein klassischer "Grower"…

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1552x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • 01] Deliver Us from Evil
  • 02] Damnation
  • 03] Secrets of the American Gods
  • 04] Violent Shadows
  • 05] Life Beyond the Spheres
  • 06] Architects of Doom
  • 07] Let It Be No More
  • 08] Blood of the Elves
  • 09] Destiny

Besetzung:

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Kommentare
Thomas
gepostet am: 23.09.2022

Ohne Augsburger Puppenkiste beim Schlagzeug wären 2 Punkte mehr angebracht
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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