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Jenny Berkel: These Are The Sounds Left From Leaving (Review)

Artist:

Jenny Berkel

Jenny Berkel: These Are The Sounds Left From Leaving
Album:

These Are The Sounds Left From Leaving

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Folk

Label: Outside Music
Spieldauer: 33:49
Erschienen: 13.05.2022
Website: [Link]

In unseren Breiten ist der Name JENNY BERKEL selbst in Songwriter-Kreisen noch kein 'Household Name' – obwohl die Kanadierin bereits 2012 ihr Debütalbum veröffentlichte, nebenher als Poetin tätig ist, mit der Band von Daniel Romano tourte und 2018 sogar schon einmal mit RYAN BOLDT (c/o DEEP DARK WOODS) auf unseren Bühnen zu Gast war. Das sollte sich nun – mit der Veröffentlichung ihres nunmehr dritten Longplayers aber ändern, denn „These Are The Sounds Left From Leaving“ ist ein songwriterisches Meisterwerk geworden.

Das lässt sich schon alleine daran festmachen, dass keiner der leichtfüßig/transparent inszenierten Folkpop-Songs musikalisch in besonderer Weise als Highlight herausragt, sondern jeder einzelne der 10 Tracks auf insgesamt sehr hohem Niveau seinen eigenen Reiz entwickelt.

Wie sicher sich die Musikerin inzwischen in ihrem Bestreben ist, ihre Songs zwischen düster und hoffnungsvoll, transparent und opulent, intim und raumgreifend, leise und bestimmt, geradlinig und vertrackt auszubalancieren, zeigt auch der Umstand, dass sie – zusammen mit DAN EDMONDS und RYAN BOLDT (der auch als Musiker mitwirkte) - erstmals selbst produktionstechnisch Hand anlegte und sich dabei von COLIN NEALES schwindelfreie, luftige Streicherarrangements schreiben ließ, die viel Raum für ihre beeindruckend klare und durchsetzungsfähige Alt-Stimme bieten.

Tatsächlich erinnert das Setting an das, was weiland JOE BOYD für NICK DRAKE leistete.
Insbesondere der Vorwurf, den Kenner der Songwriterin bislang ungestraft machen durften – dass sich nämlich alle ihre Stücke im gleichen balladesken Setting angesiedelt seien – gilt ab diesem Album nicht mehr, denn obwohl JENNY BERKEL natürlich noch immer keine Rockmusik macht, gibt es mit „Kaleidoscope“, „July“ und „Lavender City“ im Mittelteil des Albums gleich mehrere munter pulsierende Tracks, die sich längst nicht mehr als Balladen einsortieren lassen.

FAZIT: JENNY BERKEL schrieb die Songs zu ihrem neuen Album „These Are The Sounds Left From Leaving“ – wie sie sagt – in einer kleinen Wohnung und widmete sich dabei den großen Ängsten, welche klaustrophobische Nähe in kleine Räume bringen. Will meinen: Es geht um die zuweilen überwältigende Reizüberflutung, welche durch die in ständig schnellerer Abfolge auf uns einprasselnden Katastrophenmeldungen auslöst wird. Da kann einem durchaus Angst und Bange werden. Wer allerdings vermutet, dass sich die Songwriterin musikalisch als Kaninchen vor der Schlange präsentiert, sieht sich auf angenehme Weise enttäuscht, denn mittels ihrer blumigen, allegorischen Poesie-Sprache findet sie immer wieder Wege, ihr Anliegen eher ermutigend in Form von aus der Natur gezogenen Metaphern im Format fiktiver Konversationen (teilweise mit sich selbst) deutlich zu machen.

Ullrich Maurer (Info) (Review 588x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Just Like River
  • Kaleidoscope
  • Watch You Fade
  • July
  • Lavender City
  • Under A Sky
  • You Think You're Like The Rain
  • Imvisible You
  • Song Of Yourself
  • Here Comes The Morning

Besetzung:

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