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Angie McMahon: Light, Dark, Light Again (Review)

Artist:

Angie McMahon

Angie McMahon: Light, Dark, Light Again
Album:

Light, Dark, Light Again

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Folk

Label: AWAL
Spieldauer: 49:59
Erschienen: 27.10.2023
Website: [Link]

Als die australische Songwriterin ANGIE MCMAHON 2019 ihr Solo-Debüt-Album „Salt“ veröffentlichte – nachdem sie zuvor in der Soul-Band THE FABRIC ihr Handwerk erlernt hatte – war die Welt ja noch in Ordnung. McMahon schaffte es sogar, mit dem Album noch auf Tour zu gehen, bevor sie die Pandemie dazu zwang, zwei Jahre im heimatlichen Melbourne – der Stadt mit den längsten Lockdown-Phasen - verweilen zu müssen. Dass dann noch eine Periode von „Beziehungsveränderungen, privaten Zusammenbrüchen und erschütternden Offenbarungen über sich selbst“ sowie eine längere Krankheit hinzukamen, während sie eigentlich an ihrem zweiten Album arbeiten wollte, hatte zur Folge, dass es auf dem nun vorliegenden „Light, Dark, Light Again“ für ANGIE MCMAHON eigentlich nur darum gehen konnte, in der Reflexion zu sich selbst zu finden und mit den gegebenen Umständen ins Reine zu kommen.

Erstaunlicherweise entschied sich die australische Songwriterin letztlich dazu, ihr Heil nicht in grüblerischen Depri-Balladen zu suchen, sondern eine inhaltlich wie musikalisch aufmunternde Songsammlung mit positiven Vibes und auch Botschaften zu veröffentlichen. Dazu versicherte sie sich erstmals der Mitarbeit von Kolleginnen wie z.B. MEG DUFFY, EMMA LOUISE oder JENN DECILVEO, mit denen sie in schwesterlicher Verbundenheit einige, auf gemeinsamen Erfahrungswelten beruhende, veritable Selbstfindungs-Hymnen komponierte.

Der mit MEG DUFFY geschriebene Song „I Am Already Enough“ ist eine direkte Aufforderung, auf sich selbst zu vertrauen, ohne auf äußere Erwartungshaltungen Rücksicht zu nehmen. Mit ihrer in L.A. lebenden australischen Kollegin EMMA LOUISE schrieb McMahon den Song „Divine Faultline“, in dem es darum geht, sich selbst am Schopf aus einer Abwärtsspirale zu befreien und das mit JENN DECILVEO verfasste „Exploding“ zelebriert das Freiheitsgefühl, welches sich einstellt, wenn man sich selbst als beste Version seiner selbst erkennt und akzeptiert. Vielleicht durch die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Freundinnen erhalten gerade diese Tracks auch musikalisch eine gewisse spielerische Leichtigkeit und strotzen demzufolge auch vor lebensbejahender Energie.

Natürlich behandelt ANGIE MCMAHON auch in den anderen Tracks diverse Aspekte der Selbstfindungsreise, auf die sie sich mit dem neuen Werk begab. Klassische Beziehungsdramen – wie etwa die aufeinanderfolgenden Stücke „Fireball Whiskey“ und „Fish“ - spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle. Tatsächlich bezieht sich die Songwriterin weitestgehend auf sich selbst. In Songs wie „Black Eye“, „Staying Down Low“ oder „Serotonin“ thematisiert sie ihren Kampf gegen die Depression – gleichwohl nicht in larmoyanter Hinsicht, sondern mit einer kämpferischen Note.

Der Rest der Tracks – namentlich „Saturn Returning“, „Letting Go“, „Making It Through“ und „Music's Coming In“ - bei dem ein ganzer, aus McMahons australischen Freundinnen bestehender Gospelchor sie in der Erkenntnis bestärkt, dass man nachsichtiger sein sollte - zelebriert dann den Weg zur Erleuchtung. Für ANGIE MCMAHON besteht diese darin, den Zirkel des Lebens - „Light, Dark, Light Again“ - zu akzeptieren, auf sich selbst zu vertrauen und darauf, dass der Weg das eigentliche Ziel ist.

FAZIT: Insbesondere der Aspekt, sich musikalischen Mitstreitern zuzuwenden, als es um das Songwriting und die Ausgestaltungen des in der Pandemie noch im stillen Kämmerlein entstandenen Songmaterials ihres zweiten Albums „Light, Dark, Light Again“ ging, hat sich für die australische Songwriterin ANGIE MCMAHON inspirierend und förderlich ausgewirkt. Zusammen mit dem Produzenten und Musiker BRAD COOK und dessen für dieses Projekt zusammengestellter Allstar-Band, zu der neben Bruder PHIL COOK auch der kanadische Songwriter-Kollege LEIF VOLLEBEKK und der BON IVER-Drummer MATT MCCAUGHAN gehören, entwickelte die Musikerin eben nicht im heimatlichen Australien, sondern in North Carolina ein inhaltliches wie musikalisches Konzept, welches ihr ermöglichte, 'Out-Of-The-Box' zu agieren und ein – trotz divers abgehandelter, schwieriger Themen – grundsätzlich ein positives und in der Konsequenz gar hoffnungsvolles zweites Album zu erschaffen.

Ullrich Maurer (Info) (Review 1224x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Saturn Returning
  • Fireball Whiskey
  • Fish
  • Letting Go
  • Divine Fault Line
  • Mother Nature
  • Black Eye
  • Exploding
  • I Am Already Enough
  • Serotonin
  • Staying Down Low
  • Music's Coming In
  • Making It Through

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
cloud citizen
gepostet am: 11.11.2023

User-Wertung:
15 Punkte

Bewegendes Album welchem aber eine kämpferische Melancholie innewohnt. Kein "alles ist schlecht" sondern ein selbstbejahendes positives in die Zukunft schauen. Es reißt einen förmlich mit und auch aus dem eigenen Tief. Der Albumtitel, der auf dem letzten Track als Mantra immer wieder wiederholt wird enthält die wichtige Botschaft: Nach dem Dunkel kommt wieder Licht.
Wie die Indie-Allstar-Band schon vermuten lässt, wird das ganze auch musikalisch wunderbar umgesetzt. Für Hörer von Laura Marling, Florence and the Machine, Ben Howard, The War on Drugs. Für mich bisher das beste Album des Jahres!
marry
gepostet am: 22.01.2024

User-Wertung:
14 Punkte

find angie ganz toll!
marry
gepostet am: 22.01.2024

User-Wertung:
14 Punkte

find angie ganz toll!
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