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Jag Panzer: The Hallowed (Review)

Artist:

Jag Panzer

Jag Panzer: The Hallowed
Album:

The Hallowed

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: Atomic Fire / Warner
Spieldauer: 53:04
Erschienen: 23.06.2023
Website: [Link]

Mit ihrem neuen Album haben sich JAG PANZER viel vorgenommen und letzten Endes "nur" ihr Soll erfüllt: "The Hallowed" schlägt seinen etwas orientierungslos wirkenden Vorgänger "The Deviant Chord" um Längen, ohne an 25 bis 30 Jahre zurückliegende Glanztaten anzuknüpfen… aber kann man das verlangen? Nein, und wenn eine Band nach so langer Zeit zumindest alterslos klingt (und wir reden von sehr physischer Musik wie Heavy Metal), will das eine ganze Menge heißen! Wie dem auch sei…

Das elfte Studioalbum der Power-Metal-Institution beruht auf einem fiktiven Konzept, das sich die Musiker selbst ausgedacht haben. Das an einen die "andere" Seite erzählenden Comic gekoppelte Narrativ dreht sich um um eine Handvoll Menschen, die sich durch eine postapokalyptische Einöde schlagen und Tiere erst als Verbündete an ihrer Seite haben, ehe sie sie als Gegner fürchten müssen; das liest sich wie ein Hollywood-mäßig überzeichneter Abklatsch von Cormac McCarthys "Die Straße", ist aber letzten Endes nur ein "nice to have" Überbau, den man auch ausblenden kann, um die definitiv genießenswerte Musik zu genießen.

Gemeinsam mit dem neuen Leadgitarrist Ken Rodarte (Tynator) ist der Gruppe, in der Drummer Rikard Stjernquist mehr denn je für eine ordnungsgemäße Umsetzung des Projekts sorgte, eine Platte im Geist ihrer Klassiker gelungen, die auf relativ unkomplizierte Weise unterhält und von altehrwürdiger Patina überzogen ist. Der treibende Opener ´Bound As One´ klingt durch Rodartes Arbeit sehr europäisch (wie auch das getragene ´Ties That Bind´) und ein bisschen wie ´Lustfull and Free´ vom 1998er Opus "The Age of Mastery", der melancholische Singalong ´Onward We Toil´ und das ebenfalls wehmütig vor sich hin rockende ´Weather The Storm´ bilden eine etwas ruhigere Seite von JAG PANZER ab.

Ein paar geräuschvolle In- und Outros unterstreichen die erzählerische Ausrichtung, erzeugen aber nicht unbedingt eine eindringliche Stimmung, die in die fiktive Welt eintauchen lässt; diesbezüglich ist "The Hallowed" dann auch nichts gegen das "Macbeth"-Konzept-Meiserwerk "Thane to the Throne". Die hythmussektion wurde live im Studio von Fifth-Angel-Drummer Ken Mary (auch Flotsam and Jetsam) aufgenommen. Insgesamt hat das Album einen roheren Sound als die Neunziger-Werke, bei denen Jim Morris in den legendären Morrisound Studios in Tampa/Florida vollumfänglich hinter den Reglern saß, wohingegen er "The Hallowed" lediglich abgemischt hat

Das zwischen Thrash-Gehämmer und vom Bass-getragenen Gesangsparts changierende ´Prey´ funktioniert nach dem Call-and-Response-Prinzip und kommt wohltuend schlicht daher, ´Dark Descent´ peitscht später auf ähnliche Weise vorwärts, und das komplex aufgebaute ´Edge Of A Knife´ bietet neben dem etwa achtminütigen Finale ´Last Rites´ (nach etwas Stille beginnt eine junge Erzählerin, die eben musikalisch durchlaufene Story zu erzählen) das Höchstmaß an Prog - das sind die Highlights, dicht gefolgt von dem rasanten Ohrwurm ´Stronger Than You Know´ und dem passenderweise (der Titel…) erhebenden ´Renewed Flame´ mit einem jener Violinen-Parts, die bei JAG PANZER eine lange Tradition haben.

FAZIT: "The Hallowed" ist qualitativ im vorderen Drittel der JAG PANZER-Diskografie angesiedelt. Die Band haut ein straightes US-Metal-Album vom Klassischsten heraus und klingt jünger als mancher Newcomer, wobei ihnen ihre Erfahrung im Schreiben auf den Punkt kommender Songs zugute kommt. Die epische Seite wird ebenfalls abgedeckt, aber dass die Scheibe künftige Klassiker enthält, bezweifelt dieser Schreiber jetzt erst mal. Es können und müssen ja auch nicht immer Superlative sein.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1556x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • 01. Bound As One
  • 02. Prey
  • 03. Ties That Bind
  • 04. Stronger Than You Know
  • 05. Onward We Toil
  • 06. Edge Of A Knife
  • 07. Dark Descent
  • 08. Weather The Storm
  • 09. Renewed Flame
  • 10. Last Rites

Besetzung:

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