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North West: Hamburg (Review)

Artist:

North West

North West: Hamburg
Album:

Hamburg

Medium: CD/Download
Stil:

Indie-Pop

Label: DanCan Music
Spieldauer: 31:14
Erschienen: 14.04.2023
Website: [Link]

Raus aus der ostfriesischen Provinz, rein in die Großstadt. Aber die Nähe zum Wasser muss sein. Da scheint Hamburg die erste logische Wahl gewesen zu sein, nicht nur als Bandstandort, sondern eben auch als Titel für das Debüt von NORTH WEST.
Zu hören gibt’s Indie-Pop, der immer mal die Fühler in Richtung großer Gefühle ausstreckt und dabei angenehm leichten Schrittes daherkommt. Zwischendurch ist auch mal die Rede von Chemikalien, die helfen sollen das Kopfkarussell abzustellen, allerdings klingt „Chemicals“ doch ungemein tanzbar und versprüht eine Aufbruchsstimmung, die viel eher an Schmetterlinge im Bauch erinnert als an künstliche Sedativa.

Klangliche Ruhigstellung gibt’s auch in „1998“ nicht, obwohl der Song als reine Klavierballade doch intim und fragil wirkt. Der Platz in der Mitte des Albums ist wohl nicht wirklich zufällig gewählt, denn so wirkt das Stück beinahe wie das Herz von „Hamburg“. Mit Themen wie Abschied und Neubeginn beschäftigen sich einige Nummern dieses Debüts, u.a. auch „Rosegold Heart“, das sich aber eher um den gegenseitigen Verlust oder die gegenseitige Entfremdung innerhalb einer Beziehung dreht. Sehr schön ist hier, dass die Musik nicht zwingend auf die Tränendrüse drückt, sondern fast eine Art Dankbarkeit ausstrahlt. Ob diese Dankbarkeit jetzt der Erkenntnis geschuldet ist, dass ein Ende in Sicht ist und das Gegenüber in Frieden losgelassen werden kann, oder ob der Dank eher daher rührt, ein Stück des anderen Herzens doch noch behalten zu können, kommt wohl auf die Betrachtungsweise an.
„Instagram Girl“ trifft dann zumindest textlich einen etwas ernsteren Ton. Es geht um die personelle Entfremdung, die trotz, oder gerade wegen des Exhibitionismus in den Sozialen Medien stattfindet. Gleichzeitig hat der Song auch eine ironische Ebene, die vor allem im locker tanzbaren Charakter und in Zeilen wie „Instagram Girl Who's Got It, She‘s So Hot, Ready To Go To A Club, Just To Get Little Fucked Up“ zum Tragen kommt. Das Motto lautet: Nur ein wenig am Rad drehen, das Foto für die Sozialen Medien muss ja noch gut aussehen.
In gewisser Weise knüpft „Is This Really True“ an dieses Thema an. Es geht um die Licht- und Schattenseiten der Liebe und die Frage, ob die ausgesprochenen Liebeserklärungen wirklich wahr und ernst gemeint sind. Ähnlich locker, wenn auch einen Tick melancholischer als sein Vorgänger bereitet der Song den Weg für den Rausschmeißer „Don’t Wait“. Und hier wird’s auch thematisch versöhnlicher.
Denn wer gibt einem schon das unvoreingenommene Versprechen, bei einem zu bleiben, wenn die Bitte nur ausgesprochen wird?
Ist das ein Liebes-Song?
Sicherlich, es kann sich aber auch um die freundschaftliche Liebe z.B. unter Geschwistern handeln, die hier besungen wird. So oder so endet dieses Debüt mit der Tendenz zur Freude und zum positiven Gefühl.

FAZIT: „Hamburg“ revolutioniert das Indie-Pop Genre zwar nicht, aber das ist auch nicht das Ziel von NORTH WEST. Stattdessen hat das Quartett ein stimmiges Debüt eingetütet, das von positiven Chancen, aber auch von schmerzenden Erfahrungen in einem noch relativ jung wirkenden Leben berichtet. Zwar ist das kaum weltbewegend, aber es wirkt ehrlich und das sollte für den Moment einfach mal genug sein.

Dominik Maier (Info) (Review 1084x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Hamburg
  • I Just Like That
  • Trisha
  • Chemicals
  • 1998
  • Rosegold Heart
  • Instagram
  • Is This Really True
  • Don’t Wait

Besetzung:

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