Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

SAFE: Reizüberflutung (Review)

Artist:

SAFE

SAFE: Reizüberflutung
Album:

Reizüberflutung

Medium: CD/Download
Stil:

Jazz-Rock und weit darüber hinaus

Label: Ears Love Music
Spieldauer: 73:45
Erschienen: 07.04.2023
Website: [Link]

Gitarrist und Komponist Julian Scarcella ist der Kopf des Künstlerkollektivs SAFE (Scarcella And Friends Extended). Mehr als 50 fähige Künstler und Künstlerinnen sind auf „Reizüberflutung“ versammelt. Dass damit großartige Big Band-Momente möglich sind, steht außer Frage („Hoffnung“ ist ein prall gefülltes Horn), doch punktet das Album ebenfalls in den kleinen Arrangements, explizit durch hinreißende Soli („Violon Solo No. 1").

Musikalisch ist „Reizüberflutung“ eine Wundertüte, die in Ausdruck und Vielfalt manch progressives Rockwerk weit in den Schatten stellt. Jazz mag die Grundlage sein, doch schaffen Scarcella und seine Mitmusiker Verbindungen zu Rock, Metal (inklusive Growls!), Klassik, Funk, Flamenco („Danza Appassionada“ – an dem auch James Bond teilnimmt), Chanson und Kaffeehausständchen (das atmosphärisch eingesetzte Akkordeon ist eine Wucht).

Beim Finale „Ein Teil von Dir“ trifft großformatiger klassischer Gesang, fernab von Symphonic Metal-Kitsch, auf imaginäre Filmmusik, markige Rock-Attacken sowie gerappte Passagen. Eine so gewagte wie gelungene Verbindung und leidenschaftliche Quintessenz des gesamten Albums. „Unity“ wiederum ist purer Prog zwischen YES und frühen MARS VOLTA. Dabei wirkt das komplexe Gefüge nie disparat oder erzwungen, der Gesamtsound ist stimmig und wirkt intensiv in besinnlichen wie furiosen Momenten.

Das Album besitzt eine unbändige Kraft, die nicht zügellos ins Nirgendwo schießt. SAFE sind funky, energiegeladen und wissen, wie man schwärmerisch flaniert („Auf der Suche“). Verweise und Anklänge sind zahlreich, egal ob Frank Zappa vorbeirauscht, die grandios gespielte Violine Richtung Jean-Luc Ponty („Grünfink“) oder KANSAS ausschlägt. Alles geht, nichts muss. Voller Reize, aber nicht überflutend, sondern mitreißendes Musizieren zum Staunen, Mitgehen und intensiven Hören.

Den größten Kritikpunkt des Albums liefert die biedere Covergestaltung. Kann man aber sehr gut mit leben.

FAZIT: SAFE gehören mit ihrem Debüt zum Besten, was aktuell im weitgefassten Jazz-Rock-Rund unterwegs ist. Ein Kollektiv, das im Großen wie Kleinen keine Grenzüberschreitungen scheut und dank hervorragender Instrumentalisten, vorwärtsreibender Rhythmen und einnehmender Melodien, zu einer klangstarken Entdeckungsreise voller berückender Wegpunkte und garniert mit funkelnden Feuerwerken einlädt.

Die Liste der Gastmusiker, der Bequemlichkeit halber diesmal hier:
Michelle Schwarzkopf – Vocals Jazz
Kateryna Agieieva – Vocals Jazz
Roland Loy – Rock Vocals
Sophia Revilla – Opern Vocals
Nora Lotz – Pop Vocals
Tobias Schröder – Rock Vocals
Jonas Ottolien – Rap Vocals

Sesim Bezduz - Violine
Ksenia Kashirina - Violine
Irina Kalinowska – Viola

Luis Ernst - Trompete
Marvin Zimmermann - Trompete
Justus Strohmann - Trompete
Anthony Williams – Trompete
Tom Trabandt - Trompete

Lasse Richter - Posaune
Jan Urnau – Posaune
Okan Gökay - Posaune

Tim Köhler - Saxophon
Yvonne Schwitalla - Querflöte
Lukas Merten - Saxophon
Ruben Vogel - Saxophon
Fynn Grossmann - Saxophon

Rebecca Hempel - Harfe

Felix Lopp - Klavier/Synth
Melissa Joy Gjakonovski - Synth
Tobias Rehor – Hammond Orgel
Jakob Bereznai - Synth
Lukas Blecks – Synth

Andrea Lonardi – E-Bass Metal
Marcos Fischer - E-Bass
Lea Randella – Slap Kontrabas Rock‘a‘Billy
Ludwig Berner – E-Bass
Martin Schwarz – E Bass

Massimilian De Curtis - Rock-Drums
Max Enyedi – Jazz-Drums
Christoph Wirtz - Drums
Peer Bothmer – Rock drums

Jochen König (Info) (Review 2116x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Eröffnung
  • Umzug - am Rande des Wahnsinns
  • Bipolar
  • Auf der Suche
  • Grünfink
  • Violin Solo No. 1
  • Raue See
  • Hoffnung
  • Danza Apassionada
  • Unity
  • Dragonfly
  • Ein Teil von Dir

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Laterne, Laterne, Sonne Mond und...

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!