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Ihsahn: Ihsahn (Review)

Artist:

Ihsahn

Ihsahn: Ihsahn
Album:

Ihsahn

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Metal

Label: Candlelight / Universal
Spieldauer: 97:04
Erschienen: 16.02.2024
Website: [Link]

Mit "Prometheus – The Discipline of Fire & Demise" veröffentlichten Emperor vor 23 Jahren ein Album (ihr viertes und bis heute letztes), das man inoffiziell auch als IHSAHNs Solodebüt ansehen konnte. Die gesamte Musik stammte von ihm, und wenngleich sie sich noch innerhalb des Progressive-Black-Metal-Rahmens abspielte, den die Band spätestens mit dem Vorgänger "IX Equilibrium" für sich aufgespannt hatte.

Wenn der Frontmann der Genre-Pioniere dieser Tage seine achte tatsächliche Solo-LP herausbringt, knüpft er in mehrfacher Hinsicht an "Prometheus" an - musikalisch, weil "Ihsahn" als parallel veröffentlichte "Orchestral"- und "Metal"-Version ein ähnlich ambitioniertes Unterfangen ist, aber auch inhaltlich, denn mit seinen jüngsten Kompositionen und den dazugehörenden Texten verkörpert der 49-Jährige gewissermaßen selbst einen modernen Prometheus: Er möchte sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben, strebt nach der Flamme der Erkenntnis, wenn man so will.

Damit einher geht bis zu einem gewissen Grad auch eine Nachbetrachtung der Einsiedler-Thematik von "Eremita" (2012); der Künstler steht abgeschottet von der "normalen" Gesellschaft und läuft vielleicht auch Gefahr, sich ihr überlegen zu fühlen… oder muss er das sogar? Ist es arrogant, sich das Ziel zu setzen, etwas zu schaffen, dessen Bedeutung jener von Pink Floyds "Dark Side of the Moon", Radioheads "OK Computer" oder Metallicas "Metallica" gleichkommt?

Diese und andere Fragen sind dem Norweger während des Schreibens von "Ihsahn" durch den Kopf gegangen. Das Material entstand weitgehend am Piano, daher kann man die orchestrale Version wohl als dem Ursprungsgedanken näher ansehen. Die Tracks tragen zwischendurch tatsächlich Züge von Filmsoundtracks, die Ihsahn von jeher beeinflussen, sind aber fast alle trotz ihrer atmosphärischen Dichte eher liedhaft ausgefallen. Es gibt Melodien zum "Anfassen", wenn man so will - Hooks zum Festhalten im herkömmlichen Rock- und Metal-Sinn.

Unabhängig davon liefert der Künstler einige seiner bisher krassesten Gesangsperformances ab, was angesichts seiner frühen wie jüngeren Diskografie etwas heißen will. Stilistisch knüpft "Ihsahn" in der "Metal"-Version im Grunde bei "Arktis" (2016), kommt also ohne die experimentelle Pop-Note von "Ámr" (2018) aus und ist trotz der aufwändigen Arrangements in der Tat ein Prog-Metal-Album zum Fistraisen und Headbangen.

Noch etwas zur Causa "Classic meets Metal". Die Studioband und das (programmierte) Orchester spielen nicht nebeinander her oder aneinander vorbei, die Metal-Elemente wurden also nicht auf ein Streicher- und Bläser-Fundament geklatscht. Ob das für ein epochales Meisterwerk wie die drei genannten reicht, ist fraglich; ein Ausnahmewerk hat Ihsahn nichtsdestoweniger geschaffen.

FAZIT: Ihsahns selbstbetiteltes Album greift Fäden dessen auf, womit sich der Mensch und Musiker im Laufe seiner rund dreieinhalb Jahrzehnte andauernden Karriere zu dieser oder jener Zeit beschäftigt hat. Musikalisch ist "Ihsahn" ein ereignisreiches Feuerwerk - von den Beinahe-Hits
'The Promethean Spark' und 'Blood Trails To Love' über das Blastbeat-lastige 'Pilgrimage To Oblivion', das erst getragene, dann rasante 'A Taste Of The Ambrosia' und das dialogartige 'The Distance Between Us' im Walzertakt hinweg bis zum neunminütigen Finale 'At The Heart Of All Things Broken' mit seinem ambivalenten (tragisch? triumphal?) Ende.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1035x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Cervus Venator - 1:19
  • The Promethean Spark - 4:52
  • Pilgrimage To Oblivion - 4:21
  • Twice Born - 3:37
  • A Taste Of The Ambrosia - 4:23
  • Anima Extraneae - 1:40
  • Blood Trails To Love - 5:06
  • Hubris And Blue Devils - 7:54
  • The Distance Between Us - 4:31
  • At The Heart Of All Things Broken - 9:14
  • Sonata Profana - 1:44

Besetzung:

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