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Keane: Hopes And Fears 20 (Review)

Artist:

Keane

Keane: Hopes And Fears 20
Album:

Hopes And Fears 20

Medium: LP/Download/Do-LP/Do-CD/Deluxe/Limitiert/3 CDs/farbig/Limit. Box
Stil:

Brit Pop, Indie Rock

Label: Island/Universal Music
Spieldauer: 90:04
Erschienen: 10.05.2024
Website: [Link]

Es ist mal wieder so weit in der hochinteressanten Veröffentlichungsstrategie eines großen Labels, welche ehemals nur auf CD erschienene Alben als hochwertige Neuauflage auf Vinyl veröffentlichen. Diesmal darf ein echter Klassiker des Brit-Pop aus Anlass seines 20. Geburtstags seine schwarz- wie farb-vinylige Neugeburt feiern: „Hopes And Fears“, das vor 20 Jahren sofort die britischen Charts erobernde Debüt-Album (und zugleich die zweitbestverkaufte CD des Jahres 2004) der englischen Alternative-Rock- und Indie-Pop-Band KEANE.
Eine Band, die sich damals ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen mit COLDPLAY und TRAVIS um die Brit-Pop-Krone lieferte.


KEANE ist eine der besten Wahlen für Vinyl, denn als deren „Hopes And Fears“ vor 20 Jahren erschien, rüttelte es sogar die Brit-Pop-Szene durch, da bis dahin kaum eine Band ein dermaßen ausgeklügeltes Gespür für unvergessliche Melodien voller Hooklines (wozu sogar der 'Rolling Stone' feststellte, dass dieses Album mehr Hooks in sich vereint, als sie andere Bands während ihrer gesamten Karriere hinbekommen) sowie einen Hang zu balladesker Melancholie (Man höre nur die unvergleichliche Trauerkloß-Hymne „Bedshaped“, die einem fast zwanghaft Tränen in die Augen treibt...) und einen Sänger mit einer dermaßen einprägsamen Stimme wie TOM CHAPLIN besaß, von dem wir unter unserer Seite bereits vor sieben Jahren sein wunderschönes und zugleich sehr ungewöhnliches Weihnachtsalbum vorstellen durften.

Mit „Somewhere Only We Know“, ihrem Album-Opener auf „High And Fears“, schrieben sie schon damals ein Stück Musikgeschichte im Rahmen aller britischen Evergreens, die sich nunmehr auch auf Vinyl unter dem Titel „Hopes And Fears 20“ fortsetzt. Wer außerdem auf die deutlich auf 3 CDs erweiterte Geburtstagsausgabe zurückgreift, erhält zudem gleich zwei weitere Demo-Aufnahmen dieses Hits mit dazu.


Und dass zur Feier des Tages KEANE sich entschlossen, gleich eine umfangreiche Welttournee folgen zu lassen, wird alle, die noch an die großartigen Songs dieser Band in leidenschaftlichen Erinnerungen schwelgen, garantiert riesig freuen.
Und da auch wir bereits bei einem der Konzerte am 21. April im Palladium Köln mit dabei waren, hier ein Auszug aus dem Konzertbericht (übrigens voller großartiger Fotos) unseres stellvertretenden Chefredakteurs Stefan Haarmann: „Die Band ist sofort hellwach und voller Spielfreude, die Fans geben die tolle Energie, die von der Bühne ausgeht, augenblicklich zurück, ein Hauch von Magie liegt in der Luft, während mit 'Can´t Stop Now' gleichsam die Parole des Abends proklamiert wird. Während die Fans in der Halle textsicher jeden Song mit Inbrunst intonieren, merkt man mit jeder Minute deutlicher, welch grandiose Band hier auf der Bühne steht. Sänger Tom Chaplin meistert auch die extremsten Highnotes seines anspruchsvollen Programms, während seine famosen Mitstreiter die Basis in Sachen Rhythmus und Melodie legen.“
Damit gelangt Stefan zu dem eindeutigen FAZIT: „KEANE in absoluter Weltklasse-Form feiern dem Anlass entsprechend eine Show der Superlative.“


Wo KEANE also heute stehen, nahm seinen Anfang mit diesem Debüt-Album „Hopes And Fears“ das für KEANE der Türöffner zum Weltruhm war, der allerdings nicht jedem der Musiker wirklich gut bekam, wobei besonders ihr Frontmann Chaplin, der nach schwerer Drogenabhängigkeit und unmittelbarer Todesnähe gerade noch die Kurve bekam, am schlimmsten betroffen war – und beinahe so ein schreckliches Bild wie die traurige Hauptfigur in ihrem Video zu „Bedshaped“ abgegeben hätte.


Heutzutage jedenfalls erfährt das Album und ganz speziell „Somewhere Only We Know" ein riesiges Revival auf Tik Tok. In Asien ging der Song viral und leitete eine weltweite Renaissance des Titels ein. Derzeit verzeichnet das Lied über zwei Millionen Spotify-Streams pro Tag und avancierte in den letzten zwölf Monaten zur meistverkauften Single von Island Records. Insgesamt wurde der Song über eine Milliarde Mal gestreamt.

Ja, alles andere, als diesen Hype nicht auszunutzen und nunmehr mit der Veröffentlichung von „Hopes And Fears 20“ in den verschiedensten Formaten nicht nur aus musikalischer, sondern auch aus marktwirtschaftlicher Sicht nachzuziehen, wäre absurd (und höchstens der Wirtschaftspolitik unseres aktuellen, aber wenigstens philosophisch alles erklärenden, deutschen Wirtschaftsministers entsprechend).


Darum folgen wir wohl doch besser den Erzählungen des KEANE-Sängers, der sich noch bestens an die Entstehung ihres magischen Albums erinnert: „Ich erinnere mich noch daran, wie ich in den Heliocentric Studios, in denen wir 'Hopes and Fears' aufgenommen haben, an diesem erstaunlichen alten Mischpult stand und mir einen frühen Mix von 'Somewhere Only We Know' anhörte. Ich hatte das Gefühl, dass wir etwas geschaffen hatten, das ein bisschen mehr Magie hatte. Musik zu machen ist so oft ein Prozess voller Zweifel..., aber in diesem Fall gab es etwas Unbestreitbares an dem, was wir geschaffen hatten. Offensichtlich hatten viele Leute dasselbe gefühlt, als das Album herauskam!“

Doch es gibt nicht nur den einen Hit auf dem Album, eigentlich ist jeder Song darauf ein echter Hinhörer und natürlich besonders die ruhigen Stücke versprühen ein herrliches Feeling, welches einen sehr oft an die bewegendsten Balladen der BEATLES erinnert, wofür eins der besten Beispiele „Wonderful River“ ist.


Lassen wir also nicht nur den in diesem Sinne den KEANE-Fluss fließen, sondern ganz speziell auch ihren musikalischen Hoffnungen und Ängsten freien Lauf, die sich jetzt sogar auf zwei schwarzen Rillen in ihrer klangvollen Schönheit ergießen können. Oder um es mit den Worten ihres Songschreibers und Multiinstrumentalisten Tim Rice-Oxley auszudrücken: „Wenn ich an diese Songs denke, stelle ich mir immer noch vor, wie wir sie in kleinen Räumen in Pubs in ganz Großbritannien spielten. Ich erinnere mich daran, wie aufregend es war, zu beobachten, wie die Menschenmengen zu wachsen begannen. Diese Songs haben uns die Tür zu einer anderen Dimension geöffnet; alles, was seitdem in unserem Leben passiert ist, ist aus diesem Moment heraus entstanden. Es ist ein unglaubliches Privileg für uns, dass die Leute nach all dieser Zeit uns immer noch zuhören.“


FAZIT: Manchmal hatte man bei dem Debüt-Album „Hopes And Fears“ von KEANE im Jahr 2004 den Eindruck, sie wollten einerseits mit einem Paukenschlag und andererseits mit einer riesigen radiotauglichen Brit-Pop-Hitdichte in die Fußstapfen ihrer unmittelbaren Konkurrenten COLDPLAY treten, aus deren Schatten sie sich aber doch bereits mit ihrem Debüt-Album zu lösen wussten, wie der riesige Erfolg dieses neunfach mit Platin ausgezeichneten Albums dann bewies. Einzige Crux damals, die Zeit des Vinyls war vor 20 Jahren längst vorbei, obwohl sich gerade solche Musik bestens dafür geeignet hätte. Ja, die Zeiten ändern sich manchmal zum Glück auch zum Positiven und so ist für leidenschaftliche Sammler das Vinyl wieder zurück. Was eignet sich aus diesem Anlass nicht besser, als zum 20. Geburtstag von „Hopes And Fears“ ein neu für Vinyl remastertes Doppelalbum sowie weitere unterschiedliche Editionen des Albums unter dem Titel „Hopes And Fears 20“ zu veröffentlichen? Damit gibt’s endlich auch eins der erfolgreichsten Debüt-Alben aller Zeiten auf Vinyl. Nicht nur für Freunde großartiger Brit-Pop-Epen geeignet, sondern auch für alle, denen guter Pop im Geiste der BEATLES und COLDPLAY am Herzen liegt – KEANE jedenfalls machten's vor 20 Jahren möglich.


PS:
Formate:
- 1 LP Galaxy Vinyl (Original Album Remastered)
- 2LP Coloured Vinyl (Original Album Remastered + B-Sides & Rarities)
- 3CD (Original Album Remastered + B-Sides & Rarities + Demos)
- Limited Edition Box Set Deluxe Edition (nummerierte Eintrittskarte, Hopes And Fears-Notizbuch, Umschlag mit Band-Silhouetten-Druck und zwei von Dave Lupton entworfene Postkarten (1 signiert), ausklappbarer Postkartenrahmen, 3CDs, 7" Love Actually-Vinyl-Single, bedruckte Innentasche mit handgeschriebenen Texten und Wandposter)
- 2CD Live (Original Album Remastered & Live Recordings from Mexico City 2024)
Digital


Hopes And Fears 20 - Original Album Remastered
1. Somewhere Only We Know
2. Bend And Break
3. We Might As Well Be Strangers
4. Everybody's Changing
5. Your Eyes Open
6. She Has No Time
7. Can't Stop Now
8. Sunshine
9. This Is The Last Time
10. On A Day Like Today
11. Untitled 1
12. Bedshaped
 
B-Sides & Rarities:
1. Snowed Under
2. Fly To Me
3. Something In Me Was Dying
4. She Opens Her Eyes
5. To The End Of the Earth (Previously Unreleased)
6. The Way You Want It (Previously Unreleased)
7. Allemande (Previously Unreleased)
8. Walnut Tree
9. Love Actually
10. Wonderful River (Previously Unreleased)
11. More Matey
12. Get Away From Yourself (Previously Unreleased)



 
Demos: (all previously unreleased)
1. Somewhere Only We Know (Tim Demo, September 2002)
2. Somewhere Only We Know (Demo, December 2002)
3. Bend And Break (Demo, April 2002)
4. We Might As Well Be Strangers (Tim Demo, September 2003)
5. Everybody's Changing (Demo, July 2002)
6. Your Eyes Open (Demo, April 2002)
7. She Has No Time (Demo, October 2002)
8. Can't Stop Now (Demo, January 2003)
9. Sunshine (Demo, February 2002)
10. This Is The Last Time (Demo, May 2002)
11. On A Day Like Today (Tim Demo, September 2003)
12. Untitled 1 (Tim Demo, May 2002)
13. Bedshaped (Demo, October 2002)


Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 769x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Seite A (23:32):
  • Somewhere Only We Know (3:57)
  • Bend And Break (3:40)
  • We Might As Well Be Strangers (3:12)
  • Everybody's Changing (3:35)
  • Your Eyes Open (3:23)
  • She Has No Time (5:45)
  • Seite B (27:00):
  • Can't Stop Now (3:38)
  • Sunshine (4:12)
  • This Is The Last Time (3:29)
  • One A Day Like Today (5:27)
  • Untitled 1 (5:36)
  • Bedshaped (4:38)
  • Seite C (25:30):
  • Snowed Under (3:52)
  • Fly To Me (5:33)
  • Something In Me Was Dying (4:46)
  • She Opens Her Eyes (4:27)
  • To The End Of The Earth (3:35)
  • The Way You Want It (3:17)
  • Seite D (24:02):
  • Allemande (4:23)
  • Walnut Tree (3:40)
  • Love Actually (4:30)
  • Wonderful River (3:42)
  • More Matey (3:19)
  • Get Away From Yourself (4:18)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
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