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GERMAN KULTROCK FESTIVAL 2022 - Balver Höhle - 13.08.2022

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Nach zweijähriger Zwangpause konnten die "Höhlenmenschen" endlich wieder abfeiern!

Am letzten Samstag, den 13.08.2022, war es endlich wieder soweit. Um Punkt 16:30 Uhr öffneten Guido Simm, einer der Veranstalter, und seine Truppe nach über zwei Jahren Abstinenz erstmals wieder die Pforten der Balver Höhle zu dieser musikalischen Kultveranstaltung. In diesem Jahr feierte die Veranstaltung dazu noch ihr 10-Jähriges. Na ja, eigentlich das 10. Festival im 12. Jahr.

Im mit ca. 1.400 Besuchern ausverkauften Felsendom war um diese Zeit natürlich schon längst alles vorbereitet. Schon Tage zuvor waren einige Fans des Balver-Musikspektakels ins Sauerland gereist, um in Wohnmobilen, Wohnwagen oder Zelten auf dem Gelände vor der Balver Höhle zu campieren. Laut Aussage einiger Camper ist es zur Zeit des Höhlenkonzerts sehr schwierig noch eine Unterkunft in der Stadt an der Hönne zu ergattern. Und Campen verbindet bekanntlich. So feierten einige Fans bereits Tage zuvor abends mit Gleichgesinnten auf dem improvisierten Campinggelände.

Die Höhle, bestehend aus einer großen Haupthalle mit zwei davon abzweigenden Nebenarmen, hatte wieder zwei Bühnen zu bieten. Die große Hautbühne direkt am Höhleneingang, sowie die Nebenbühne im hinteren Teil, welche ausstattungsmäßig eher einem Wohnzimmer entspricht.

O'Phrenic

 

Wo die Hauptbühne über den Abend von wechselnden Bands bespielt wurde, hatte die Band O’Phrenic die „Wohnzimmerbühne“ für sich alleine. Die Musiker aus Letmathe waren auch die einzigen, die mehr als einen Auftritt hatten. Sie hatten nämlich in diesem Jahr die Aufgabe übernommen, in den Umbaupausen der Hauptbühne die Höhle zu beschallen. Und so waren sie auch diejenigen, die in diesem Jahr musikalisch das Festival eröffnet haben.

 

 

 

 

Bröselmaschine

Der erste Act auf der Hauptbühne wartete dann gegen 17:15 Uhr auch gleich mit einer wahren Gitarrengröße Deutschlands auf. Kein Geringerer als der Gitarrenlehrer der Nation, Peter Bursch, durfte den Konzertabend mit seiner Band „Bröselmaschine“ auf der Hauptbühne eröffnen. Wohl fast jeder, der irgendwann einmal versucht hat Gitarre zu lernen, ist über eines der Lehrbücher von Bursch gestolpert. Die bereits 1968 gegründete Krautrock und Folk Formation des Duisburgers wurde u.a. von Manni von Bohr an den Drums und Stella Tonon als Sängerin unterstützt.

 

 

 

 

 

 

Birth Control

 Manni durfte dann auch fast gleich sitzen bleiben, da er auch die Schießbude bei der nächsten Band des Abends sein Spielfeld nannte. Eine Band, die eine ähnlich lange und abwechslungsreiche Geschichte vorzuweisen hat, durfte nach einer kurzen Umbaupause gegen 18:30 Uhr die Bühne entern. „Birth Control“, gegründet in Berlin 1966, war der zweite Act auf der Hauptbühne in der Höhle. Ihren Namen hat die Band einem Moderator des Radiosenders AFN (American Forces Network) zu verdanken, der den englischen Begriff für Geburtenkontrolle im Zusammenhang mit der päpstlichen Enzyklika zur Geburtenkontrolle erwähnte. Und ZACK, war der Bandname gefunden. Und wer weiß, wer als erster bei Birth Control die Drumsticks geschwungen hat? Jawoll, der Top-Moderator des „Schmunzelfernsehens“, Hugo Egon Balder.

PP Jane

 

Während draußen das Bier gezapft, die Wurst gebraten und die Pommes frittiert wurden, bereitete sich im Höhleneingang zu Klängen von O‘Phrenic aus dem „Wohnzimmer“ bereits die nächste Truppe auf ihren Auftritt vor. „Peter Panka’s Jane“, mit dem Frontmann und Mitveranstalter Klaus Walz, steht in jedem Jahr in Balve auf der Hauptbühne. Nach dem Tod des langjährigen Bassisten Charly Maucher im Jahr 2019 stand in diesem Jahr zum zweiten mal sein Nachfolger Holger „Holli“ Coolyard als „Puls der Band“ auf der Höhlenbühne. Vom Fan zum Bandmitglied ist eher eine ungewöhnliche Karriere. Aber eine tolle Ergänzung für Jane.

 

Band Of Friends

 Die vierte Band des Abends kann man im Nachhinein wohl als den „heimlichen“ Hauptact bezeichnen. Die Blues Formation „Band Of Friends“ um den nordirischen Bassisten Gerry McAvoy feiert die Musik des bereits 1995 verstorbenen Gitarristen Rory Gallagher. McAvoy war selber über 20 Jahre enger Wegbegleiter von Gallagher und ist auf fast allen Tonaufnahmen des Ausnahmegitarristen zu hören. Die Power, mit der dieser Mann die Bühne zum Beben gebracht hat, ist kaum zu beschreiben. Fast mit der Leichtigkeit eines Flea von den Red Hot Chili Peppers rockte dieser 70-jährige die Balver Höhle. Das war für mich definitiv das Highlight des Abends, auf das die meisten Besucher gewartet hatten. Im übertragenen Sinne kann man auch sagen, die Höhle brannte. Gut, dass die Feuerwehr vor Ort war…

Apropos Feuerwehr. Eine kleine Schockgeschichte am Rande. Drei Tage vor dem Event bekam der Veranstalter eine Absage des örtlichen Sanitätsdienstleisters. Ich denke jeder kann sich vorstellen, was da beim Veranstalterteam losgewesen ist. Ohne Sani’s kein Festival. Zur großen Freude sowohl des Veranstalterteams, als natürlich auch der Festivalgäste, hat sich kurz vor der Veranstaltung doch noch ein Unternehmen gefunden, welches die Sanitätsdienstleistung erbringen konnte. Im Namen aller, die durch Eure kurzfristige Zusage einen fantastischen Konzertabend erleben durften, sage ich hier stellvertretend herzlichen Dank an Mokipa Event & Medical aus Hamm.

The New Roses

 Mittlerweile war es schon fast 23:45 Uhr und der letzte Auftritt des Abends stand an. Die Wiesbadener Rockband „The New Roses“ sollte als Headliner das Schlusslicht des Abends sein. Leider ist dies nicht immer eine dankbare Aufgabe. Die Reihen vor der Bühne hatten sich schon kurz nach Ende des vorherigen Auftritts gelichtet. Einige machten sich bereits auf den ggf. weiten Heimweg. Vermutlich ein Grund, warum der Headliner für das Jahr 2023, AXXIS, hier lieber die vorletzte Geige spielen möchte. Aber der vierköpfigen Band um Sänger und Gitarrist Timmy Rough schien es nichts auszumachen, dass die Höhle etwas leerer wurde. Man hatte eher den Eindruck, dass sie versuchten die bereits vor der Höhle befindlichen Gäste wieder hineinzulocken.

Alles in allem war es mal wieder eine tolle Veranstaltung mit einem Publikum, was man anderswo auch gerne sehen würde. Eine Atmosphäre ähnlich wie bei einer jährlichen Familienfeier. Oder vlt. sogar besser.

Vielen Dank an Guido, Gina und Klaus für die Akkreditierung.

 

Die Ankündigung des German Kultrock Festivals 2023 findet Ihr hier.

Weitere Fotos von unserem Fotografen Dietmar Seifer gibt es auf seiner Facebook-Seite und auf Instagram.

 

Line-Up

  • O'Phrenic
  • Bröselmaschine
  • Birth Control
  • Peter Panka´s Jane
  • Band Of Friends
  • The New Roses

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Dietmar Seifer - Fotograf und Konzertberichterstatter (Info)

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