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Suidakra: Caledonia (Review)

Artist:

Suidakra

Suidakra: Caledonia
Album:

Caledonia

Medium: CD
Stil:

(Folk) Heavy Metal

Label: Armageddon/Soulfood
Spieldauer: 50:04
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Mancher sehen in SUIDAKRA nicht ganz gerechtfertigt das Erbe Skyclads, und ihr neues Album zeigt die Deutschen einmal mehr in anderen Gefilden beheimatet als die Briten. Einen über acht Minuten langen Opener hatte man auf der Insel noch nicht, und die Folk-Komponente ist nicht so vordergründig im stets melodiösen, doch nach wie vor schwarz eingefärbten Stoff von Arkadius-Rückwärts.

Dass Gitarrist und Saubersänger Marcel wieder zurückgekehrt ist, wertet den zuletzt eher eindimensionalen Sound der Band definitiv auf, denn wo der Bandchef relativ gleichförmig kreischt, setzt sein Widerpart die Akzente und beschert den Tracks ihre Unterscheidbarkeit. In Punkto Instrumentalarbeit wird das Quartett immer versierter, wenngleich die großen Momente ausbleiben. Dafür sind sie zu keinem Zeitpunkt stumpf und erst recht nicht aus morschem Pagan-Viking-Holz geschnitzt. So verkommen die akustischen Momente wie während des sachte vorgetragenen dritten Stücks oder in „Ramble“ nicht zu Trinkertänzen, sondern erfüllen ihren Zweck als stimmungsvolle Gegenpunkte zum energetischen Rest. Wo vor allem in Skandinavien und unter teutonischen Ahnenverwaltern überwiegend unbedacht Raufen und Saufen verherrlicht wird, schwingt bei SUIDAKRA stets Wehmut – höre „Distant Call“ - wie Lebensfreude mit. Die Keyboards dienen nur gelegentlicher Soundunterfütterung, weil die Sechssaiter ihre Unterstützung im harmonischen Bereich nicht nötig haben. Ihr Spiel gestaltet sich angenehm traditionsmetallisch.

Die gelungensten Stücke des Konzeptalbums über die Pikten im Kampf gegen Rom sind zum Einen das treibende „Evoke The Demon“ mit rau-melodischem Gesang; dann gibt es mit „Dawning Tempest“ einen recht schweren Stampfer mit einem Dudelsack, den die Musiker ruhig öfter einsetzen könnten. Blast und Trümmerorgien zum Selbstzweck stehen nicht auf dem Programm, und Langeweile im mittleren Tempobereich kommt dennoch nicht auf. Wenn zur Befestigung von „Forth-Clyde“ dann doch gehackt wird, berechtigt der eindringliche Gesang diese Vehemenz nebst den muskulösen Riffs.

„On Torrid Sand“ stolpert rhythmisch verspielt leicht unter der Qualitätsmarke des Rests umher, und „The IX Legion“ wäre ohne Pipes und Chöre recht gewöhnliche Melodic-Death-Schule, aber dies sind die üblichen Schwächen am Ende vieler Alben.

Wer will, kann SUIDAKRA verweigerte Weiterentwicklung unterstellen; dagegen steht das Argument der Feinabstimmung, denn statt effekthascherisch auf der Heidenschiene zu reiten oder verzweifelt nach Innovation zu graben, konzentriert die Band sich auf die Lieder an sich, was heuer nicht zum Selbstverständnis des Genres gehört. Mit ihrem Sound stehen die vier Herren in Deutschland ziemlich alleine da, und sie kultivieren ihn mit Hingabe, ohne sich selbst als christenfressende Naturburschen zu stilisieren.

FAZIT: Wenn frühzeitliche Historie Europas im Metal verarbeitet werden muss, dann bitte so wie bei SUIDAKRA. Hier steht die Musik im Hellen, nicht der unterbelichtete Geisteszustand von Geschichtsverklärern mit dünner musikalischer Kompetenz: Heavy Metal mit folkloristischem Touch und gediegener Aggression in Pflicht erfüllenden bis wirklich mitreißenden Stücken.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4080x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Highland Hills
  • A Blackened Shield
  • The Ember Died (Part II)
  • Evoke The Demon
  • Forth-Clyde
  • Ramble
  • Dawning Tempest
  • The Distant Call
  • On Torrid Sand
  • The IXth Legion
  • Farewell

Besetzung:

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