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Airtime: Liberty Manifesto (Review)

Artist:

Airtime

Airtime: Liberty Manifesto
Album:

Liberty Manifesto

Medium: CD
Stil:

Melodic Hard Rock

Label: Escape Music
Spieldauer: 53:44
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Rik Emmett (ex-TRIUMPH) und Michael Shotton (ex-VON GROOVE) scheinen bei ihrem gemeinsamen Projekt AIRTIME den Albumtitel "Liberty Manifesto" wörtlich genommen zu haben. Sie setzen sich selbst keine stilistischen Grenzen, was es aber auch unmöglich macht, eine Beschreibung dieses Debüts auf den Punkt zu bringen. Stattdessen im Folgenden eine Rezension der einzelnen Songs:

Mit "Edge Of Your Mind" starten AIRTIME furios in ihr erstes Album. Vertracktes Riffing, Elemente aus Classic Rock und Progressive Rock, ein hymnischer Refrain und Rik Emmetts leicht weinerlicher Gesang drücken den Song fast ein wenig in Richtung DREAM THEATER zu "When Dream And Day Unite"-Zeiten. Definitiv nicht das, was man von einem Projekt "älterer Herren" erwarten würde und ein toller Auftakt!

Aber schon beim nächsten Song "Midnight Black & Blue" meint man, eine andere Band zu hören. Düsteres, modernes Grunge-Riffing und stampfende Grooves, dazu das völlige Fehlen der großen Melodien, die eben noch den Opener geprägt hatten. Stattdessen der Versuch, irgendwie "böse" und "cool" zu klingen, leider ein Totalausfall.

Anschließend drehen sich AIRTIME wieder um 360 Grad und präsentieren mit dem Quasi-Titelstück "Liberty" einen epischen Höhepunkt mit leichtem Progressive-Touch. Schöne Akustikparts wechseln sich mit bombastischen Chören, mehrstimmigen Gitarrenarrangements und orchestrierten Passagen ab. Erinnerungen an die Siebziger-Phasen von Bands wie RUSH oder QUEEN werden geweckt, und auch Rik Emmetts hohe und dramatische Stimme passt perfekt, so dass dieser Song tatsächlich aus diesem Jahrzehnt stammen könnte.

Eine kurzes Intermezzo bietet das Instrumental "Headstream" mit schönen Flamenco-artigen Akustikgitarren. Toll gespielt und atmosphärisch.

Danach legen AIRTIME mit den beiden folgenden Tracks eine Art AOR-Zwischenspiel ein. "River Runs Deep" überzeugt mit treibendem Beat und eingängigem Refrain. Die natürliche Produktion und Instrumentierung wie Akustikgitarren und an Brian May erinnernde Leads lassen aber auch weiterhin die Siebziger und den Classic Rock aufleben. Der Melodic-Rocker "Find Your Way" setzt noch stärker auf Achtziger-Appeal, kann aber aufgrund des etwas zahnlosen Refrains nicht ganz überzeugen.

"Addicted" klingt dann im Vergleich fast ruppig mit seinem heftigen Riffing. Auch gibt man sich hier deutlich Blues-beeinflusster und vernachlässigt dafür wieder die Gesangsmelodien. Anschließend gehen AIRTIME noch einen Schritt weiter und präsentieren mit "Code 9" sogar einen stark Funk- und Jazz-beeinflussten Rocker, der so gar nicht zum bisher gehörten Material passen mag.

Mit "Rise" ist man dann aber wieder zurück im dramatischen Melodic Rock. Der Song wechselt zwischen hart rockenden Strophen und leicht progressiven, atmosphärischen Akkordfolgen im Refrain. Nur der Gesang erscheint etwas zu aggressiv, Rik Emmett gefällt mir besser, wenn er die großen Melodiebögen auspackt.

"Moving Day" könnte dann wieder ein Originalsong aus den Siebzigern sein, eine wunderschöne Classic-Rock-Ballade a la KANSAS, und auch RUSH lassen wieder grüßen.

Mit dem instrumentalen "Transmutation" schließt sich der Kreis zum progressiven Anfangsstück, denn dieser Track hätte atmosphärisch und was Melodieführung und Akkordfolgen betrifft auch auf "Scenes From A Memory" von DREAM THEATER stehen können. Sogar das typische Stakkato-Riffing ist hier zu hören, aber natürlich gehen AIRTIME weniger technisch und verfrickelt zu Werke. Dies wäre ein runder Abschluss gewesen, aber mit "Cryin´ Shame" folgt noch ein Bonustrack, der wieder mit Blues-Einflüssen und leicht funkigen Gitarren aus dem Rahmen fällt.

Die Produktion ist leider nicht ganz optimal und klingt manchmal etwas dünn. Gerade bei den opulenteren Passagen mit Chören und Orchesterarrangements würde man sich manchmal einen etwas größeren Sound wünschen. Dafür klingt "Liberty Manifesto" schön organisch und natürlich.

FAZIT: Es fällt schwer ein einheitliches Urteil zu fällen. Hätten sich AIRTIME darauf konzentriert, den klassischen Hard Rock der Siebziger, leicht progressiv und bombastisch, wieder aufleben zu lassen, wäre eine höhere Bewertung möglich gewesen. Diese Aufgabe erledigen Rik Emmett und Michael Shotton vorzüglich, besonders "Liberty" oder "Edge Of Your Mind" wissen zu gefallen. Die gelegentlichen Ausflüge in andere Genres wie Blues, Funk und Jazz verzerren das Bild jedoch und können auch nicht gleichermaßen überzeugen.

Daniel Fischer (Info) (Review 3549x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Edge Of Your Mind
  • Midnight Black & Blue
  • Liberty
  • Headstream
  • River Runs Deep
  • Find Your Way
  • Addicted
  • Code 9
  • Rise
  • Moving Day
  • Transmutation
  • Cryin´ Shame

Besetzung:

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