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Allen - Lande: The Revenge (Review)

Artist:

Allen - Lande

Allen - Lande: The Revenge
Album:

The Revenge

Medium: CD
Stil:

Melodic Hardrock/Melodic Metal

Label: Frontiers Records
Spieldauer: 63:33
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Kurz vorweg, weil ich im Vorfeld im Internet tatsächlich auf diese Schlussfolgerung gestoßen bin: Der Titel dieser zweiten Sängersymbiose steht schon mächtig lange fest und hat mit einem eventuellen Nachtreten durch "Jörn" Lande (charmanter Tippfehler, liebes Label, sorry *g*) in Richtung MASTERPLAN rein gar nichts zu tun. Wer den Vorgänger nicht nur beiläufig kennt und auch einen Blick hinter die Kulissen geworfen hat, weiß aber eh, dass die beiden namensgebenden Stimmakrobaten bei diesem Projekt rein ausführende Künstler sind und die kreative Arbeit gänzlich auf das schwedische Konto des studierten Multitalents Magnus Karlsson geht. Dieser hat also auch diesmal wieder jeden auf "The Revenge" zu hörenden Ton und jede Zeile erdacht, bis auf das Schlagzeug alle Instrumente eingespielt und das Ganze dann mit der passenden Produktion veredelt. Da ist es fast schon eine Schande, dass es anderer, heller scheinender Namen auf dem Umschlag bedarf, damit diese Vorzeigeperlen des Melodic-Genre die verdiente Aufmerksamkeit erfahren, die anderen Werken, an denen der Songtüfftler großen Anteil hat, wie PLANET ALLIANCE, STARBREAKER, MIDNIGHT SUN oder auch LAST TRIBE bisher größtenteils verwehrt wurde.

Es besteht natürlich nichtsdestotrotz kein Zweifel daran, dass diese CD ihren besonderen Reiz erneut durch die Kooperation von Jorn Lande und seinem amerikanischen Gegenpart Russell Allen (SYMPHONY X) erfährt. Keine Ahnung, ob sich die beiden Sänger, unter denen das Material wieder gleichmäßig aufgeteilt wurde (jeweils drei Solonummern und sechs Duette), bisher überhaupt jemals persönlich oder speziell im Studio begegnet sind, aber das Bewusstsein über die Beteiligung des jeweils Anderen scheint zu reichen, um sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzustacheln. Von emotionsloser Auftragsarbeit ist auf jeden Fall auch diesmal wieder nichts zu spüren.

An den Umständen und dem Team hat sich seit "The Battle" inklusive eines Blickfänger-Artworks von Rodney Matthews im Science Fantasy-Stil also (fast) nichts geändert und da verwundert es kaum, dass auch auf musikalischer Ebene großartige Unterschiede zum Vorgänger kaum auszumachen sind. Wenn man denn partout welche nennen will, könnte man meinen, dass das Sequel von der Gesamtstimmung her ein wenig düsterer und insgesamt etwas härter ausgefallen ist. Laut Info ist dies auf Dennis Ward zurückzuführen, der diesmal den Mix übernommen hat. Dafür, dass man bei aller Eingängigkeit stets den Fuß in der Tür zur Metal-Ruhmeshalle hält, sorgt aber wie zuvor grundsätzlich auch der Strippenzieher selber, indem er sich konstant in jedem Song Platz für den eigenen Soloauftritt einräumt. Die Gitarrenarbeit spielt dadurch auch eine größere Rolle, als ihr bei der Erwähnung dieses Projekts und während des Bestaunens der großen Stimmen an Beachtung eingeräumt wird.

In den selbst vorgegebenen Grenzen äußerst abwechslungsreich und gleichzeitig qualitativ kompakt, fällt es schwer, vermeintliche Highlights auf "The Revenge" hervorzuheben. Der Titeltrack gehört ganz sicher dazu und bietet gleich zu Beginn alles auf, was das Zusammenwirken dieser Ausnahmemusiker ausmacht. Das Keyboard im Hintergrund legt den Bombastteppich für das erste Aufeinandertreffen der besonderen Art aus, zu dem ein orientalisch anmutender Instrumentalteil inklusive Gitarrensolo den angemessen Stuck liefert, und als Ergebnis steht dann gleich mal ein mitreißender Kracher, der Liebhaber von "Erwachsenenrock" bis zum gemäßigten Schwermetall gleichfalls begeistern dürfte. Das danach bedacht startende "Obsessed" mit seinem einfach gehaltenen Metal-Riff, das mit Russell Allen den raueren der beiden Sänger durch den Song trägt, ist dann gemessen an dem bisher bekannten Stoff ziemlich heavy ausgefallen, und gleiches gilt für das anschließende "Victory", das durch die geteilte Vokalarbeit aber noch an Bedeutung zulegen kann. "Master Of Sorrow" steigert sich von einer Pianoballade zum dramatischen Gefühlsrocker und ist genau das Metier, in dem sich Jorn Lande am wohlsten fühlt und er dann auch besonders brillieren kann. "Will You Follow" mit Russell Allen könnte fast als schnelle JOURNEY-Nummer durchgehen und neben einigen harmonischen Hardrockern mit höherem Mitsingfaktor weiß "Wake Up Call" mit seinen "Over The Hills..."-Anleihen dann noch besonders zu gefallen, bevor uns die beiden Protagonisten mit der nochmals gemeinsam intonierten Ballade "When Time Doesn´t Heal" sanft verabschieden und mit der Gewissheit zurücklassen, dass auch aus dem zweiten Duell nur Gewinner hervorgehen.

Warum "The Revenge" am Ende eine Nasenlänge hinter seinem älteren Bruder zurückbleibt, hat allenfalls zweitrangige Gründe: Erstens fehlt diesmal das kleine Überraschungsmoment, da eigentlich genau klar war, was einen erwarten würde und zweitens kann man selbst als eingefleischter Fan und trotz aller Qualitäten eine gewisse Übersättigung an "Alben-mit-Jorn-Lande-Beteiligung" nicht mehr so ganz von der Hand weisen...

FAZIT: Bei vielen, die mit eingängigem Hardrock und Melodic Metal was am Hut haben, dürfte vor zwei Jahren "The Battle" in der persönlichen Hitliste gestanden haben - und genau da gehört auch "The Revenge" in diesem Jahr hin.

Lars Schuckar (Info) (Review 3743x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • The Revenge (Jorn and Russell)
  • Obsessed (Russell)
  • Victory (Jorn and Russell)
  • Master Of Sorrow (Jorn)
  • Will You Follow (Russell)
  • Just A Dream (Jorn and Russell)
  • Her Spell (Jorn)
  • Gone Too Far (Russell)
  • Wake Up Call (Jorn and Russell)
  • Under The Waves (Jorn)
  • Who Can You Trust (Jorn and Russell)
  • When Time Doesn´t Heal (Jorn and Russell)

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Thomas
gepostet am: 10.07.2013

User-Wertung:
14 Punkte

Die Rezi passt uneingeschränkt; meine erste Scheibe des Duos Lande/Russel, daher bei mir im Vorteil im Vergleich zu "The Battle"
Kauf lohnt sich auf jeden Fall für die Zielgruppe
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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