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Fjoergyn: Sade Et Masoch (Review)

Artist:

Fjoergyn

Fjoergyn: Sade Et Masoch
Album:

Sade Et Masoch

Medium: CD
Stil:

Gothic Metal

Label: Reartone Music/Twilight
Spieldauer: 52:51
Erschienen: 2007
Website: [Link]

Der Bandname weckt phonetisch Assoziationen ans Rückwärts-Essen, doch das musikalische und gewichtig-philosophische Geisteskind von Herrn L. reizt weder zum Brechen noch Jubeln.

Dass der Ideengeber geschulter Musiker ist, hört man an der gekonnten Orchestrierung, während die Rock-Edge bloß der Form genügt. Über rudimentäre Rhythmusgitarren reicht die Musik selten hinaus - erst bei kurzen Lead-Einspielungen in den Tracks des hinteren Albumdrittels. Riffs wie jenes zum Auftakt von „Katharsis“ möchten grooven, doch dies ist ihnen ob des rhythmischen Fundaments unmöglich; gerade die Blastbeats sind hemdsärmelig ausgeführt und klingen nicht einmal brutal. Nicht zuletzt wegen des stilisierten Krächzens ist die Musik sowieso nicht sonderlich aggressiv. Als bloß basische Variante von Lacrimosa oder ernstere Version des hochtrabenden Unfugs von Samsas Traum gehen „Das Leid des Einhorn“ oder „Die Hierarchie Der Engel“ durch. Die Texte sind unpeinlich, wenn auch bedeutungsschwanger, sofern man nicht generell Aversionen gegen deutsches Sangesgut und Vergeistigtes hat. L. erzählt von menschlicher Eitelkeit und Selbstzerstörung sowie im Kontrast dazu von den Himmelsscharen, die nicht die Last des freien Willens tragen. Neu ist die Thematik seit Milton oder De Sade keineswegs, wie auch der Keyboard-schwangere Sound des Projektes keine Revolution verursachen wird – schon gar nicht in Discotheken, denn glücklicherweise zielt L. nicht auf klischeenasse Dancefloors und Gothic-Girls..

Stimmungsmäßig überwiegt die erwähnte aufgesetzte Wut; die lautlichen Abscheubekundungen (Sodoms Angelripper in Lack und Leder?) des Sängers nerven dabei regelmäßig. In „Masoch“ und „Narziss(t)“ kommt es zusätzlich kurzzeitig zum gelungenen Transfer der Atmosphäre ins fast Hymnisch-Gloriöse, das sich in den verwendeten Orchesterfarben und Harmonien wiederspiegelt. Der Sound könnte gerade wegen der Gewichtung des Sinfonischen wärmer sein. Die viel zu selten auftauchenden klaren Vocals sind eine der wenigen Komponenten, die nicht so gekünstelt klingen, zumal das Melodieverständnis des Komponisten prinzipiell vorhanden ist – nur sinkt die Genießbarkeit seines Albums durch den vorangestellten intellektuellen Anspruch beträchtlich. Wo die Musik akzeptabel an der Schwelle zum Kitsch tönt, stößt das Konzept sie endgültig hinüber.

FAZIT: Gothic mit Metal-Elementen ohne prollige Kraftmeierei, jedoch zu gewollt sophisticated und unorganisch inszeniert. Würde man zu einer richtigen Band mit Proberaumfeeling, käme der Schweiß und ein natürlicher Fluß der Stücke von selbst...die Krux musikalischer Romantiker und Einzelgänger.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2771x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Prolog
  • Das Leid Des Einhorn
  • Die Hierarchie Der Engel
  • Ach Sprich Doch...
  • Masoch
  • Katharsis
  • Narziss(t)
  • Ich Sah Den Himmel Weinen
  • Sade

Besetzung:

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