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Hidden Timbre: Hidden Timbre (Review)

Artist:

Hidden Timbre

Hidden Timbre: Hidden Timbre
Album:

Hidden Timbre

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal

Label: Red Farm Records
Spieldauer: 50:31
Erschienen: 2007
Website: [Link]

„Menschenskinder! Ein neues Album von HidDEN TimBRE – und das nach etwa 10 Jahren!“

Dies war mein erster Gedanke, als mir Nils, das ist so eine Art Ober-Guru dieser bissig-progressiven Zungen-Seite, per Mail offerierte, dass er mir das neuste Album dieser ostdeutschen Band zum Besprechen schickt. Also krame ich in meiner CD-Sammlung doch gleich mal die Scheibe hervor, die ich mir bei einem Konzert in Leipzig, wo sie als Vorband von TOXIC SMILE auftraten, gekauft hatte. „Reintonation“ heißt sie und wartet mit einem stark in gelb gehaltenem, etwas abstrakt wirkendem Cover auf, das neugierig macht. Neugierig auf Musik, die dann, zwar nicht sonderlich gut produziert, aber trotzdem ähnlich interessant wie das Nadja-Recknagel-Bild (Die nächste große Malerin dieses immer kulturarmeren Ländles?) auf dem Booklet ist. Jazzig-funkig-progressiv-krautrockig-und-punkig klingt der Silberling, mit Texten, mal auf Deutsch, mal auf Englisch, die auf eine ziemlich gestelzte Lyrik-Art wahrhaften Weltverbesserungspathos in sich tragen. Musik mit einer gehörigen Portion Charme und einem gewöhnungsbedürftigen, trotzdem charismatischen Sänger, an dem sich sicherlich die Kritiker-Geister scheiden würden.

Nach dem erwartungsfrohen Öffnen des Briefumschlags die erste Überraschung: „Das kann doch nicht …? Bei diesem Cover …?“ Doch, doch – „Hidden Timbre“ steht deutlich auf dem Booklet zu lesen, das allerdings diesmal nicht mit neugierig machenden Bildern aufwartet, sondern eher an die neue CD von Christina Stuermer erinnert (und manchmal – bitte nicht erschrecken – auch so klingt). Meine Neugier weicht etwas, dafür macht sich in gleichem Maße ein Hauch Voreingenommenheit breit. Habe ich es hier vielleicht mit einer anderen Band gleichen Namens zu tun? Es scheint so, denn das Begleitschreiben von Red Farm Records kündigt diese CD als Debut an, dem mit „Leave“ 2003 nur eine EP vorausgegangen war.

Spätestens jetzt werden meine Vorurteile größer. Denn hier stimmt definitiv etwas nicht! Ein Blick auf die Band-Besetzung zeigt, dass drei Musiker bereits auf „Reintonation“, diesem geheimnisvollen, verschwiegenen und deutlich spannenderen Album mitmischten. Zwar mixte und masterte da noch kein YOGI LANG von RPWL und auch der RPWL- & BLIND EGO-„Kopf“ KALLE WALLNER produzierte und musizierte nicht als Gast-Keyboarder mit, aber deswegen muss man doch seine eigene Musik-Vergangenheit nicht verschweigen. Oder hat man etwa Angst davor, an dieser gemessen zu werden?

Aus meiner Sicht hätte etwas mehr Vergangenheitsbewältigung HIDDEN TIMBRE recht gut getan. Was früher einem musikalischen, mit Schwächen produzierten Grenzgängertum zwischen Prog, Jazz, Funk, Pop usw. mit oftmals politisch inspirierten Texten gleich kam, wird nun durch fast ausschließlich progressiv-metallische, sehr gut produzierte, sich um Beziehungsprobleme drehende und stark an THE GATHERING erinnernde musikalische Hausmannskost abgelöst. Wem das reicht, oder wer die besagte Vergleichsband mag, dem sei die 2007er Ausgabe von HIDDEN TIMBRE ans Herz gelegt.

Wer allerdings in seinen musikalischen Hörgewohnheiten verstärkt auf progressive Klangexperimente und stilistische Artenvielfalt setzt, der wird feststellen müssen, dass die Musik und das CD-Cover irgendwie verdammt gut zueinander passen.

FAZIT: Von Holland zu lernen, heißt ähnlich wie ihr progressives Aushängeschild mit weiblichem Gesang zu klingen. HIDDEN TIMBRE versuchen sich an dem musikalischen Stil von THE GATHERING zu orientieren – und haben dabei ihre musikalische Vergangenheit völlig verdrängt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2344x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Matter Of Pride
  • At The Crossroads
  • End Of Days
  • Tell Me
  • Time To Sleep
  • My World Is Bigger
  • Be Winded
  • DOOM

Besetzung:

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