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Sieges Even: Playgrounds (Review)

Artist:

Sieges Even

Sieges Even: Playgrounds
Album:

Playgrounds

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal / Progressive Rock

Label: InsideOut
Spieldauer: 69:49
Erschienen: 25.07.2008
Website: [Link]

Ooohhhh, wie habe ich als Kind doch immer Spielplätze gehasst!

Da zog man als kleines, unschuldiges Wesen mit seinem Plasteschäufelchen und den Sandkuchenförmchen los, knallte sich, weil natürlich alle Schaukeln mal wieder von diesen schrecklichen Altersgenossen, die ein GRÖNEMEYER auch noch an der „Macht“ sehen wollte, besetzt waren, in den Sandkasten und begann aus Verzweiflung mit seinen Förmchen Sandkuchen zu backen. Doch spätestens der dritte oder vierte Kuchen bekam dann eine unfreiwillige Glasur – braun und schmierig – die klassische Hundescheiße-Glasur eben.

Doch was hat das alles eigentlich mit dem Spielplatz zu tun, auf dem sich SIEGES EVEN livehaftig in diesem und dem vergangenen Jahr musikalisch austobten und deren Ergebnisse nun nicht als bekackte Sandkuchen, sondern als silbernes Tellerchen samt Löchlein vor mir liegen?

Eigentlich gar nichts – doch wenn wir bei dem entworfenen Bild bleiben wollen, dann unterscheidet sich ihre live dargebotene Musik doch deutlich von meinen Sandkastenerlebnissen, denn ich kann darin herumwühlen so viel ich will, aber es kommt keinerlei Scheiße zum Vorschein!

Sieben Studio-Alben und insgesamt 22 Jahre (!!!) dauerte es, bis mit „Playground“ das erste Livealbum von SIEGES EVEN das Licht der musikalischen Welt erblickt. So ist es keinesfalls verwunderlich, dass die beiden ältesten Titel dieser Konzertaufnahmen, „The Waking Hours“ & „These Empty Places“, auch schon 18 Jahre auf dem Buckel haben und aus einer Zeit stammen, als noch Jogi Kaiser der Band seine Stimme verlieh. Eine Stimme, die beim Hören dieser Live-Aufnahmen garantiert nicht vermisst wird, denn der neue holländische Sänger ARNO MENSES, der als ehemaliger SIEGES-EVEN-Fan, samt einer auf seinen Oberarm tätowierten Liedstrophe eines SE-Songs, nun zum singenden Bandfrontmann wurde, ist ein stimmlicher Tausendsassa. Er verleiht der Musik eine vokale Gefühlsebene, die sich in den ruhigen genauso wie in den aggressiven, härteren Momenten zuhause fühlt.

Auch wird durch diese riesigen, zeitlich weit auseinander liegenden Zeiträume klar, dass der Vorwurf, den man (auch auf unseren Seiten) SIEGES EVEN bezüglich ihrer zurückgenommenen musikalischen Härte machte, unberechtigt war. Vergangenheit und Zukunft klingen auf „Playgrounds“ wie aus einem Guss.

Natürlich liegt aber der Schwerpunkt dieser Konzertaufnahmen bei den letzten beiden Alben „The Art Of Navigating By The Stars“ und „Parmount“. Das erste SE-Live-Album wird mit dem gleichen Titel, der auch ihr letztes Studio-Album begann, eröffnet und lässt nicht nur Alpha und Omega kollidieren, sondern auch fast brachiale Härte und wundervolle Melodien. Überhaupt erscheint die Live-Ausgabe von SIEGES EVEN härter als die Musik der letzten beiden Studio-Alben. Ein immer wieder schöner Effekt, der hier dem Hörer vorgeführt wird: das Eine ist die im Studio produzierte Musik, das Andere aber das, was auf der Bühne daraus gemacht wird. Und hier begnügt man sich nicht mit dem Nachspielen der Studioaufnahmen, sondern verleiht den einzelnen Titeln durchaus neue Musik-Gewänder. Diese klingen dann nach all dem, was der Fan von SIEGES EVEN an der Band schätzt, mal bombastisch, mal verspielt, mal frickelig, mal balladesk, mal hochexplosiv. Angereichert werden diese Live-Darbietungen zusätzlich durch vom Mischpult kommende Sound-Spielereien.

Da ich das Glück hatte, das, was es auf dieser CD zu hören gibt, auch live zu sehen, bleibt für mich am Ende eigentlich nur die Feststellung übrig, dass mit den auf diesem Album fehlenden Titeln „Eyes Wide Open“, „Stigmata“ und „Leftovers“ auf Songs verzichtet wurde, die ich genauso gerne auf diesem Silberling wiedergefunden hätte. Vielleicht reicht’s ja nach der nächsten großen Tournee für ein Doppel-Album. Mich würde es freuen!

FAZIT: Auf dem „Spielplatz von SIEGES EVEN werden keine kleinen Sandküchlein gebacken, sondern riesige, musikalische Sandburgen gebaut, denen man nur wünschen kann, dass sie nicht in sich zusammenfallen, sondern die entsprechende Aufmerksamkeit erhalten, die sie sich bei dieser musikalischen Qualität redlich verdient haben!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 4239x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • When Alpha And Omega Collide
  • Tidal
  • Unbreakable
  • The Waking Hours
  • Iconic
  • These Empty Places
  • Duende
  • Paramount
  • The Lonely Views Of Condors
  • The Weight

Besetzung:

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