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Klaus Schulze feat. Lisa Gerrard: Dziekuje Bardzo (DVD) (Review)

Artist:

Klaus Schulze feat. Lisa Gerrard

Klaus Schulze feat. Lisa Gerrard: Dziekuje Bardzo (DVD)
Album:

Dziekuje Bardzo (DVD)

Medium: DVD
Stil:

Elektronische Musik / Ambient

Label: Synthetic Symphony / SPV
Spieldauer: 97:20
Erschienen: 29.05.2009
Website: [Link]

Erst letztes Jahr konnte der größte Vertreter der „Berliner Schule“, KLAUS SCHULZE, mit seiner ersten Live-DVD „Rheingold“ die Fans verzücken. Nun schob der Meister bereits im Mai dieses Jahres sein zweites Live-Dokument hinterher. Aufgenommen in der Bazylika Ojców Salezjanów in Warschau im November 2008, ist diese DVD speziell seinen polnischen Fans gewidmet, die ihn jahrelang treu unterstützten. Deswegen ist diese Veröffentlichung auch passend mit „Dziekuje Bardzo“ – zu Deutsch „Vielen Dank“ – betitelt.

Auch auf diesem Konzert wird er in zwei „Liedern“, „Bazylika NSJ“ und „Godspell“, von der ehemaligen DEAD CAN DACE-Sängerin Lisa Gerrard unterstützt. Dass sich beide kongenial ergänzen, durfte man bereits auf „Rheingold“ erfahren.

Schon im ersten Teil des Konzerts, dem SCHULZE-Solostück „Shoreless Two“, sitzt das Publikum gebannt auf ihren Stühlen, vollkommen überwältigt von den majestätischen Synthetik-Chören, den ausgedehnten Soundscapes und dem behutsamen Aufbau der Musik. Ein faszinierendes Moogsolo treibt jedem Vintage-Fan die Tränen in die Augen. Unterstützend zu den Klangwelten wurden Lichtstäbe um und über den Bühnenraum montiert, die im Takt der Sequenzerlinien pulsierend ihre Farbe ändern. Ansonsten wird mit Lichteffekten sparsam umgegangen, da man versucht, mit der sich langsam entwickelnden Musik zu harmonisieren. Die sakrale Umgebung tut ihr Übriges.

Im zweiten und dritten Teil des Konzerts tritt schließlich Lisa Gerrard auf die Bühne, auch diesmal wieder in edlem Gewand, wie eine moderne Walküre. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ein Großteil der hier gespielten Stücke improvisiert ist. SCHULZE scheint sich lediglich grobe Vorgaben gesetzt zu haben um dessen Struktur herum Gerrard und er einen atmosphärischen Fluss erzeugen. Es verlangt von beiden freilich die größte Konzentration ab, die Magie liegt im Moment, die Magie der Spontanität und der gegenseitigen Ergänzung. Es ist sehr faszinierend, diesen beiden künstlerischen Geistern zuzusehen.

„Dziekuje Bardzo“ ist im Vergleich zu „Rheingold“ ein großes Stück anstrengender und schwerer zu Verdauen. Die Stücke sind noch länger, noch ausgedehnter und Lisas Beiträge zwar sehr viel markanter, dafür auch deutlich avantgardistischer. Diese Frau ist ohne Zweifel fantastisch, aber ihr extravaganter Gesangsstil ist wegen des fehlenden Textes viel abstrakter. Pluspunkte gibt es speziell im Bereich der Lichttechnik. Gab es auf „Rheingold“ noch nicht allzu viel zu sehen, bieten die Leuchtstäbe in Kombination mit der ehrwürdigen Umgebung einen echten Hingucker.

Zum Rest: „Dziekuje Bardzo“ hält wieder ein paar Fan-Schmankerl bereit, unter anderem den klassischen 5.1-Mix und die Dokumentation „In the Moog for Love“, welche das Verhältnis Lisa Gerrards zu KLAUS SCHULZE, sowie die Strapazen einer Tournee näher beleuchtet. Sehr interessant, da man auch einen Blick auf all die Gerätschaften des Meisters werfen kann. Auch den Rheingold-Trailer kann man anschauen, welcher allerdings irrelevant für die Besitzer der ersten Live-DVD ist. Ansonsten gibt es nichts zu meckern, Klang und Bild sind sogar ein wenig besser als auf „Rheingold“

FAZIT: „Dziekuje Bardzo“ ist bereits die zweite Live-DVD des Elektronik-Papstes KLAUS SCHULZE innerhalb eines halben Jahres. Während „Rheingold“ ein Pflichtkauf für Fans elektronischer Ambient-Avantgarde ist, fehlt bei „Dziekuje Bardzo“ der Überraschungsbonus. Es wird wieder elegische, meditative Musik geboten, KLAUS SCHULZE hält sich mit seinen Keyboards etwas zurück, schiebt dafür die Sangesgöttin Lisa Gerrard mehr in den Vordergrund. Im Allgemeinen etwas zäher als „Rheingold“, trotzdem faszinierend, mit einer guten Bühnenoptik ausgestattet, inklusive einer kleinen Dokumentation, ist SCHULZE wieder mal eine zufriedenstellende Veröffentlichung gelungen.

Benjamin Feiner (Info) (Review 5820x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Shoreless Two
  • Bazylika NSJ
  • Godspell

Besetzung:

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