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Louisiana Red: Back To The Black Bayou (Review)

Artist:

Louisiana Red

Louisiana Red: Back To The Black Bayou
Album:

Back To The Black Bayou

Medium: CD
Stil:

Blues

Label: Ruf Records
Spieldauer: 39:06
Erschienen: 03.04.2009
Website: [Link]

“I’m LOUISIANA RED and I come from behind the sun / When I first came to this city all my troubles had just begun”, so beginnt die Lebensgeschichte des Iverson Minter, der Blues-Welt nur als LOUISIANA RED bekannt, und dieses hier zu besprechende Album “Back To The Black Bayou”. Geboren nicht etwa in Louisiana sondern in Bessemer/Alabama starb seine Mutter bereits kurz nach ihrer Niederkunft 1932. Sein Vater hatte ebenfalls kein Glück. Ihn knüpfte der Klu-Klux-Klan auf. Da war Klein-Iverson gerade einmal sieben Jahre alt. Das, liebe Leute im bequem-satten Germanien, ist der Stoff aus dem der B-L-U-E-S ist. Iversons Künstlername LOUISIANA RED soll angeblich auf seine Vorliebe für eine höllenscharfe Chili-Sauce gleichen Namens zurückgehen, mit der sich die Bewohner des Südens die Geschmacksnerven wegzuätzen belieben.
Bereits 1949 nahm er für die legendären Chess Records auf – bis heute sind es weit über 50 Tonträger geworden. Bei keinem Geringeren als JOHN LEE HOOKER ging der Mann in die Lehre. Ein Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn des sog. „Handy“ im Jahr 1983. Zu diesem Zeitpunkt dachte allerdings noch kein normaler Mensch bei diesem Namen an ein mobiles Telefon. Der „Handy Award“ ist stattdessen eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Blues-Musiker überhaupt erzielen kann. Mittlerweile ist Deutschland seine zweite Heimat geworden – er lebt seit 1981 in Hannover.

Wie bespricht man nun das neue Album eines Mannes, der gerade dabei ist, sich in eine lebende Legende zu verwandeln? Eine einfache und gleichzeitig unglaublich schwere Aufgabe, der ich mich hier zu stellen versuche.
Die Aufnahmen fanden im Juke Joint Studio im norwegischen Notodden statt. Eine Adresse die aufhorchen lässt, findet doch dort jährlich eines der bedeutendsten Blues-Festivals Europas statt. Ein „Hot Spot“ also für die Blues-Szene. Teile der Ausrüstung entstammen noch den berühmten Stax Studios in Memphis/Tennessee, in dem viele Chess-Alben entstanden.
Das Album wurde in Studio-Sessions live eingespielt. Diese Welle von Energie und gemeinsamer Inspiration zwischen den Musikern zieht sich durch jeden einzelnen Song. Little Victor hat diese sehr einfühlsam eingefangen und produziert. Neben LOUISIANA REDs Band um den wohlbekannten LITTLE VICTOR (Guitar, Harp) kamen eine Vielzahl von ausgesuchten Musikern zum Einsatz. Zuvorderst sind natürlich KIM WILSON und Ronnie Hawkins, der allgemein als THE HAWK bekannt ist, zu nennen.

Back To The Black Bayou“ ist ein sehr traditionelles Album geworden – direkt aus den Wurzeln des Blues. Diese Zwölftakter sind vertrackt: So einfach, dass man sie nach wenigen Gitarren-Stunden zu beherrschen glaubt und trotzdem ist es unglaublich schwer, diese mit Seele zu füllen. LOUSIANA RED und seinen Mannen gelingt dies vortrefflich. Die Spielfreude unter den Musikern wurde exakt auf den Tonträger gebannt. Atemberaubend, wie sich die beiden Gitarren und die Blues-Harps „brasilianisch“ anmutende Doppelpässe zuspielen, dazwischen munter klimpernde Pianos und heulende Slides. Über allem schwebt Reds charismatischer Gesang. Nur „live“ im Studio lassen sich solche atmosphärisch dichten Aufnahmen erzielen.
Red unternimmt musikalisch einen Streifzug durch den Süden und interpretiert den Urban-, Memphis- und Delta-Blues. Auch im Chicago-Blues hat der Mann durchaus Wurzeln. Wenn man nach Referenzkünstlern fragen würde, kämen mir spontan JIMMIE REED und MUDDY WATERS in den Sinn. Auch wem das kürzlich besprochene OMAR KENT DYKES/JIMMIE VAUGHAN-Album „Big Town Playboy“ zusagt, wird an „Back To The Black Bayou“ seine helle Freude haben.
Abgerundet wird dieses Album durch ein liebevolles Booklet, in dem Red zu jedem Song eine kleine Geschichte erzählt und damit dem Hörer neue Zugänge zu seiner Musik ermöglicht.

FAZIT: Alben von Legenden bewertet man nicht nach Schulnoten – das wäre schlichtweg eine Beleidigung. LOUISIANA REDs „Back To The Black Bayou“ ist ein ultra-traditionelles Blues-Album alter Schule geworden. Leute, die stets auf der Suche nach “musikalischen Innovationen” [was immer das sein mag] sind, sollten die Finger von diesem Album lassen. Das wären die berühmten Perlen … ihr wisst schon! Alte Blues-Knochen dagegen werden begeistert sein.

Steve Braun (Info) (Review 2635x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • I'm Louisiana Red (3:17)
  • Alabama Train (3:32)
  • Crime In Motion (2:51)
  • Ride On Red, Ride On (3:27)
  • Sweet Leg Girl (4:12)
  • The Black Bayou (4:11)
  • Too Poor To Die (3:08)
  • Don't Miss That Train (2:17)
  • You Done Quit Me (4:18)
  • I Come From Louisiana (2:42)
  • Roamin' Stranger (2:48)
  • At The Zanzibar (2:12)

Besetzung:

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