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Erika Rosén: Reload All Emotions And Let Them Collide (Review)

Artist:

Erika Rosén

Erika Rosén: Reload All Emotions And Let Them Collide
Album:

Reload All Emotions And Let Them Collide

Medium: CD
Stil:

Singer/Songwriter/Indie

Label: Margit Music
Spieldauer: 27:29 (CD1), 18:18 (CD2)
Erschienen: 29.10.2010
Website: [Link]

Es gibt in der Musiklandschaft nur wenige Werke, die einem von der ersten bis zur letzten Sekunde das Gefühl vermitteln, komplett aufgefangen zu werden, sich sicher und wohl fühlen zu dürfen, von Wärme umhüllt und gleichzeitig von Gänsehaut durchschüttelt zu werden. „Reload All Emotions And Let Them Collide“, das Solo-Doppelalbum der SMALL FLOWERS CRACK CONCRETE-Frontdame ERIKA ROSÉN, ist ein solches.

Im Gegensatz zur schrullig-alternativ rockenden Musik ihrer Hauptband beziehungsweise den Indie-Klängen, die sie mit MINUS AT THE MILL und DUNDUN fabriziert, bekommt der Hörer hier fünfzehn Stücke feinstes, wunderschönes Singer-/Songwriter-Material geboten, das ihn fragil, verträumt und melancholisch, positiv, verspielt und warmherzig um den Finger wickelt, einlullt, ja regelrecht umhüllt. Assoziationen zu MAZZY STAR (besonders deren Sängerin Hope Sandoval!), KATIE MELUA (minus Pop), BJÖRK (ohne den ganzen Experimentalismus), PJ HARVEY und manchmal gar ganz entfernt an JARBOE (in deren zerbrechlichen, kindlich-naiven Momenten) werden zwar gelegentlich wach, doch nie und nimmer sollte man hieraus ernsthaft Parallelen ziehen, denn das würde ERIKA ROSÉNs Schaffen, ihren Mühen und ihrem vergossenen Herzblut in keinem Fall gerecht werden. Wäre halt so eine „recommended if you like“-Geschichte.

Die Stücke leben primär vom Gesang – tritt Roséns Stimme in den Raum, ist dieser fast vollständig ausgefüllt, entsprechend sparsam werden demnach die begleitenden Instrumente eingesetzt. Das ist bei vielen Künstlern, wenn sie auf sich selbst als Musiker reduziert werden, fatal, da diese oft nur wenig Gehaltvolles zu erzählen haben, doch diese Befürchtung ist bei der Skandinavierin absolut unbegründet – sie präsentiert sich grundehrlich, echt und authentisch, hat musikalisch und textlich einiges zu sagen und baut um sich herum eine Aura auf, die gleichermaßen geheimnisvoll wie einladend ist. Als sage sie: „Komm, setz dich hin, ich möchte dir eine Geschichte erzählen.“ - und dennoch bleibt eine respektvolle, von Faszination gefärbte Distanz.

Der ein oder andere wird sich wundern, weshalb die fünfzehn Songs, die zusammen auf keine fünfzig Minuten Spielzeit kommen, auf zwei CDs verteilt sind, doch das ist schnell entschlüsselt. Die komplett selbst geschriebenen neun Songs des ersten Rundlings wurden mit den Musikerinnen Carolina Carlbom, Christine Owman, Lotta Wenglén und Katharina Nuttall im Tonstudio aufgenommen, während letztere zwei Damen auch die Produktion übernommen haben. Die sechs Stücke der zweiten Scheibe hat Erika während der letzten Jahre bei sich zuhause komponiert und auf Konserve gebannt – lediglich das Mastering hat sie in fremde Hände, genauer gesagt in die David Carlssons, gelegt. Das erklärt auch, dass jene Songs etwas ungeschliffener klingen und auch der ein oder andere schiefe Ton oder Stolperer auftaucht – unverfälscht ERIKA ROSÉN sozusagen, mit all ihren Ecken und Kanten.

FAZIT: Wer auch nur ansatzweise Gefühle hat, sollte sich dieses schmucke Album zulegen, sich verzaubern lassen und dahinschmelzen wie es Schokolade im Mund tut. „Reload All Your Emotions And Let Them Collide“ hat einfach alles, was ein gutes Singer/Songwriter-Album braucht: Intensität, Emotion, eine Geschichte, gute Songs, vereinnahmender Gesang und der behutsame, aber bestimmte Griff am Handgelenk, der sagen will: „Hör mir einfach zu.“

Chris Popp (Info) (Review 3112x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • CD1:
  • Silent Like A Lamb
  • Why Do You Keep On Doing Thinks You Don't Want To
  • Monsters
  • Windows
  • Never Knew You
  • How About Your Sister
  • Time To Fly
  • She Just Flew Away
  • My Love
  • CD2:
  • Tongue
  • Belongings
  • Fire For You
  • Kill, Kill, Kill
  • The Thought Of Being Sad
  • Parade

Besetzung:

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