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Hangar: Infallible (Review)

Artist:

Hangar

Hangar: Infallible
Album:

Infallible

Medium: CD
Stil:

Power Metal

Label: MiG music
Spieldauer: 53:32
Erschienen: 28.05.2010
Website: [Link]

Infallible“ stellt bereits das vierte Studiowerk der Brasilianer HANGAR dar, der ursprünglichen Band des zwischenzeitlichen ANGRA-Drummers Aquiles Priester. Nachdem das Album bereits 2009 erfolgreich in Japan und Südamerika veröffentlicht wurde, ist es nun auch in Deutschland erhältlich.

Eigentlich eher eine Power-Metal-Band, gehen HANGAR oft mit der Energie (und teilweise auch den Riffs) einer Thrash-Kapelle zu Werke, haben aber gleichzeitig sehr melodische, gemäßigte Rock-Songs im Repertoire. Diese seltene Kombination weist eine gewisse Verwandtschaft mit dem „Set The World On Fire“-Album von ANNIHILATOR auf, nicht nur, weil man in „A Miracle In My Life“ das Intro des Titeltracks zitiert. Allerdings gelang den Kanadiern damals eine recht homogene Mischung. HANGAR dagegen wechseln munter von einem Extrem ins andere: Fast die Hälfte des Albums besteht aus reinen AOR- und Melodic-Rock-Nummern wie „Time To Forget“ oder „Based On A True Story“, die andere Hälfte aus überaus kraftvollem Power Metal und brachialen, progressiven Riff-Monstern wie „The Garden“ oder „Handwritten“. Die härteren Stücke erinnern stellenweise an die letzten Werke von SYMPHONY X, zumal Sänger Humberto Sobrinho ähnlich kernig wie Russell Allen klingt. Er kann jedoch ebenso problemlos mit hoher Stimme klar und melodisch singen, so dass man manchmal fast meint, es mit zwei Sängern zu tun zu haben.

Leider kann auch der hervorragende Gesang nicht über gewisse Mangelerscheinungen beim Songwriting hinwegtäuschen. Zwar klingt die ganze Band hörbar motiviert, die Songs sind toll produziert und stecken voller packender Riffs, toller Soli, sowie energischer und mitreißender Drumparts. Aber HANGAR wissen diese Zutaten nicht immer gezielt einzusetzen. Gerade die härteren Tracks klingen zwar musikalisch interessant, man weiß aber oft nicht so recht, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Man wartet darauf, dass der Song explodiert oder sich zum Höhepunkt steigert, stattdessen stagniert die Komposition. Oder anders gesagt: Die Tracks bestehen eigentlich nur aus Strophen und Bridges, dagegen mangelt es an zündenden Hooks und Refrains. Die melodischen Stücke bieten zwar eingängige Melodien, klingen aber zu vorhersehbar und weniger spannend. Lediglich der mitreißende Opener „The Infallible Emperor (1956)“, der ein wenig an ANGRA erinnert, funktioniert richtig gut.

Zum Abschluss gibt es noch ein QUEEN-Cover als Bonustrack. Die Version von HANGAR kann man zwar nicht direkt als Totalausfall bezeichnen, sie beweist aber wieder einmal, dass man Songs dieser Band besser gar nicht nachspielt.

FAZIT: Rein musikalisch und technisch überzeugen HANGAR mit einer kraftvollen, frischen Performance und jeder Menge positiver Energie. „Infallible“ bietet viel Abwechslung und deckt ein erstaunlich großes Spektrum ab, von Melodic Rock über Power Metal bis hin zu Thrash-Anleihen. Dem Album insgesamt und auch den einzelnen Songs fehlt es jedoch an einer klaren Linie, was deutlich zu Lasten der Eingängigkeit geht. Trotz einer starken Gesangsleistung bleiben vor allem die Refrains zu flach und heben sich nicht wirklich hervor. Wer auf große Hooks verzichten kann, wird trotzdem gut unterhalten.

Daniel Fischer (Info) (Review 4331x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • The Infallible Emperor (1956)
  • Colorblind
  • Solitary Mind
  • Time To Forget
  • A Miracle In My Life
  • The Garden
  • Dreaming Of Black Waves
  • Based On A True Story
  • Handwritten
  • Some Light To Find My Way
  • 39‘ (Bonustrack)

Besetzung:

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