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ReVamp: ReVamp (Review)

Artist:

ReVamp

ReVamp: ReVamp
Album:

ReVamp

Medium: CD
Stil:

Female Fronted Metal

Label: Nuclear Blast
Spieldauer: 51:54
Erschienen: 04.06.2010
Website: [Link]

Von einer natürlichen Entstehung kann man bei REVAMP nicht gerade sprechen. Floor Jansen wollte nach der Auflösung von AFTER FOREVER möglichst schnell etwas Neues auf die Beine stellen und kreierte im Stile eines Start-Up-Unternehmens dieses Projekt, das letztendlich zunächst einmal ein Vehikel für die Sängerin selbst ist. Hierzu holte sie sich mit dem bekannten Produzenten Waldemar Sorychta (GRIP INC., ENEMY OF THE SUN) und ex-Bandkollege Joost van den Broek zwei Songwriter ins Boot, mit deren Hilfe das Debütalbum komponiert und aufgenommen wurde. Erst im Anschluss wurde eine Live-Besetzung „gecastet“.

Dementsprechend klingt „ReVamp“ auch stellenweise ein wenig wie am Reißbrett entworfen. Die moderne Nu-Fraktion versucht man mit Grooves, tiefergestimmtem Stakkato-Riffing, aggressiv ballernden Drums und sogar gelegentlichen Gast-Growls zu überzeugen. Gleichzeitig wird die gesamte Female-Fronted-Schiene abgedeckt, von Bombast-Kitsch über klassische Orchestrierungen und Chöre bis zu Gothic Metal. In der endgültigen Zusammensetzung erinnert dies ein wenig an die letzten, modern und kommerziell ausgerichteten Alben von WITHIN TEMPTATION, auch wenn REVAMP oft härter und manchmal etwas progressiver und weniger eingängig zu Werke gehen. Bei der Gitarrenarbeit macht sich dank Waldemar Sorychta auch ein leichter Thrash-Einschlag bemerkbar.

Vor allem die bombastischen, dramatischen Nummern wie „Sweet Curse“, „Disgraced“ oder „Under My Skin“ können mit packenden Melodien und großen Refrains überzeugen. Die rein auf Härte getrimmten Songs wirken dagegen manchmal ein wenig aufgesetzt. Auch Floor Jansen bemüht sich entsprechend der recht aggressiven Ausrichtung des Materials um eine ausgesprochen kraftvolle Ausdruckweise. Die opernhafte, hohe Sopranstimme kommt nur vereinzelt zum Einsatz, stattdessen demonstriert sie eindrucksvoll ihre Fähigkeiten als Rockröhre, ab und zu schreit sie sogar richtig. Teilweise wirkt dies jedoch wie ein reiner Kraft- und Technik-Showcase, hier wäre manchmal weniger mehr gewesen. Fast scheint es, als möchte sie ihrer Schwester Irene den inoffiziellen Titel als weibliche Antwort auf Russell Allen streitig machen. Das männliche Original liefert sich passenderweise in „Sweet Curse“ ein Duell mit Floor.

Der künstlichen Entstehungsgeschichte des Albums ist wohl auch geschuldet, dass eine etwas kühle, wenig emotionale Stimmung vorherrscht. Nicht alle Melodien zünden und vermögen den Hörer zu fesseln, oft springt der Funke nicht richtig über. Stattdessen fühlt man sich stellenweise fast ein wenig unwohl, einige Songs vermitteln eine unangenehm beklemmende Atmosphäre. Das mag durchaus gewollt sein, zumal die Texte auch nicht gerade vor positiver Energie sprühen, ist aber dem Hörgenuss eher abträglich.

FAZIT: Schade, hier wäre sicher mehr drin gewesen, wenn man nicht zuviel auf einmal gewollt hätte. REVAMP möchten am liebsten gleich alle Fans sämtlicher Lager ansprechen, und Floor Jansen möchte ihre stimmlichen Fähigkeiten demonstrieren. Das Ergebnis beeindruckt durchaus, kann aber nicht immer begeistern und wirklich mitreißen. Neben der fehlenden Eingängigkeit mangelt es zu oft an der nötigen Emotionalität und Wärme, die einer eher kalten Atmosphäre weichen. Man darf gespannt sein, ob es der Live-Besetzung gelingt, als Band zusammenzuwachsen und Songs zu schreiben, die weniger künstlich und erzwungen wirken.

Daniel Fischer (Info) (Review 4267x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Here's My Hell
  • Head Up High
  • Sweet Curse
  • Million
  • In Sickness ‘Till Death Do Us Part: All Goodbyes Are Said
  • Break
  • In Sickness ‘Till Death Do Us Part: Disdain
  • In Sickness ‘Till Death Do Us Part: Disgraced
  • Kill me With Silence
  • Fast Forward
  • The Trial Of Monsters
  • Under My Skin
  • I Lost Myself

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Twilight-Photography
gepostet am: 07.07.2010

User-Wertung:
14 Punkte

After Forever hatten den Höhepunkt ihres musikalischen Schaffens mit ihrem letzten Album erreicht. Und Floor Jansen schafft es mit ReVamp tatsächlich genau dort anzuknüpfen. Revamp klingen noch einen Tick moderner und vielleicht überladener.
Aber wer die letzte After Forever mochte, der wird hier garantiert nicht enttäuscht.
Zu den oben genannten Anspieltips müssen noch der Hit " Head up high", "Kill me with silence" und das grandiose "Break" (besonders ab Minute 2:35, unglaublich was Floor hier aus ihrer Stimme rausholt) genannt werden.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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