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Andreas Schaerer/Bänz Oester: Schibboleth (Review)

Artist:

Andreas Schaerer/Bänz Oester

Andreas Schaerer/Bänz Oester: Schibboleth
Album:

Schibboleth

Medium: CD
Stil:

Jazz/VoiceArt/Experimental

Label: Unit Records
Spieldauer: 48:09
Erschienen: 18.02.2011
Website: [Link]

Immer wieder gibt es sie, diese Veröffentlichungen, die einem Redakteur klar machen, weshalb seine schreiberische Tätigkeit so verdammt viel Spaß machen kann: Man wäre nie im Leben auf solche Scheiben gestoßen, man stolpert regelrecht darüber, und die Überraschung ist um so größer.

Schibboleth“, das gemeinsame Projekt des Kontrabassisten Bänz Oester und des Vokalakrobaten Andreas Schaerer, stellt dabei eines der außergewöhnlichsten Exemplare dar, denn die beiden Schweizer scheren sich einen Dreck um irgendwelche Grenzen oder Konventionen. Während Oester seinen Viersaiter mal perkussiv, mal fast klassisch swingend, dann aber wieder atonal, krachend, improvisatorisch, in der Regel aber stets auf irgend eine Weise experimentell bearbeitet, möchte man lieber nicht wissen, welch bizarre Stimmexperimente Schaerer so unter der Dusche wagt, denn der gute Mann liefert mit Mund, Hals und Stimmbändern ein wahres Feuerwerk verschiedenster Sounds ab.

Mundpercussion, Zischen, Sopran, Jodeln, Tenor, Schmatzen, Gluckern, Glucksen, täuschend echte Instrumentenklänge, bizarres Pfeifen, ebenso bizarre Gesangsmelodien in unterschiedlichsten Klangfarben und Stimmlagen, Oberton- und Untertongesang, virtuose Maultrommeleinlagen, Fantasie- und echte Sprachen, allerlei wahnwitzige Modulation in Frequenz, Tonhöhe und Lautstärke, durchgeknalltes Zeugs versus Schönklang, so dass selbst MIKE PATTON trotz seiner teilweise wahrlich irrsinnigen Experimental-Exzesse wie „Adult Themes For Voice“ ins Staunen geraten könnte.

Die sechzehn Stücke erzählen Geschichten, welche im inneren Auge eine Bildervielfalt herbeizaubern, die beeindruckend ist. Verspieltheit trifft auf Seriosität, Albernheit auf Virtuosität, Abstraktes auf Klares, Sinn auf Unsinn, und egal, wie weit draußen sich das Duo musikalisch bewegt, so ist es schlichtweg unglaublich spannend, den beiden bei ihrem wilden Treiben zuzuhören. Überraschungseier-Musik sozusagen.

FAZIT: Wer das „spezielle Spezielle“ sucht, wird hier fündig. Welch eine Gaudi.

Chris Popp (Info) (Review 3865x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Corde à linge
  • One Lady Asked Me If I Danced The Jazz
  • Dans les herbes
  • Mount Sebou
  • The Antikythera Mechanism
  • For The Exclusive Use Of The Aristocracy
  • Marajô
  • Borschtsch
  • Bouncing Bones
  • Wayfaring Stranger (Traditional)
  • At Ruegenwalder's
  • 2 A.M.
  • Finger Mäxu
  • Neulich beim Friseur
  • Blue Monk (THELONIOUS MONK)
  • Schlaflied

Besetzung:

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