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Killerpilze: Ein bisschen Zeitgeist (Review)

Artist:

Killerpilze

Killerpilze: Ein bisschen Zeitgeist
Album:

Ein bisschen Zeitgeist

Medium: CD
Stil:

Rock/Pop-Punk

Label: Südpolrecords
Spieldauer: 45:59
Erschienen: 11.03.2011
Website: [Link]

Sieh an, sieh an! Sogar die KILLERPILZE beehren uns mit ihrem neuen Album. Aber warum auch nicht? Schließlich kann man sie defintiv zumindest dem erweiterten Genre "Rock" zurechnen. Als sie noch jung waren, also ich meine damit: richtig jung, sorgten sie in der Szene für einiges Aufsehen. Verstanden habe ich es schon damals nicht, und der frühe Ruhm verblasste dann auch mit jedem weiteren Werk. "Ein bisschen Zeitgeist" ist das reguläre vierte Studioalbum, da das erste, in der heimischen Wohnung selbstproduzierte Album "Von vorne durch die Punkallee" hierbei nicht mitgerechnet wird.

Auch mit dem vierten Longplayer bleibt alles beim Alten. Die KILLERPILZE berufen sich nach wie vor auf eine Mixtur aus Deutschrock und Pop-Punk. Damit hatten sie zu Beginn ihrer Karriere Erfolg, der dann aber stetig nachließ. Ich wäre schon verwundert, wenn sich daran mit "Ein bisschen Zeitgeist" allzu viel ändern würde. Zwar bringen die Jungrocker durchaus ihre eigene und vor allen Dingen: eigensinnige Art von Witz und Hintergründigkeit in den Lyrics unter, doch dazu sind auch andere Truppen des Genres fähig. Und ich möchte mal behaupten, dass die Texte nicht grundsätzlich gut ankommen werden, da sie teilweise immer noch etwas Naives und Vorpubertäres in sich haben.

Rein vom Songwritingfaktor hält sich die Zahl der guten Songs in Grenzen. Und da wird es auf "Ein bisschen Zeitgeist" wiederum am Besten, wenn die KILLERPILZE mal die Punker raushängen, der Energie freien Lauf lassen und sogar hin und wieder mal metallische Strukturen im Sound unterbringen. Das wäre bei "Albtrauma", "Schicksalsscheiß", und "Alles kaputt" der Fall und ansatzweise bei "Boom". Ganz große Hits sind nicht zu entdecken, aber zumindest müssen sich die PILZE auch nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Sobald es aber emotionaler wird und die Stücke in ihrer Aussagekraft mehr auf Tiefe abzielen, bleibt der Auftritt ziemlich auf der Strecke. Dabei muss man sagen, dass besonders die Lyrics einiges verderben. Und die musikalische Seite ist dann nicht stark genug, um das wieder zu retten. Die Tiefpunkte sind "So weit so gut" und "Morgenland". Dass man auf "Ein bisschen Zeitgeist" keine Innovativität antrifft, braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden. Ein paar Crossover in Fanta-4-Gefilde ("Komm Komm.Com") oder Dark Rock/Gothic-Bereiche ("Marie") wirken auf mich eher befremdlich als peppig. Aber zumindest für ein bisschen Abwechslung sorgen sie.

Von der technischen Seite gibt es gar nicht so viel zu mäkeln. Ich persönlich finde nur den Gesang von Jo Halbig überhaupt nicht ausdrucksstark oder markant. Im Vergleich zu vielen anderen Sängern im Deutschrock/Punk-Bereich sind es einfach 08/15-Vocals, denen eine wirkliche Charakteristik fehlt.

FAZIT: Als richtig schlecht würde ich "Ein bisschen Zeitgeist" jetzt nicht bezeichnen. Gut ist das Album aber auch nicht. Eigentlich siedelt es sich irgendwo im breiten Genre-Mittelfeld an. Die KILLERPILZE versuchen sich zweifelsohne an einer Weiterentwicklung, die aber noch nicht richtig gelingt, weil sie vielleicht noch ein bisschen zu halbherzig ist. Die Zeiten des Bravo-Teenie-Bonus sind aber eben vorbei, und man legt nun auch hier andere Maßstäbe an. Ich denke die Zukunft wird zeigen, ob die KILLERPILZE den Weg von einem so-jung-und-schon-Musiker-Überraschungs-Act zu einer erwachsenen Band gehen können. Heute ist es noch nicht so weit.

Steffen (Info) (Review 4111x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Boom
  • Wenn Blicke treffen
  • Jubel und Staub
  • Komm komm.Com
  • Marie
  • Albtrauma
  • So weit so gut
  • Zeitgeist
  • Schicksalsscheiss
  • Morgenland
  • 97 Tage
  • Alles kaputt

Besetzung:

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