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Sunchild: As Far As The Eye Can See (Review)

Artist:

Sunchild

Sunchild: As Far As The Eye Can See
Album:

As Far As The Eye Can See

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Caerllysi Music / Just For Kicks
Spieldauer: 63:01
Erschienen: 16.08.2011
Website: [Link]

Hier brennt anders als bei so vielen selbstverliebten Heimarbeits-Proggern produktionstechnisch nichts an, denn Antony Kalugin versteht sein Handwerk professionell. Das Ensemble SUNCHILD bietet ihm als atemberaubend variantenreich musizierendes Projekt die perfekte Spielwiese für seine Künste: Stichwort Kopfhörerscheibe.

Das erste Stück "Stars of Cardiff Bay" ist gleichzeitig das längste und der Kern des aktuellen Albums. Nach spannendem Beginn - aus Wortschnipseln und Soundfetzen schält sich allmählich eine konkrete Struktur heraus - heimelt der männlich-weibliche Duettgesang ebenso an wie die niemals an unverdaulichem Fusion-Genudel schrammenden Instrumentalparts mit erweiterter Besetzung (Saxofon!), da die Musik schlichtweg zu liebevoll durchkomponiert wurde. SUNCHILD schrecken nicht vor folkloristischen, JETHRO-TULL-artigen Parts oder Schifferklavier-Einsatz zurück und bekommen dabei stehts die musikalische Kurve. Das letzte Dritte des Songs wird erstaunlich hart und mit Hinblick auf die Atmosphäre bedrohlich bis dramatisch, dann wieder kokett und skurril ("Coffee, sandwich, cookies and the MySpace crap"), woran die singenden Damen einen beträchtlichen Anteil genießen. Der Schluss geht glatt als operettenhaftes bis kabarattistisches Avant-Prog-Versatzstück durch, wenngleich man wie gesagt nichts zerfasern lässt; der Song als solcher bleibt bei aller Soundtrack-Artigkeit (die hintergründigen Geräusche) stets erhalten.

Wer nun glaubt, SUNCHILD hätten ihr Pulver hiermit verschossen, irrt. "Ring of Eternity" stellt die Sängerinnen in den Vordergrund und geht bei aller Taktwechsel-Freudigkeit genauso wie "Seven Kings" (hier darf Kalugin selbst ans Mikro) zu Herzen, was an den greifbaren Melodien liegt, dem bei allem Eklektizismus Wichtigsten in welchem Genre auch immer. Einem einzigen darf man diese Combo ohnehin nicht zuordnen, denn sie ist progressiv im wahrsten Sinn und verleibt sich ein, was gefällt, ohne zu klauen. Stattdessen lässt sie ein stimmiges Ganzes entstehen, dass der hohen Virtuosität zum Trotz keine musician's music in Aussicht stellt, sondern emotional für jeden Aufmerksamen Hörer habhaft wird. Dass "Mirrors" und "Rising" schwer nach KATE BUSH zu besten Zeiten klingen, wirkt nur zu stimmig - beides definitive Anspieltipps für diejenigen, die sich mit dieser Band vertraut machen wollen, ohne überwältigt zu werden.

Der "Gordian Knot" klingt hinterher ebenfalls alles andere als wirr, denn SUNCHILD streben den Irrwitz des Openers nicht wieder an. Mehr denn je liegt hier der Fokus auf dem Gesang, obschon gerade die Verzahnung von Gitarren und Streichern gen Ende besonders gefällt. "March of Fate" kommt kraftvoll wie theatralisch daher, wird bis zur Hälfte vom Refrain gehalten und schwenkt dann in grüne Haine und auf saftige Wiesen aus, wo auch das berührende "Visionary Sights" (toller Chorgesang) weitgehend verweilt. Der Titelsong am Schluss geht als mit entspanntester und gleichförmigster durch - kein schlechtes Ende für ein so aufregendes Album.

FAZIT: SUNCHILD machen dem Titel "As The Eye Can See" musikalisch alle Ehre. GENTLE GIANT und KING CRIMSON standen gewiss mit weniger Jazz Pate, doch abgesehen davon bietet die Scheibe schlichtweg erstklassig produzierten wie gespielten, mitreißenden Progressive (!) Rock, der auch die weibliche Stimme (hinfort, ihr Rüschenkleid- und Elfen-Klischees) in diesem Bereich rehabilitiert. Bitte anhören - in Ruhe, oft und laut.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3220x gelesen, veröffentlicht am )

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12 Punkte
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Tracklist:
  • Stars of Cardiff Bay
  • Ring of Eternity
  • Seven Kings
  • Mirrors
  • Gordian Knot
  • Rising
  • March of Fate
  • Visionary Sights
  • As Far as the Eye Can See

Besetzung:

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