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Dead Can Dance: Anastasis (Review)

Artist:

Dead Can Dance

Dead Can Dance: Anastasis
Album:

Anastasis

Medium: CD
Stil:

Wave / Gothic / Weltmusik

Label: PIAS / Rough Trade
Spieldauer: 56:26
Erschienen: 17.08.2012
Website: [Link]

Das letzte Studioalbum „Spiritchaser“ ist vor sage und schreibe 16 Jahren erschienen, aber DEAD CAN DANCE gehen ihr Comeback nicht die Spur selbstironisch an: Vertrocknete Sonnenblumen auf dem Cover, und dann der Titel: „Wiederauferstehung“.

„Children Of The Sun“ mit Streichern und Fanfaren sowie Perrys feudaler Stimme verbreitet fast Broadway-Flair, wären da nicht die vertrauten Weltmusik-Elemente, die hier jedoch weniger schwer wiegen als im weiteren Verlauf. „Anabasis“ nämlich schielt schon mit Gamelan und Steeldrum nach Fernost, wo Gerrard die schamanische Elfe mimt. Mit „Agape“ und dem Sechsachtler „Opium“ wird das Duo lebendiger und im ersten Fall dank eines eindeutig afrikanischen Grooves rhythmischer, obgleich relativ betrachtet, denn „Anastasis“ ist ein kalkuliertes Album, also tönen DEAD CAN DANCE hypnotisch wie ehedem, vor allem mit dem zäh minimalistischen Abgang „All In Good Time“.

Das bereits vorab bekanntgemachte „Amnesia“ stößt in die gleiche Richtung wie der Opener und erweist sich als lebhafter Gegenpol zum generell zu ätherischen Klangkosmos, den die Sängerin anrührt. Die Berechenbarkeit (jeweils vier Songs für beide Protagonisten, das Ganze brav abwechselnd) verärgert, wo rein akustisch nichts auszusetzen ist. „Kiko“ berührt ob seiner verlorenen Melodien zum Ende hin, derweil Gerrards Silbengesang nach wie vor nur schmuckes Beiwerk darstellt. „Return Of The She-King“, das Gänsehaut verursachende Highlight der Scheibe, erinnert nicht zuletzt dank der Chöre und Pfeifen an das Beste von Enya. Insgesamt bietet „Anastasis“ absolut nichts Neues und damit genau das, was sich der Fan erhofft hat. Über das Niveau der aktuellen Stücke im Vergleich zu den alten werden sich allenthalben Zweifler Gedanken machen; für die Zielgruppe hat das Duo alles richtiggemacht – und keinen Hehl daraus, dass man der Meute geben will, was diese braucht.

FAZIT: „Anastasis“ ist von vorne bis hinten durchgestylter Meditationsklang für die Heerscharen Bekehrter, die auf die Droge DEAD CAN DANCE schwören. Neue Fans wird man nicht hinzugewinnen, und dass Gerrard und Perry unaufrichtig wirken, obwohl sie das, was sie am besten können, perfekt abrufen, steht auf einem anderen Blatt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3488x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Children Of The Sun
  • Anabasis
  • Agape
  • Amnesia
  • Kiko
  • Opium
  • Return Of The She King
  • All In Good Time

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Koko
gepostet am: 16.09.2012

User-Wertung:
14 Punkte

DCD...Ich liebe sie. Das hört sich kindisch an. JA! Denn vor langer langer Zeit, bin ich ein Kind gewesen und mit 14 Jährchen gehörte Into the Lab. zu meinen ersten Platten, neben Madonnas Like a Prayer ;-). Das Album klingt nmach DCD und der Opener Children of the Sun ist sagenhaft. Der Text vielleicht etwas zu kitschig, doch wo Leid, Schmerz und Hoffnung zusammen kommen...ja...da ist Kitsch schon OK. Agape ist wirklich berauschen, man kann dazu einfach tanzen, bis man umfällt. Ohnehin war DCD immer schon eine Gruppe bei der m,an entweder berauscht zuhörte, und manchmal nicht anders konnte als sich dazu zu bewegen. Erst wippte ein Finger, dann der Füß...und wenn keiner da war...ja...dann ging es ab ;-) Mir gefallen insgesamt Perrys Stücke besser. Lisa ist immer noch toll, aber das Absingen der Vokale, dass sie zur Hochkunst formuliert hat, nervte mich schon etwas. Dieses Album ist ein würdiger Nachfolger von Into the Lab. Ich überspringe Spiritchaser. Dort mochte ich lediglich Song of the Stars, und der Rest war mir zu lieblos. Musik zum meditieren, dahintreiben...weniger Melancholie als früher, dafür blitz hier und da pure Lebensfreude auf. Gut gemacht. Es darf weiter getanz werden ;-)
Yvonne
gepostet am: 03.10.2012

User-Wertung:
10 Punkte

Ich als Fan bin tatsächlich total zufrieden. Es schließt an Spiritchaser, eins der kostistentisten DCD Alben nahtlos an und inkorporiert trotzdem alles, was DCD ausmacht. Gerne hätte es etwas flotter sein können, aber das sei ihrem Alter geschuldet.
DCD Fan
gepostet am: 20.11.2012

User-Wertung:
14 Punkte

Es ist sicher leicht Kritik zu üben vor allen negative. In Zeiten von "gemachten Stars" denen ich für mich jedwede Qualität als Musiker abspreche, finde ich es geradezu eminent wichtig noch echten Musikern zuhhören zu können. Klar gibt es auch viele Andere. DCD allerdings spielen jedes Instument selbst. Schon das ist nahezu ein Alleinstellungsmerkmal. Die Musik und der Stil gefallen mir sehr gut und ich bereue keine Sekunde des zuhörens. Einen Punkt Abzug gebe ich der mäßigen Vinyl-Qualität aber auch das ist ein Zeichen der Zeit in der wir leben und ist bei vielen hochwertigen (oder sollte ich besser sagen hochpreisigen) Pressungen ähnlich.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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