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Evoken: Atra Mors (Review)

Artist:

Evoken

Evoken: Atra Mors
Album:

Atra Mors

Medium: CD
Stil:

Doom Death Metal

Label: Profound Lore
Spieldauer: 67:15
Erschienen: 31.07.2012
Website: [Link]

Fast 20 Jahre Doom Death Metal – EVOKEN machen es vor und zelebrieren auf ihrem aktuellen nunmehr fünften Longplayer „Atra Mors“ einmal mehr Elend und Verderben. Dass die Band quasi die Meister des Genres sind, ist unumstritten und wer bereits das Vergnügen hatte, sie live zu erleben, der weiß, wie Grabeskälte auf den Hörer übertragen werden kann und mit welcher unglaublichen Intensität die Musik trotz all ihrer Langatmigkeit zuschlägt.

Atra Mors“ ist wie gewohnt harter Tobak und die Platte braucht ihre Zeit, ehe sich Songs und Atmosphäre vollends entfalten. Trotz anfänglicher Probleme beim Konsum der Tracks in ihrer Gesamtheit, entwickeln sie zusehends eine sog-artige Dynamik, die einen so schnell nicht mehr loslässt. EVOKEN-Alben zu vergleichen, ist immer ein schweres Unterfangen, da die Musik so viel in sich birgt, das sich nicht in den ersten Hördurchläufen offenbart. Aber im Vergleich zum letzten Release „A Caress Of The Void“ wirken die Songs auf „Atra Mors“ noch um einiges unzugänglicher und unnahbarer – eine Tatsache, die den Hörkonsum nicht unbedingt erleichtert, aber das Auditorium immer irgendwie auf Distanz hält und ein Gefühl von Kälte und Unnahbarkeit erfahren lässt, die der Musik innewohnt.

Schnell wird klar, dass EVOKEN ihre musikalische Linie bereits klar abgesteckt haben und sich nicht mehr wirklich weit davon entfernen. Paradiso’s unverkennbare Vocals, die fetten Gitarrenwände gepaart mit Akustikeinlagen. Bedenkt man, dass dieses Album das erste ist, welches ohne Gründungsmitglied Nick Orlando aufgenommen wurde, ist der Sound der Band dennoch, bis auf ein paar geringfügige Neuerungen, sehr dicht an dem geblieben, was hier schon immer abgeliefert wurde.

In ihrer musikalischen Beschränkung sind die Amerikaner durchaus um die Erweiterung ihres Horizontes und um Abwechslung in ihrem musikalischen Breitengrad bemüht. Es ist mehr eine Bereicherung des Sounds, als eine grundlegende Veränderung: Neben mehr verwendetem klarem Sprechgesang und der erneut gelungenen Verwendung eines Cellos punktet „Atra Mors“ vor allem mit hypnotischen Leads, die in ihrer Intensität an die Kollegen von MOURNFUL CONGREGATION erinnern und ein Grund dafür sind, dass sich zehn-minütige Songs nicht wie solche anfühlen. Im Doom Metal ist das gesunde Gleichgewicht aus Stagnation und kreativer Dynamik durchaus fruchtbar und im Falle von EVOKEN wäre auch eine jede Abwendung von ihren Grundelementen ein Einschnitt in die düstere Welt, die sie um sich erschaffen haben. Beste Beispiele hierfür sind die ersten beiden Songs 'Atra Mors' und 'Descend Into Chaotic Dream', die eigentlich schon den ganzen Rahmen umreißen.

Für die Musik selbst klare Worte zu fassen, fällt nicht allzu schwer: Doom Death Metal der kriechenden Sorte, der oft an der Funeral-Gengre-Grenze kratzt, aber durch Death Metal-Elemente an Kraft gewinnt. Dabei ist die Verwendung der Doublebass ein sehr gefälliges Stilmittel, um den Hörer aus seiner Lethargie zu reißen. Allerdings bleiben die Blastbeats, die man von „Antithesis Of Light“ kennt, diesmal aus. Was jedoch keine Worte beschreiben können, ist die unglaubliche Dichte der Songs, die Atmosphäre und das blanke Verderben, das in jedem Ton mitschwingt.

FAZIT: Vielleicht das düsterste und kälteste EVOKEN-Album überhaupt, das ganz klar verdeutlicht, dass die Amis noch immer ohne moderne Elemente ganz oben auf dem Olymp thronen und ein weiteres monumentales, absolut zeitloses Album veröffentlicht haben, aus welchem man auch in zehn Jahren noch Wehmut schöpfen kann. Für Funeral- und Death Doom-Anhänger sowieso Pflichtkauf, für jeden anderen, der bereit ist, eine gute Stunde im Mahlstrom von Pest, Verderben und Isolation versinken, die beste Gelegenheit.

Oliver Schreyer (Info) (Review 3115x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Atra Mors
  • Descend Into Chaotic Dream
  • A Tenebrous Vision
  • Grim Eloquence
  • An Extrinsic Divide
  • Requies Aeterna
  • The Unechoing Dread
  • Into Aphotic Devastation

Besetzung:

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