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Gregor Meyle: Meile für Meyle (Review)

Artist:

Gregor Meyle

Gregor Meyle: Meile für Meyle
Album:

Meile für Meyle

Medium: CD
Stil:

Kochender deutscher Liedermacher mit lauwarmen Songs

Label: M2 Meylemusic
Spieldauer: 40:13
Erschienen: 10.05.2012
Website: [Link]

Oh, was war das doch für eine Hoffnung!!!!

Der Typ, den einstmals STEFAN RAAB entdeckte und der sich hinter STEFANIE HEINZMANN bei einer der vielen idiotischen TV-Musik-Ausscheide geschlagen geben musste, schreibt tatsächlich Kochbücher! Dann wird er jetzt endlich ein echt heißer Feger, der nur noch über Gas, aber nicht überm CD-Player, kocht und der Hausfrauenwelt das Geheimnis seiner Rezepte samt dem passenden Wein dazu verrät und ihnen ein wenig den Reiz der würzigen „Geylheit“ eines Meyle-Auflaufs mit entsprechender Promillezahl vermittelt. Überhaupt sind Kochrezepte ja ziemlich einfach strukturiert und „Mann“ muss keine lyrisch-literarischen Meisterleistungen vollbringen, um Anderen mitzuteilen, wen oder was man gerade in die Pfanne haut.

Ganz anders sieht das natürlich aus, wenn dieser nette Hausfrauen-Typ Lieder schreibt und diese genauso interpretiert, als hätte er bei LAITH AL-DEEN oder JUPITER JONES alle übriggebliebenen Ideen geklaut, ohne zu wissen, dass die solchen Kram sowieso nie auf einer CD veröffentlichen wollten. Und um besonders clever zu wirken, wird musikalisch natürlich nicht gestümpert, sondern gnadenlos auf der Welle mitgeschwommen, die jede Menge Grammys abräumte, als NORAH JONES mit solchem Bar-Jazz-Pop noch der echte Bringer war. Darum darf es bei „Wunder“ ruhig mal so richtig swingen und dazu gibt’s dann auch noch einen Text, der phonetisch und inhaltlich nicht nur miserabel, sondern sogar peinlich ist. Bei einem genaueren Blick wird wohl auch ein weiterer Schuldiger für dieses Machwerk mit ausgemacht: EDO ZANKI hat „Wunder“ produziert. Da passt der Topf auf den Deckel, um mal bei Kochbüchern zu bleiben.

Auf „Meile für Meyle“ trällert GREGOR MEYLE mit seiner ewig gleichen nasalen, leicht kratzigen und durchaus reizvollen Stimme seine größtenteils ruhigen Lieder, die laut eigener Aussage alle einen persönlichen Bezug haben. Da bekommen dann die Pessimisten auf „Keine Macht den Pessimisten!“ getreu dem ollen Heuss folgend („Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“), so richtig ihr Fett weg, auch wenn MEYLE gar nicht zu wissen scheint, was sich hinter dem Begriff Pessimismus verbirgt, indem er sie als depressive Besserwisser „mit dem Revolver unterm Kissen“ darstellt. Irrtum, lieber Gregor, die Pessimisten sind zwar Schwarzseher, aber keine Besserwisser. Das sollte doch ein Optimist wie du wissen, oder? Da halte ich es lieber mit dem Zitat von Peter Bamm: „Nur Pessimisten schmieden das Eisen, so lange es heiß ist. Die Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet.“

Vielleicht hätte ja gerade ein wenig mehr Pessimismus dem Album gut getan.
Vielleicht wären die Texte dann ja auch etwas erträglicher geworden, statt mit unsauberen Reimen im Schüttelstil solch sinnige Botschaften zu verbreiten, wie „Sehnsucht ist Fluch und Segen zugleich / Nur selten beruhigt einen Zufriedenheit.“ (So lang ich dran glaube) oder „Schau mal nach oben / Du siehst schön aus im Licht / Tränen sind verboten / In deinem hübschen Gesicht.“ (Steh wieder auf!) oder „Ganz vielen Menschen geht’s schlechter als dir / Und dein Fall ist 'n Luxusproblem / Wenn du ganz fest dran glaubst / Wird aus 'ner 5 noch 'ne 4.“ (Wunder) … Diese Logik sollte ein Herr Meyle mal einem Schüler erklären, dessen Zeugnis nicht ganz so klangvoll wie diese meylenweit von der Realität entfernten Schüttelreimchen sind.

Bei solchen Zeilen kommt durchaus der Wunsch auf, dass GREGOR MEYLE lieber seine Kochrezepte vertont hätte. Vielleicht wäre das ja eine gute Idee für's nächste Album: „GourMEYLE singt!“ „Meile für Meyle“ ist jedenfalls nichts für musikalische Feinschmecker, denen guten Texte und Musik, die hängen bleibt, am Herzen liegen. Hier wird eher der Bauch als der Kopf bedient.

FAZIT: Auch wenn man in seinem Namen ein MEY hat, muss man noch lange nicht auch dessen Begabung besitzen, richtig gute Texte zu schreiben und vorzutragen, wie man es von REINHARD gewohnt ist. MEYLE ist meylenweit von MEY entfernt und von einem GröneMEYer wollen wir erst gar nicht reden. „Meile für Meyle“ ist Musik für diejenigen, die noch immer glauben, dass Stars in Castingshows entdeckt werden und solche Leute wie STEFAN RAAB oder DIETER BOHLEN die wegbereitende Ausgeburt guten musikalischen Geschmacks sind.

PS:
Das Gelungenste an dem Album ist noch das Cover, welches erstmals nicht den Musiker, sondern ein Landschaftsmotiv zeigt. Auf der Rückseite darf man dann wieder Herrn Meyle mit Hut bewundern, der ein wenig wie ein Laubenpieper wirkt, welcher mit nachdenklichem Blick darüber grübelt, ob er seine Parzelle vergrößern oder besser ein Gartenbuch schreiben sollte.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 6633x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
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Tracklist:
  • So lang ich dran glaube
  • Das Schlimmste ist vorbei
  • Steh wieder auf!
  • Du bist das Licht
  • Keine Macht den Pessimisten!
  • Dann bin ich zuhaus
  • Hätt nix dagegen
  • Wunder
  • Dann find ich dich
  • Nichts ohne Grund
  • Keine ist wie du

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

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  • keine Interviews
Kommentare
Thomas
gepostet am: 31.05.2012

User-Wertung:
14 Punkte

Sorry, Herr Koß, diese Kritik ist von persönlicher Meinung durchtränkt, und spiegelt in keinster Weise wieder, was ich beim durchören des Albums empfunden habe.
Nicht nur in Zeiten von "You can count on me, like one two three" stellt Gregor Meyle ein absolutes Ausnahme Talent dar - endlich ein Musiker, der eine eigene Aussage hat, was man von 90% der durch Castingshows berühmt gewordenen Amseln nicht behaupten kann. Und nur, weil die Botschaft nicht zu Ihnen passt, ist es noch kein Grund, ein musikalisch hervorragend realisiertes Album zu zerreisen. Vielleicht sollten Sie besser Kochbücher schreiben? Currywurst mit Fritten wär ein guter Anfang, da kann man fachlich wenig falsch machen. Fachlich haben Sie jedenfalls in dieser Kritik nicht geglänzt, sondern sich in Ihrer persönlichen/geschmacklichen Meinung gesuhlt, ohne das in der Kritik klar zu stellen. Vielleicht sind Sie der Pessimist, der sich hier persönlich angegangen fühlt?
DeJosh
gepostet am: 13.09.2012

User-Wertung:
13 Punkte

Danke Thomas,
beim Lesen der Kritik fragte ich mich ebenfalls nach der Berufung des Kritikers.

Musik ist nicht (und soll auch nicht sein) ein wissenschaftliches Nachschlagewerk, sondern eine besondere Kunstform, welche zu Recht ihren jeweils eigenen Geltungsraum definiert und findet.
Mich jedenfalls rühren die Texte, und die Musik geht mir unter die Haut!
Don Simon
gepostet am: 22.10.2012

User-Wertung:
15 Punkte

Wer ist Thoralf Koss?!?
Thoralf Koss [musikreviews.de]
gepostet am: 22.10.2012

Ein kritisierendes Arschloch, das von nichts 'ne Ahnung und hier schon hunderte Seiten vollgeschmiert hat - und dieser Vogel ist noch viel mehr, eine Suchanfrage unter Google reicht.

Aber die Mühe muss man sich ja nicht unbedingt machen, wenn man gerade das Jahrhundert-Album von Gregor Meyle hört und solch fundierte Fragen formuliert!
Jan
gepostet am: 29.03.2013

User-Wertung:
12 Punkte

Thoralf Koss hat unrecht!
JoRue
gepostet am: 06.10.2013

User-Wertung:
15 Punkte

Außer Herrn Koss kann ich allen anderen nur zustimmen. Musik und Essen ist Geschmacksache. Wenn einem Herrn Koss das nicht schmeckt, so sollte er einfach was anderes hören und kritisieren. Die Melodien sind eingänglich und die Texte gehen durchaus voll unter die Gänsehaut. Ich wollt, ich könnte solche Songs schreiben.
Jules
gepostet am: 29.05.2014

User-Wertung:
14 Punkte

So nen Quatsch hab ich selten über ein Album gelesen. Das Album sollte lieber jemand bewerten der das Herz an der richtigen Stelle hat. Kein Wunder dass sich Herr Koss besonders über das "Pessimisten"-Lied echauffiert, er fühlte sich wahrscheinlich angesprochen und gezwungen sich zu rechtfertigen. So klingts zumindest. Wie oben schon gesagt... was ist denn schlimm daran, wenn Musik den Bauch bedient?! Und wenn einem ein Album nicht gefällt muss man den Interpreten nicht direkt runtermachen und seinen Namen durch den Kakao ziehen. Dass will doch keiner lesen.
Dingens
gepostet am: 31.05.2014

User-Wertung:
15 Punkte

Wer kennt diesen unbekannten Schmierlappenkritirer, der sich hier auf Kosten anderer versucht einen Namen zu machen? Blödmannsgehilfenpraktikantenanwärter.
Gerry
gepostet am: 10.06.2014

User-Wertung:
14 Punkte

Klar doch Kloß kennt jeder - gute Texte, spielt viele Instrumente und ...schlechte Kritiken schreiben. Wahrscheinlich Stimmungslieder bein Fußball in Feinripp und ausgebeulten Jogginghosen grölen
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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