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The Eye Of Time: The Eye Of Time (Review)

Artist:

The Eye Of Time

The Eye Of Time: The Eye Of Time
Album:

The Eye Of Time

Medium: CD
Stil:

Dark Ambient

Label: Denovali
Spieldauer: 60:44/54:11
Erschienen: 28.02.2012
Website: [Link]

Marc Euvrie ist eigentlich Gitarrist und Sänger von KARYSUN („Karysun is a slugde, stoner, crust, metal duo from Caen, France“). Mit verschleppten Rhythmen kennt er sich also aus, doch Gitarren und Stimmen kommen auf dem THE EYE OF TIME-Doppelalbum nur selten vor. Stattdessen Drones, Klanglandschaften nur selten weitflächig, oft dicht gedrängt, manchmal statisch; doch aufgelockert durch fast neoromantische Klavierpassagen und drängende (Computer)-Rhythmen. Gelegentlich in ein und demselben Stück: „My Hope Took The Road“.

Auch wenn die Musik eher im Downtempo-Bereich angesiedelt ist, merkt man in vielen Momenten die Wut und Anspannung, die hinter ihrer Erzeugung steckt. Ein – fast – rein instrumentaler Soundtrack als Kommentar einer sich selbst zerstörenden Welt. Das voluminöse Booklet bietet eine grafische Apokalypse, voller brennender Städte, gesichtsloser Menschen und nahezu monochromer Verzweiflung. Selbst ein Blick in die Natur ist zwar hell aber nicht freundlich.

Ähnliches gilt für die Musik. Elegie, Trauerarbeit, Schmerz und nur selten ein Ausbruch in bewegtere Gefilde. Das klingt manchmal wie ein Chor ersterbender Werks- und Alarmsirenen („What Am I Less? What Took The Road?”), während im Hintergrund eine verirrte romantische Seele nach der Todesfuge sucht.
Richtig gut ist das Album, wenn Euvrie sich kurzzeitig in Melodie und Rhythmus austobt („Let's Party To The Death's Birthday“) und gar eine Orgel zum Todestanz aufspielt; oder wenn er seinem Hang zum melancholischen Eklektizismus freien Lauf lässt („The Distance Between You And The Rest“ – mit scharfer Gitarre!).

Doch manches gerät auch zu statisch, dann ist der Hörer gefangen zwischen kalten, düsteren Klängen, die sich zwar sachte hin und her bewegen, aber nirgendwohin. Das mag zwar durchaus Absicht sein, ist aber trotzdem ermüdend. Glücklicherweise fängt sich Marc Euvrie immer wieder und entwirft einen musikalischen Malstrom, dessen dunkler Sog mitreißt („Time Has Come“).

FAZIT "Man hat den Menschen seiner Möglichkeiten zu Abenteuer und Experimente beraubt, welche ihm die Existenz geben soll. Wir lassen die Menschheit verdunkeln und erlöschen, denn wir gehen keine Risiken ein" ist das Credo von THE EYE OF TIME. Das selbstbetitelte Werk ist natürlich ein Risiko. Eine opulent aufgemachte Doppel-CD von rund zwei Stunden Spieldauer. Sperrig und alles andere als leicht zugänglich. Ein instrumentales Statement zum Niedergang der Zivilisation. Das letzte Wagnis verweigert Euvrie indes: Zu zerfallen, zu explodieren in Klangchaos und Atonalität. Da widmet er sich lieber, umgeben von Schmerz und Nerven zehrendem Stillstand, Momenten der Schönheit. An einer Stelle passend betitelt: „Comfort, Design And Graves“. Wer je über einen Friedhof geschlendert ist, weiß, welche Kunstwerke es als Grabsteine gibt. THE EYE OF TIME liefern einen musikalischen Monolithen als Pendant dazu – plus Thomas Hacks hervorragendes und stimmiges Artwork, das die ein oder andere musikalische Länge wettmacht.

Jochen König (Info) (Review 3685x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1: After Us
  • Intro
  • I Hate Your Fucking Eyes
  • Time Is Watching Me
  • My Hate Is A Gun, See The Smile On My Face
  • After Us
  • Don't Cry Little Child, Don't Watch Your Future Life, You Won't Survive It... Don't Look Down
  • Birds And Lands
  • My Hope Took The Road
  • What Am I Less? What Took The Road?
  • Away And Lost, I Cry The Error
  • Outro
  • CD 2: Jail / Lily On The Valley
  • Let's Party To The Death's Birthday
  • Time Has Come
  • Comfort, Design And Graves
  • Once They Were Happy And Brought Nothingness
  • The Distance Between You And The Rest
  • 000007091981151723031994
  • Begin, Wait, Watch, Play
  • Use Your Wings For What They Are
  • Monsters Usually Wear Uniforms

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
sui-cider-cheers
gepostet am: 27.12.2012

User-Wertung:
1 Punkte

I'm sorry: nur was für Lebensmüde!

Wer Selbstmord begehen will, tut's mit dieser CD.
Mit -.
Nicht zu -.
Es reicht, 1 bis 2 Stücke zu hören.

Für nichtsuizidale: Viel Lärm um nichts.

Langweiliges Getöse, auf- und ausgeblasen, egomanisch- depressiv und penetrant apokalyptisch.
Man könnte auch sagen: abgedroschen.

Passt zur Plattenfirma.
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