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U.D.O.: Live In Sofia (Review)

Artist:

U.D.O.

U.D.O.: Live In Sofia
Album:

Live In Sofia

Medium: CD+DVD
Stil:

Heavy Metal

Label: AFM / Soulfood
Spieldauer: 143:46
Erschienen: 02.11.2012
Website: [Link]

Udo Dirkschneider ist 60 geworden und feiert auch mit seiner Band Jubiläum. In Deutschland backt das Urgestein, die Reibeisenstimme oder wie auch immer man den Sänger nennen möchte deutlich kleinere Brötchen als im europäischen Osten und darüber hinaus, also lag es nahe, diesen Mitschnitt dort zu vollziehen. Auserkoren wurde die bulgarische Hauptstadt Sofia, wob UDO vor rund 2500 Fans auftraten.

Ob diesen das auf dem wie bei Dirkschneider üblich geschmacklosen Cover stilisierte Wahrzeichen der Stadt gefällt? Musikalisch funktioniert die Geschichte im gegebenen Rahmen recht gut, auch wenn man despektierlich anmerken darf, dass der Metal-Freund auf dem Balkan und in den benachbarten Ländern ein dankbarer, leicht zu beeindruckender Kunde ist, während das gerade auf den letzten Alben zweit- bis drittklassige Gerödel dieser Band anderswo niemanden hinter der ACCEPT-Sammlung hervorlockt. Von Dirkschneiders Ex-Band gibt es letztlich satte acht Songs zu hören, die erwartungsgemäß zu den Höhepunkten des üppigen Sets zählen, aber wegen der Perfektion, mit welcher seine ehemaligen Weggefährten sie in den Mob ballern, völlig überflüssig sind. Großes Plus bei den anderen Tracks: Die bescheiden klingenden Studio-Versionen gewinnen auf der Bühne an Dynamik, gleich zu Beginn schon die zum Song gewordenen Fantasiefiguren „Rev Raptor“, „Leatherhead“ und „Dominator“ aus dem schrulligen UDO-Universum.

Die Leute gehen hörbar gut mit, ohne dass nachträglich allzu deutlich am Sound gefummelt wurde. Künstlich klingt zumindest nichts, und die unvermeidlichen Chor-Vocals während der mit ganzen Zaunpfahl-Reihen winkenden Refrains („Thunderball“) sitzen. Ist man kein Hardliner, gehen die prosaischen Midtempo-Tracks („Break The Rules“, „Independence Day“, „Heart Of Gold“, selbst „Princess Of Dawn“) in ihrer hohen Dichte nach gut einem Viertel der Spielzeit auf den Zeiger, ebenso die kindischen Publikumsspiele, derer sich gleichwohl auch andere Bands schuldig machen.

Dass der Mann und seine Zuarbeiter für mehr als Teutonen-Stampfen gut sind, wird immer gerne übersehen, und was dies betrifft, tut Melodic-Stoff wie „I Give As Good As I Get“ oder „Neon Nights“ dem Set sehr gut – im Gegensatz zum auf zwölf Minuten ausgewalzten „Kokopelli“ oder dem minderbemittelten Schlagzeugsolo. Derlei Spielchen sollten bei jeder Live-Combo nur echten musikalischen Persönlichkeiten vorbehalten bleiben, nicht handwerklich okayen Dienstleistern ohne Gesicht. Zu diesen gehört Francesco Jovino (HARDLINE, EDGE OF FOREVER) nämlich. Sowieso ist Stefan Kaufmann neben dem „German Tank“ (so, jetzt sind alle Synonyme für den Frontmann gefallen) die einzige Respektsperson und Marke auf der Bühne, denn genauso wie die ACCEPT-Doppelspitze verleiht er den simplen Hymnen spielerische Klasse und einen zeitlosen Charakter.

Diesen besitzen sie nicht zuletzt deshalb, weil UDO – das muss man klar sagen – von jeher und während der letzten Jahre noch krasser von der Ex-Band des Sängers zehren, da die Musik praktisch die gleiche ist, bloß eben ein bis zwei Niveaustufen niedriger angesiedelt. Damit wären wir bei der Krux weniger dieser repräsentativen Live-Scheibe als der jüngeren Karriere von Udo Dirkschneider an sich angelangt: Den halbwegs klassischen Stoff („Two Faced Woman“) hat man über die Jahre liebgewonnen, doch alles weitere ist Pflichterfüllung beziehungsweise Schuhe Herunterspielen. UDO sind wenn auch mit Recht dazu verdammt, eine ACCEPT-Coverband zu sein.

FAZIT: „Live In Sofia“ kommt im Doppel-CD-Paket mit deckungsgleicher DVD und lässt für Anhänger des kratzigen Barden keine Wünsche offen. You get what you deserve, und wer will da zynisch werden? [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2705x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
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Tracklist:
  • CD 1:
  • Rev-Raptor
  • Dominator
  • Thunderball
  • Leatherhead
  • Independence Day
  • Screaming For A Love-Bite
  • Heart Of Gold
  • Vendetta
  • Princess Of The Dawn
  • I Give As Good As I Get
  • Kokopelli (Guitar Solo)
  • CD 2:
  • Neon Nights
  • Break The Rules
  • Man And Machine
  • Drum Solo
  • Living On A Frontline
  • Up To The Limit
  • Two Faced Woman
  • Metal Heart
  • The Bogeyman
  • I'm A Rebel
  • Balls To The Wall
  • Burning

Besetzung:

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