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Jupiter Society: From Endangered To Extinct (Review)

Artist:

Jupiter Society

Jupiter Society: From Endangered To Extinct
Album:

From Endangered To Extinct

Medium: CD
Stil:

Metal, Prog und Electronica aus dem Totenreich

Label: Fosfor Creation / Just For Kicks
Spieldauer: 55:56
Erschienen: 31.05.2013
Website: [Link]

Wenn ein Album wie „Das Boot“ beginnt, dann muss da auch irgendwie „Das Boot“ drin sein – nicht wahr? U96 taucht ab, während der CARPTREE-Ober-Guru CARL WESTHOLM als Kapitän auftaucht, um uns den Weltuntergang, also die totale Apokalypse, textlich und musikalisch, zu verkünden. Natürlich steht er mit dieser musikalischen Schreckensnachricht Teil 3 - „First Contact // Last Warning“ (2008) & „Terraform“ (2009) waren bereits die ersten beiden Prog-Sci-Fi-Horrortripps von JUPITER SOCIETY – nicht allein da. Seine Musik-Matrosen haben bereits in so namhaften anderen Bands wie KRUX, CANDLEMASS, SOILWORK, OPETH & EVERGREY ihren Anker ausgeworfen. Nun aber, wo sie alle gemeinsam in einem (Raum-)Schiff sitzen, bleibt von ihnen nur noch ein Musikabziehbild aus der Kombination von metallischen AYREON und bombastischen STAR ONE über, die Hand in Hand den Weltuntergang im Comic-Stil herbeimusizieren.

Progressiver Grusel-Bombast trifft auf ein paar Gothic-Zombies, die aus ihren Musik-Särgen steigen und mit ihren nebulösen No-Survivors- & Wir-schlagen-zurück-Botschaften die Bassmembranen der Lautsprecher bedenklich vibrieren lassen. Im Grunde aber ist das nunmehr dritte JUPITER SOCIETY-Album nichts Anderes mehr als eine billige Blaupause der beiden Vorgängerscheiben, die vielleicht 2008 noch spannend wirkten, 2009 bereits zu langweilen begannen und 2013 nur noch ein Schulterzucken über so viel Depri-Prog-Metal aus Gitarren, Schlagzeuggehämmer und Electronica sowie männlichen und weiblichen Anklagegesängen verursachen. Ähnlich klang übrigens auch mal MAGELLAN, allerdings zu ihren schlechtesten Zeiten, also „Innocent God“ - und die waren bereits ein Jahr vor dem ersten JUPITER SOCIETY-Album angebrochen.

Sind das nun musikalische Weltuntergangs-Utopien oder utopische Weltuntergans-Melodien? Ich weiß es nicht. Dafür aber ahne ich, dass auf „From Endangered To Extinct“, mit dem Cover des Toten unter einem zerschossenen Helm, der pure Prog-Metal-Pessimismus zum besten gegeben wird, den CARL WESTHOLM mit CARPTREE zum Glück nie in solcher Form ausleben durfte.

Am Ende ist das beste an dieser tragischen CD wirklich das Ende, wenn endlich Ruhe eintritt und eine Sängerin mit zarter Stimme mitteilt: „Dein einziger Wunsch war zu überleben, aber in deinem Traum hast du nicht berücksichtigt, in was für einer Welt du lebst.“ Dann setzt ein Orchester ein und wir wissen schon, was uns erwartet, inklusive Growl-Gesängen: „Du hast nur noch eine Wahl, entweder den Tod oder die völlige Einsamkeit.“ Oder die kluge Entscheidung, sich auf solche Musik, egal mit wie viel Sci-Fi-Hintergrund sie auch das totale Armageddon, oder kurz DAS JÜNGSTE GERICHT, verkündet, auf Dauer nicht einzulassen. Wer immer auch auf das, was hier zukünftig so geschehen könnte, abkotzen muss, er sollte es nicht als Kapitän einer so faszinierenden Band wie CARPTREE tun und all diejenigen, die mit dem Namen Westholm auch ein wenig Carptree verbinden, in deren bisher noch halbwegs fröhlich läutendes Gemächt treten. Mag der Weltuntergang kommen, egal wann – aber man muss ihn ja nicht unbedingt mit solcher Musik heraufbeschwören!

„Achtung, Achtung, JUPITER SOCIETY, bitte landen und anschließend alle Selbstzerstörungsmechanismen aktivieren, damit noch ein wenig Hoffnung bleibt, dass die Musik von CARL WESTHOLM endlich mal wieder ein paar Berge oder zumindest Bäume versetzt, statt irgendwelche Särge in Gruften mit dem Presslufthammer zu vernageln oder im Karpfenteich unterzugehen.“

FAZIT: Der musikalische Zweck-Pessimist CARL WESTHOLM mausert sich im Wagner-Jahr allmählich zum „Wagner des Prog“, der mit finsteren Musik-Visionen den Weltuntergang heraufbeschwört. Am Ende bleibt mit „From Endangered To Extinct“ aber nur eine Prog-Metal-Oper über, die mit Brachialgewalt den STAR ONE ansteuert, um am Ende als traurige Sternschnuppe unterzugehen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 5124x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 4 von 15 Punkten [?]
4 Punkte
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Tracklist:
  • Enemy March
  • Invasion
  • Queen Of Armageddon
  • No Survivors
  • Fight Back
  • Defeat

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Jochen [musikreviews.de]
gepostet am: 18.06.2013

User-Wertung:
5 Punkte

Nachdem mir der Erstling der JUPITER SOCIETY hervorragend gefallen hat, dachte ich ja, der Koß übertreibt. Aber dieses dumpf dröhnende, exaltierte Endzeit-Hysterical ist tatsächlich kaum zu ertragen. Es rumpelt und pumpelt gar heftig in meinem Keller und manchmal krakeelt es bedeutungsschwanger: Solle‘ mer’s rauslasse? Nöö. Besser auf CARPTREE warten.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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